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Geierfalke mit Punkfrisur

Falknertag in Liebenwalde Geierfalke mit Punkfrisur

Die Greifvogelvorführungen waren die Attraktion beim zweiten Liebenwalder Falknertag. Für die Besuche gab es am Sonnabend am Mühlensee außerdem Tauchvorführungen, Auftritte von Jagdhornbläsern und vieles über die heimische Natur zu erfahren.

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Falkner Marco Loerke mit Steinadler Tilla.

Quelle: Fritz Hermann KöserFoto:

Liebenwalde. Der Hund darf nicht zusehen. Der muss weg, befiehlt Marko Loerke, „für meinen Vogel ist das Frühstück“. Umgehend verschwindet das Tier aus der ersten Reihe weiter nach hinten. Auch die Zuschauer müssen sich warm anziehen. Kinder, ihr dürft euch nicht bewegen, warnt der Falkner, sonst greift der Wüstenbussard an: „Der zupft euch ein Haar heraus. Oder er beißt euch das Ohr ab.“

Das Tier hat andere Pläne. Krächzend saust es in die Höhe, dreht ein paar Runden dicht über den Zuschauern. Die ziehen erschrocken die Köpfe ein. Keine gute Idee. Was sich duckt, ist Beute, so der Falkner. Schon kehrt der Vogel brav auf den Arm seines Gebieters zurück. Der füttert ihn mit etwas Fleisch.

Fünf Vögel in Aktion und reichlich Humor, das gab es bei der kostenlosen Falknershow am Mühlensee in Liebenwalde. Sie war der Höhepunkt des sehr gut besuchten zweiten Falkner- und Naturerlebnistags, organisiert von der Jagdhornbläsergruppe Liebenwalde/Neuholland und der Jägerschaft „Havelaue“. Vorab stießen Männer in grünen Röcken kräftig ins Horn. Steve Hoffmann erklärt über das Mikrofon die einzelnen Instrumente. Ohne das kleine Fürst-Pless-Horn etwa geht in dieser Szene kaum etwas. Der Leiter der Liebenwalder Bläsergruppe ist über die Jagd zur zünftigen Musik gekommen. „Eine Tradition, die langsam einschläft“, seufzt er und spricht von Nachwuchssorgen.

Für jeden war etwas dabei. Kinder warfen mit Darts auf Luftballons, die Älteren schauten Froschmännern bei einer Rettungsübung oder einem Holzschnitzer zu. Bei Jens Herrmann aus Templin gibt es unter anderem gewaltige Eulen zu kaufen. Oder sie begutachteten gewaltige Geweihe und ausgestopfte Tiere. Die gibt es an einem Info-Stand, mit dem die Jäger ihr angekratztes Image aufpolieren wollen. Zugleich wollen sie den Besuchern die heimische Tierwelt nahebringen. Den Marderhund, den Waschbär, den Fuchs. Die sieht man leider meistens nur totgefahren auf der Straße, sagt Lothar Kanter, der Fragen von Interessierten beantwortet. Welches das größte Tier war, das er jemals erlegt hat? So eine Frage hört ein Jäger nicht gerne, sagt er. Das Riesengeweih als Trophäe sei nicht das Ziel, sondern eher eine nachhaltige Reduzierung des Wildbestandes. Bei zu vielen Tieren etwa drohe die Gefahr von Seuchen und Fressschäden.

Doch nun schnell zur Show. Wanderfalke „Momo“ sorgt mit Sturzflugeinlagen für Staunen, Schneeeule „Schneepi“ beeindruckt durch ihre weiße Federpracht, Steinadler „Tilla“ durch seine Würde, Geierfalke „Sancho“ durch seine schier endlose Geduld. Marko Loerke krault ihm den Kopf. Dann dreht er Selbigen hin und her. Nun verpasst der freche Falkner ihm auch noch mit geschickten Fingern eine Punkfrisur. „Dem Tier tut das nicht weh“, versichert er.

Ein weitaus schwereres Schicksal hat nur der Wüstenbussard erlebt. Als er ein Wildkaninchen am Hintern erwischen wollte, verlor er eine Außenzehe. Seitdem heißt er Ahab, wie der einbeinige Kapitän aus „Moby Dick“. Man könnte ihn aber auch Ottokar oder Wilhelmine rufen, so der Marko Loerke, er versteht das sowieso nicht.

Von Fritz Hermann Köser

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