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Oberhavel Gegründet im Jahr der Einheit
Lokales Oberhavel Gegründet im Jahr der Einheit
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00:23 01.01.2016
Inhaberin Eva Ecker und ihr Chefmechaniker Andre Novotny.
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Zehdenick

Im August 1990 hielt Reinhard Lenz seine Reisegewerbekarte in den Händen – für ihn das Los in eine ungewisse Zukunft. Der Wesendorfer gehört zu den Einheitsgründern – Menschen, die sich im Jahr der deutschen Wiedervereinigung beruflich neu erfanden, weil sie in Zeiten der Massenentlassungen mussten oder es so wollten.

Reinhard Lenz war zwar schon vor dem Mauerfall sein eigener Chef – ging dann mit fast 40 Jahren aber noch mal einen ganz anderen Weg. Ein Bekannter gab ihm damals den Tipp, sich doch um Feuerlöscher und brandschutztechnische Anlagen zu kümmern. Lenz fand das interessant, fuhr mit seinem Trabant nach Hannover, um sich die Sache anzuschauen, einen Lehrgang zu besuchen und danach für sich zu beschließen, dass er es versuchen wird – erstmal als zweites Standbein. „Keiner wusste doch damals, was kommt und wie es geht. Es war alles unsicher“, sagt Lenz. Dass er weiter allein von der Reparatur der Polstermöbel werde leben können, glaubte er nicht. Tatsächlich meldete er den Betrieb acht Jahre später ab. Aber da hatte er sich in der Feuerlöschbranche auch schon durchgeboxt, war in den ersten Monaten jede Woche quer durch die Republik gereist, um Objekte und Anlagen abzusichern und an viele Türen zu klopfen, um seine „roten Dosen“ zu verkaufen. „Das war mir schon unangenehm“, sagt der 64-Jährige rückblickend. Ein Verkäufer sei er nie gewesen und sich aufzudrängen, war auch nie sein Ding.

An eine Reisetätigkeit hatte auch Eva Ecker gedacht, als sie nach der Wende eine Umschulung machte und Englisch paukte, um sich mit Besuchern aus aller Welt unterhalten zu können. Allerdings wollte sie nicht ins Ausland, sondern den Touristen ihre schöne Heimat zeigen. Das Angebot des Arbeitsamtes, sie nach Tunesien zu vermitteln, lehnte die zweifache Mutter und Ehefrau ab. Während sich ihr damaliger Mann Helmut 1990 mit einem Fachhandel für Kettensägen und Gartentechnik selbstständig machte, eröffnete die gelernte Bekleidungstechnologin zunächst ein Modegeschäft in Zehdenick. „In der ersten Zeit haben wir oft nachts gesessen und gerechnet“. Die Selbstständigkeit habe Nerven gekostet – von Rechnungen abgesehen gab es in der freien Wirtschaft nicht vieles, das verlässlich war. Nach dem überraschenden Tod ihres Mannes musste Eva Ecker nicht nur den Verlust verkraften, sondern auch die Kraft finden, aus dem Stand zwei Geschäfte zu führen. Und sich noch dazu in einer Branche orientieren, in der Frauen damals belächelt wurden. „Das waren harte Monate“, sagt sie. Manche Männer trauten ihr nicht zu, dass sie ihnen bei der Bedienung eines Rasentrimmers etwas vor machen kann. Eva Ecker entschied sich trotzdem dafür, das Technikgeschäft weiterzuführen – vor wenigen Tagen wurde das 25-jährige Bestehen begangen. Eva Ecker mag ihre Arbeit, den Umgang mit den Kunden und ihre Selbstständigkeit. Die vielen Jahre Erfahrung hätten sie ruhiger gemacht. „Ich fühle mich inzwischen anerkannt“, betont sie.

Reinhard Lenz sagt, bei ihm habe es gut 15 Jahre gebraucht, bis er das Gefühl hatte, nicht immer noch mehr strampeln zu müssen, um niht mit dem Rücken an der wand zu stehen. Die Bindung zu seinen Kunden wurde besser und verlässlicher. Seit der Gründung seines Ein-Mann-Betriebes hatte seine Woche eigentlich immer sieben Tage – immer von morgens bis abends und sonntags im Büro. Trotzdem wollte auch er nie missen, dass er zwischendurch selbst entscheidet, wann er einen Kaffee trinkt oder sich als Ortsvorsteher um die Angelegenheiten von Wesendorf oder um Belange der Ortswehr kümmert. Nächstes Jahr wird er seinen Klein-Betrieb abgeben und in den Ruhestand wechseln – seinen Nachfolger arbeitet er selbst ein.

Von Cindy Lüderitz

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