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Gegen das Chaos zum Schulbeginn

Oberhavel Gegen das Chaos zum Schulbeginn

Rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr ist vor vielen Schulen oft Fehlanzeige. Gerade bei Eltern, die ihre Kinder zum Unterricht bringen. Dabei brauchen vor allem die Schulanfänger die Unterstützung der Erwachsenen im Straßenverkehr ganz besonders.

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Revierpolizistin Jana Skubatz war am Donnerstasg auf dem Parkplatz vor der Schule in Vehlefanz im Einsatz und sorgte für Ordnung.

Quelle: Enrico Kugler

Oberhavel. Es ist alljährlich ein ähnliches Bild: Pünktlich zum Schulbeginn verschärft sich vor den Schulen die Verkehrssituation. Obgleich die Polizei zum Start des neuen Schuljahres umfangreich informierte und kontrollierte und mit Blick auf die Erstklässler für die Verkehrssicherheit von Schülern warb, spielen sich vor vielen Schulen täglich erschreckende Szenen ab. Dabei sorgen vor allem sogenannte „Elterntaxis“ nicht selten für unübersichtliche und dadurch gefährliche Situationen, wenn beispielsweise aus Zeitmangel, Unachtsamkeit oder auch Bequemlichkeit verkehrsintensive Bereiche mit dem Auto zugestellt werden, um die Schützlinge bis zur Schule oder direkt zum Klassenraum zu geleiten.

Auf dem Parkplatz der Vehlefanzer Nashorn-Grundschule kam es am Mittwoch schließlich gar zu einem Unfall, als eine Pkw-Fahrerin beim Zurücksetzen aus einer Parklücke mit einem Zweitklässler zusammenstieß, der sich dabei verletzte (MAZ berichtete).

Die Polizei habe die Situation vor den Schulen im Auge, erklärt Polizeisprecherin Ariane Feierbach. Im ruhenden Verkehr greife zudem das Ordnungsamt ein. „Die Verkehrssicherheit spielt zu Schulbeginn eine riesengroße Rolle. Gerade für Erstklässler ändert sich soviel, ist es eine aufregende Zeit, in der viel verarbeitet werden muss – umso wichtiger ist, die Kinder gerade dann im Straßenverkehr zu unterstützen“, so Feierbach. Dazu gehört neben der Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer auch ein sicherer Schulweg: „Der kürzeste Weg muss nicht zwangsweise immer der sicherste sein“, erklärt die Polizistin. Sie kennt die Tücken und Probleme der Verkehrssituation rund um die Schulgelände der Region. Elf Jahre war sie im Bereich der Verkehrsprävention in vielen Kindergärten und Schulen im Einsatz. „Gerade mit Blick auf angehende Erstklässler und ihre Eltern versucht die Polizei, bereits im Kindergarten und auch im Rahmen des Schulanfangs präventiv tätig zu werden.“ Zudem, so Feierbach, sei das Thema Verkehrserziehung Bestandteil des Rahmenlehrplans an Schulen und werde daher im Unterricht ebenfalls besprochen. „Erstklässler sind noch lange nicht erfahren und sicher genug im Straßenverkehr. Sie benötigen gerade deshalb die Unterstützung ihrer Eltern und der anderen Verkehrsteilnehmer“, appelliert Feierbach an gegenseitige Rücksichtnahme sowie die Vorbildwirkung der Erwachsenen.

Revierpolizistin Jana Skubatz am Donnerstag auf dem Parkplatz der Nashorn-Grundschule in Vehlefanz

Revierpolizistin Jana Skubatz am Donnerstag auf dem Parkplatz der Nashorn-Grundschule in Vehlefanz. Am Tag zuvor wurde hier ein Schüler durch Kollision mit einem ausparkenden Auto verletzt.

Quelle: Enrico Kugler

Keine Probleme mit dem Bringen der Kinder zur Schule dürfte eigentlich die Pestalozzi-Grundschule in der Hauptstraße in Birkenwerder haben. Denn Eltern könnten vorfahren, ihr Kind aussteigen lassen und geradeaus weiterfahren, sagt die stellvertretende Schulleiterin Angela Kaiser. Um gefährliche Situationen zu vermeiden, seien Kurzzeitparkplätze an der Kirche geschaffen worden. Auch die Polizei schaue regelmäßig vorbei und gebe Eltern Hinweise, wie gefährliche Situationen vermieden werden könnten. Außerdem hat die Schule eine „Eintrudelphase“ von 7.30 bis 8 Uhr geschaffen. „Damit nicht alle Kinder zur selben Zeit gebracht werden“, erklärt Kaiser. Dies habe sich sehr bewährt, der Schulbeginn gestalte sich dadurch entspannter.

Vor der Comenius Grundschule in Oranienburg sorgte die Einführung von Halteverboten in den Stoßzeiten für eine Entspannung der Lage

Vor der Comenius Grundschule in Oranienburg sorgte die Einführung von Halteverboten in den Stoßzeiten für eine Entspannung der Lage.

Quelle: Heike Bergt

Nach der Eröffnung der neuen Comenius Grundschule in Oranienburg an der Jenaer Straße vor einem Jahr ging es dort anfänglich ziemlich chaotisch zu. Rund 500 Kinder wollen jeden Morgen gebracht und mittags wieder abgeholt werden. Ganze Pulks kamen mit dem Rad an. „Das hat sich jetzt eingespielt. Wir haben viel verändert, zusammen mit dem Revierpolizisten“, berichtet Schulleiterin Christina Kowal. Der anfangs belächelte kleine Kreisel vor der Schule entschleunigt die Blechlawine und erreiche damit sein Ziel. Auch zunächst nicht ausreichende Fahrradständer wurden nachgeordert. Schülerlotsen sorgen nun für geordnetes „Einparken“ am Morgen. Ein drittes Problem wurde aus der Welt geschafft: „Wegen parkender Autos am Pflanzenmarkt an der Einmündung zur Berliner Straße war es immer sehr unübersichtlich für Kinder, Radfahrer und Eltern“. Nun herrscht dort in den Stoßzeiten von 6 bis 8 und 15 bis 17 Uhr Halteverbot. „Das ist gut und hat alles weiter entspannt“, so Kowal.

Zum Schuljahresbeginn kontrollierte die Polizei im Umfeld von Schulgebäuden verstärkt die Geschwindigkeit von Pkw

Zum Schuljahresbeginn kontrollierte die Polizei im Umfeld von Schulgebäuden verstärkt die Geschwindigkeit von Pkw. Vor Schulen gilt inzwischen grundsätzlich Tempo 30.

Quelle: Enrico Kugler

Grundsätzlich gelte vor Schulen wie generell im Straßenverkehr, gegenüber schwächeren Verkehrsteilnehmern stets besonders rücksichtsvoll, aufmerksam und immer bremsbereit zu sein, erinnert Ariane Feierbach mit Blick auf die Grundregeln an die geltende Straßenverkehrordnung.

Von Marion Bergsdorf, Heike Bergt und Nadine Bieneck

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