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Geflüchtete danken für die Hilfsbereitschaft

Kremmener Willkommensinitiative Geflüchtete danken für die Hilfsbereitschaft

In Kremmen hat sich nun auch eine Willkommensinitiative gegründet, die sich um die Geflüchteten in der Notunterkunft am Groß-Ziethener Weg kümmern will. Etwa 150 Menschen kamen am Mittwochabend in die Stadtparkhalle. Darunter auch einige der Flüchtlinge. Sie wollten sich bei den Kremmenern bedanken.

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Etwa 150 Leute kamen in die Stadtparkhalle.

Quelle: Robert Tiesler

Kremmen. Dankeschön! Das war es, was die Geflücheten, den Kremmenern am Mittwochabend sagen wollten. Beim ersten Treffen der Willkommensinitiative in der Stadtparkhalle waren unter den 150 Gästen nicht nur Einheimische, sondern auch eine Gruppe aus der Notunterkunft am Groß-Ziethener Weg. Als sie angesprochen worden sind, ob sie auch etwas fragen möchten, wollten sie nur ihre Dankbarkeit überbringen.

Dass so viele Leute kommen würden, damit haben die Veranstalter wohl nicht gerechnet. Die neu entstandene Willkommensinitiative stellte sich und ihre Arbeit vor, erläuterte aber auch die aktuelle Situation in der Stadt. Zu der Gruppe gehören Vertreter des Stadtparlamentes, der Kirche sowie weitere Bewohner der Stadt. Bürgermeister Klaus-Jürgen Sasse (SPD) hatte zudem eine Task Force gegründet. Die Moderation am Mittwochabend übernahmen Wolfgang Engel (SPD) und Sonja Karras (Grüne) aus Hohenbruch. Er ist Mitglied im Ortsbeirat, sie leitet den Bauausschuss.

Bis Dienstag lebten in der Notunterkunft nahe der Milchviehanlage 51 Menschen, Mittwoch kamen weitere 29 hinzu. „Die meisten kommen aus Syrien“, erläuterte Andrea Busse von der Initiative. „Weitere kommen aus Pakistan, Afghanistan und aus dem Iran.“ Die größte Hürde sei die Sprache, wenige sprechen Englisch.

Drei Kinder besuchen bereits die Goethe-Grundschule. „Wir stellen uns offen der Aufgabe“, sagte Schulleiterin Annette Borchert, „Wir haben eine große Bereitschaft, sie anzunehmen.“ Die Kinder können gut Englisch und seien völlig unkompliziert. Eine Vorbereitungsklasse sei für sie in Vehlefanz geplant. „Aber wir nehmen die Kinder erst mal so an, wie sie sind, auch wenn noch viele Fragen offen sind“, so die Rektorin. Die Grundschüler seien total aufgeschlossen und sogar neidisch, wenn sie kein Flüchtlingskind in ihrer Klasse hätten. „Das ist ein Stückweit eine Gratwanderung, wir dürfen ja unsere eigenen Kinder auch nicht vergessen, aber wir werden das schaffen.“

Die Kremmener Willkommeninitiative nimmt die Arbeit auf. In der Stadtparkhalle lagen Listen aus, auf die sich willige Helfer eintragen konnten. Es brauche Zeit, Mut und Freude, um dabei zu sein, sagte Wolfgang Engel vom Leitungsteam. Jede Hilfe werde gebraucht, egal, ob vor Ort oder sporadisch. Neun Arbeitsgemeinschaften sind geplant.

Bekleidung werde nicht unmittelbar gebraucht, das laufe über die Kleiderkammer. Dort müssten die Geflüchteten für den Winter ausgestattet werden. Spielzeug und Fahrräder werden dagegen benötigt. 18 Räder seien schon an der Unterkunft und am Jugendclub abgegeben worden. Hilfe brauchen die Asylbewerber auch bei Behördengängen.

Edith von Thüngen aus Groß-Ziethen will Patenschaften vermitteln. Pfarrer Thomas Triebler aus Beetz ruft Musiker aus der Region auf, sich zu melden, um mit Flüchtlingen Musik zu machen. Heidi Sommer vom Sportverein will Kurse anbieten und schlägt ein Willkommensfest vor. Eine Lehrerin der Goetheschule bietet Deutschkurse an.

Kontakt: Bianca Haak leitet die Koordination in der Stadtverwaltung,  033055/9 98 14.

Von Robert Tiesler

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