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Gegen Heidi Klum und grenzdebile TV-Serien

Comedian Ole Lehmann unterhielt in der Orangerie Gegen Heidi Klum und grenzdebile TV-Serien

Ganz und gar nicht politisch-korrekte Unterhaltung bot der Comedian Ole Lehmann am Sonnabend in der Orangerie. Und nahm dabei so manchen ins Visier: Politiker, Models, TV-Serien und Großbauprojekte. Dem Publikum gefiel’s.

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Präsentiert gar nicht politisch-korrekten Humor.

Quelle: Fritz Hermann Köser

Oranienburg. Ist er oder ist er nicht? Na klar, ich bin Fleischesser, bekennt Ole Lehmann. Ach ja, ganz nebenbei, vom anderen Ufer sei er auch noch. „Ich kenne jeden Schwulenwitz“, versichert er. Und gibt, ganz selbstironisch, gleich ein paar zum Besten.

Weich gespülter, braver, gar politisch-korrekter Humor muss draußen bleiben an diesem Abend in der gut besuchten Orangerie. Umso heftiger teilt der 46-Jährige aus, sehr zur Freude des Publikums.

Zwischendurch singt das Multitalent, und das gar nicht so übel. Vor allem aber redet er sich in Rage, haut dabei auch mal gerne unter die Gürtellinie. Offensichtlich kann dieser verbale Dampfhammer nur so seine Traumata verarbeiten. Der Berliner Wahlkampf etwa sitzt ihm immer noch in den Knochen. Auch wenn es schon ein paar Jahre her ist, das Plakat mit Renate Künast kann der Berliner Comedian, der regelmäßiger Gast im Quatsch-Comedy-Club ist, nicht vergessen. Dieses Gesicht. Wie eine vertrocknete Pflaume, ätzt er, wie Gonzo aus der Muppet Show. Nachdem man ihm die Nase eingehauen hat. Aber immerhin scheint sie gelächelt zu haben. Seltsam, weil doch ihre Lippen sonst immer einem horizontalen Strich bilden. Nun ja, das Lachen wirkt etwas gequält auf ihn, so, „als würde sie gerade kacken“.

Heidi Klum, diese „Hackfresse mit der Stimme einer Zwölfjährigen“, ist da kein Stück besser. Und wenn er schon bei „Germany´s next Kotzmodel“ ist, knöpft er sich auch gleich die Jury vor. Auf Wolfgang Joop hat er es abgesehen, „diese Koksnase, geliftet von hier bis Dortmund“. Tja, es läuft eben nur Müll im Fernsehen. Vor allem diese nachmittägliche „Scripted-Reality-Scheiße, dagegen ist GZSZ Hamlet“. Wie zum Beweis ahmt er das Geleier dieser mitunter grenzdebil wirkenden Anti-Schauspieler nach. Dümmliche Dialoge, wie stockend von einem Blatt abgelesen, mit monotoner Stimme. Tosender Applaus gibt ihm Recht.

Fast noch mehr quält ihn eine Dauer-Baustelle, eine unendliche Pleiten-, Pech- und Pannen-Geschichte, eben jener ominöse Flughafen Berlin-Brandenburg, kurz BER. „Ich weiß nicht, ob man in Oranienburg schon davon gehört hat“, fragt er. Eine Baustelle der Superlative, hier werden die Fakten zur Realsatire. 150 000 Mängel, ruft er aus. 600 Brandschutzwände müssen ausgetauscht werden. Zu kurze Rolltreppen. Waren da Handwerker oder bastelnde Waldorfschüler am Werk, fragt er verzweifelt. Aber in seiner alten Heimat liegt auch einiges im Argen, so der ehemalige Hamburger. Wenn man das Ohr am Bauzaun des BER hält, kann man die Elbphilharmonie lachen hören, sagt er.

Aber ein Ole Lehmann hat natürlich auch eine Lösung parat. Man könnte den leeren Flughafen als Mahnmal stehen lassen, meint er. Und ihn für Events nutzen. Vielleicht zum Abbau von Aggressionen. Einfach für 49,90 Euro einen Vorschlaghammer mieten und los geht’s.

Schon folgt ein Song von Peter Gabriel, „Sledgehammer“, so der passende Titel. fhk

Von Fritz Hermann Köser

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