Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Gegen Abzocke am Telefon und an der Haustür

Gransee Gegen Abzocke am Telefon und an der Haustür

Im Norden von Oberhavel geht alles ruhiger zu als im Süden, vor allem sind Kriminalitätszahlen im Keller. Trotzdem – oder gerade deshalb – lohnt es sich, Präventionsarbeit zu leisten.

Voriger Artikel
Kandidaten-Check: Eckhard Koop
Nächster Artikel
Vier Jubiläen im Stahlwerk

Revierpolizist Thomas Schröder spricht vor den Senioren.

Quelle: FOTO: UWE HALLING

Gransee. „Wo kommen denn die Ganoven her?“ Das war eine der Fragen, die gestern Vormittag gestellt wurde. „Wenn schnelles Geld zu verdienen ist, sind sie einfach da“, antwortete Thomas Schröder. Er ist Revierpolizist in Gransee und klärte Senioren der Tagespflege der DiB (Dienste individueller Betreuung) über die Maschen von Trickbetrügern auf.

Das Telefon. Es wird immer wieder zur Falle, wenn die Nepper an der Strippe sind. Sehr beliebt: Gewinnspiele. „Machen Sie da bloß nicht mit und gehen schon gar nicht in Vorkasse“, warnte der Polizist. Es werde oft mitgeteilt, dass man gewonnen habe und Geld überweisen soll. Nur die Hände weg davon! Genau so sei es beim Herausrücken von Geburtsdaten oder Anschriften. Die würden verkauft. Immer wieder gern genutzt: der Enkeltrick, bei dem Geld ergaunert werden soll. Und oft auch wird. Christa Mialke passiert so etwas nicht. „Bei solchen Anrufen blocke ich gleich ab. Wenn mir jemand damit kommt, dass er eine Umfrage machen will, sage ich ihm: ’Dafür bin ich nicht zuständig’. Ich bin doch nicht dämlich“, sagte die aufgeweckte 94-Jährige.

Ein zweites großes Thema: Der Trickbetrug an der Haustür und in der Wohnung. In das Gebäude kämen die Betrüger schnell. „Gerade bei großen Häusern macht schon irgendjemand auf, wenn geklingelt wird“, weiß Thomas Schröder zu berichten. So würde eine Ablesung vorgeschoben oder die Überprüfung von Anlagen. Früher waren es Zeitungsdrücker oder Teppichverkäufer. Heute schlüpfen sie in Handwerkerkluft. Und den Moment, in dem man irgendwas unterschreiben soll, würden die Betrüger ausnutzen, um wertvolle Dinge zu stehlen. „Deshalb: Lassen Sie niemanden in die Wohnung!“, warnt Thomas Schröder. „Nicht mal Polizisten müssen Sie rein lassen – es sei denn, wir haben eine Genehmigung dabei.“ Seriöse Unternehmen würden den Besuch von Handwerkern schriftlich ankündigen. „Ich wurde noch nie Opfer von Betrügern“, sagt Hildegard Ernst aus Löwenberg. „Ich passe immer auf.  Ich  wohne in einem Mehrfamilienhaus in Löwenberg. Die Nachbarn sind auch sehr aufmerksam.“

„Prinzipiell sollte man immer ein gesundes Misstrauen haben“, empfiehlt Thomas Schröder. Das sei nicht nur an der Haustür oder am Telefon angebracht. „Gucken Sie genau hin, wer Ihnen beim Taschentragen helfen möchte oder tragen Sie ihre Wertsachen am Körper; so wie früher im Brustbeutel.“ Unliebsame Erfahrungen wurde laut dem Revierpolizisten vor längerer Zeit am Friedhof von Fürstenberg gemacht. Dort wurden während der Trauerfeiern regelmäßig Wertsachen aus den geparkten Autos der Trauergäste gestohlen. Auch beim Pilzesammeln wird stets beobachtet, dass Wertsachen im Auto liegen gelassen werden. Dass auch Kaffeefahrten eine Abzocke darstellen, wissen die Granseer aus eigener Erfahrung: „Einmal und nie wieder!“

Die Senioren haben die Tipps dankbar zur Kenntnis genommen. In der Kriminalitätsstatistik liegt der Norden des Kreises Oberhavel ganz hinten. Aber man weiß ja nie. Mit Freude konnte Thomas  Schröder  feststellen: „Bei uns ist die Welt noch in Ordnung.“

Von Stefan Blumberg

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg