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Oberhavel Gefechte in Weiß
Lokales Oberhavel Gefechte in Weiß
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00:35 17.03.2018
In voller Aktion: Die vier Fechter der Erwachsenengruppe Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

„Das ist mir zu viel Eisengeklapper!“,  ruft Wolfram Degler in die Halle. „Der Verteidiger kreist ums Eisen, der Angreifer versucht zu touchieren. Und achtet auf eure Fußstellung!“ 18 Kinder und Jugendliche trainierten am Dienstagabend in der Sporthalle hinterm Schloss die Kunst des Fechtens. Die einzige Halle in der Stadt, die dafür geeignet ist, weil sie unterm Parkett elektrisch verkabelt ist.

Die Erwachsenen des SV Athletik trainieren ab 19 Uhr. Dann reichen zwei markierte Fechtbahnen für Marvin Paul, Andreas Burmeister, Hannes Kunath und Tim Schleese, die vier jungen Fechter aus Oranienburg. „Bei den Erwachsenen sind wir gerade wieder im Aufbau, suchen Verstärkung“, so Trainer Wolfram Degler.

Das Regelwerk beim Fechten – vor 2009 auch für ihn ein Buch mit sieben Siegeln. Degler war Leistungssportler auf dem Rennrad, hat Handball gespielt und Rock’n’Roll-Tanz trainiert. Dann hatten seine beiden Jungs beim Fechten zugeschaut und Feuer gefangen. „Aber es fehlten Trainer für die Kids.“ Inzwischen hat der 44-Jährige seine Trainerlizenz in Tauberbischofsheim, dem deutschen Leistungszentrum des Fechtsports, gemacht. Trainiert den Nachwuchs und steht selbst auf der 14 Meter langen Bahn.

„Die Philosophie des Fechten ist gar nicht so einfach zu erklären. Es ist eine Art Gespräch mit dem Gegner“,  beschreibt er.  Er  sei  bis heute fasziniert von diesem Sport. Es geht nicht ums duellieren und draufhauen, eher darum, den Angreifer zu beobachten, zu durchschauen: „Es ist ein Dialog zwischen Angreifer und Verteidiger.“ Intuition ist wichtig, Reaktionsschnelligkeit auch. „Aber  vor  allem Klingenfertigkeit.“ Körperliche Voraussetzungen, so Degler, braucht es nicht. Klar, mancher bringe mehr Talent mit, andere weniger, aber wir freuen uns über jeden, der hier mitmacht, sich bewegt und Sport treibt.“

Für Degler selbst sind die Trainingsstunden „Zeit zum Abschalten, Herunterkommen“. Im Juli vergangenen Jahres hat er sich selbstständig gemacht. Im Oranienwerk hat er die Firma de.designs gegründet, die Textilien bestickt oder bedruckt: vom T-Shirt bis zur Autofußmatte, ebenso Plakate.

Wolfram Degler ist auf Florett spezialisiert. Die feine Klinge sozusagen. Das Sportgerät wiegt rund 500 Gramm, Degen und Säbel sind schwerer. „Früher ging es ja beim Duell um Leib und Leben, heute ums Taktieren, Finten legen und gewinnen.“ Die reine Gefechtszeit beträgt drei Minuten. Es können aber schnell zehn daraus werden, denn die Uhr wird nach jedem Treffer angehalten. „Nach einem Kampf bin ich durch. Der Sport ist anstrengend, auch wenn es nicht so aussieht.“

Beim Osterturnier wird Wolfram Degler nicht dabei sein. Er fährt nach Tauberbischofsheim, wo die deutsche Fechter-Elite ficht. Während Sohn Christopher (19) inzwischen beim Deutschen Fechterbund als Kampfrichter agiert, besucht Sohn Maurice (17) die Fechtsportschule. Und der tritt am 24. März bei der Deutschen Meisterschaft der Aktiven an. Na klar fahre der Vater da mit.

„Da sind Olympiasieger dabei“, sagt Wolfram Degler begeistert. Das darf man sich natürlich nicht entgehen lassen.

Training ist dienstags und donnerstags von 17.30 bis 19 Uhr für die Kinder und Jugendlichen. Es gibt noch zwei freie Plätze.

Die Erwachsenen trainieren dienstags von 19 bis 21 Uhr. Verstärkung erwünscht.

Zur Ausrüstung eines Fechters gehören Maske, Hose, Jacke, E-Weste, Handschuh, Strümpfe und Schuhe.

Anfänger können vier Wochen kostenlos mitmachen, um zu prüfen, ob der Sport etwas für sie ist. Kleidung und Gerät werden dafür gestellt.

Wolfram Degler aus Oranienburg ist B-Trainer für Leistungssport Fechten (Florett). Er hat als Trainer Andreas Burmeister zur Seite.

Beim Zweikampf werden Florett, Degen oder Säbel eingesetzt. Körperliche Voraussetzungen für den Fechtsport gibt es nicht.

Das 22. Osterturnier für Schüler und B-Jugend findet am Sonnabend, 24. März, in der Sporthalle der Polizeifachhochschule in Oranienburg statt.

Dort werden wieder rund 80 Nachwuchssportler unter anderem aus Berlin, Potsdam und Greifswald erwartet. Zuschauer sind erwünscht.

Kontakt: wolfram.degler @sva-oranienburg.de.

Von Heike Bergt

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