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00:18 07.05.2017
Dirk Sill betreut das Facebook-Forum „Hennigsdorf verbindet“ und ist immer auf der Suche nach spannenden Themen. Quelle: FOTO: RObert Roeske
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Hennigsdorf

Wenn er morgens aufsteht, sinkt Dirk Sill in seine Couch und knipst den Laptop an. Auf regionalen Nachrichtenseiten und Serviceportalen stöbert der Hennigsdorfer, ob es Interessantes aus der Region gibt. „Pflegehelfer in Birkenwerder benötigt“, „Hennigsdorfer Rentner attackiert“, „Zeugen eines Motorradunfalls bei Velten gesucht“. Das sind die Schlagzeilen eines Morgens im Facebook-Forum „Hennigsdorf verbindet“. Für immer mehr Bürger ist die Seite morgens die erste Informationsquelle. Die Plattform im Sozialen Netzwerk, Mitte 2015 gegründet, hat mittlerweile fast 2500 Mitglieder und ist damit nach der Oranienburg-Gruppe die größte im Landkreis.

Seiten-Administrator Dirk Sill freut das. Nicht nur, weil ihm die ehrenamtliche Betreuung des Forums Spaß macht. Es ist mittlerweile auch zu einem echten Sprachrohr der Bürger geworden. „Der Hennigsdorfer an sich meckert viel und tut wenig, ich war früher auch so. Aber nun können wir gemeinsam was bewegen.“ Mit einer Umfrage, die er Pfingsten 2016 in dem Forum startete, hat Sill schon gezeigt, wie das gehen kann. Heraus kam eine Liste mit 54 Wünschen, die Hennigsdorf in den Augen der Bürger ein bisschen lebenswerter machen würden – von einem zweiten Bolzplatz in Hennigsdorf-Nord über einen dichteren Bustakt nach Nieder Neuendorf bis zum Wunsch, dass beim Stadtfest nicht schon um Mitternacht die Lichter ausgehen. Allesamt Wünsche, die die Politik sonst nie erreicht hätten, weil keiner der Nutzer eine Stadtverordnetenversammlung oder Ausschüsse besucht oder sich an die Verwaltung gewandt hat. Die Fraktionen von SPD, Grünen und CDU luden Sill und andere Nutzer des Forums zu Gesprächen ein, auch die Linke beschäftigte sich mit den Vorschlägen. Unter anderem veranlassten SPD und Grüne die Verwaltung per Beschluss, zu überprüfen, wo in der Stadt noch Parkbänke fehlen könnten – eine zentrale Forderung der Bürger. Die Hennigsdorfer dürfen nun auch ganz offiziell mitgestalten, vergangenen Dezember entschieden sich die Stadtverordneten für die Einführung eines Bürgerhaushaltes. 100 000 Euro stehen jährlich für Anliegen der Bürger bereit, die Frist zur Einreichung von Ideen und Vorschlägen läuft bis 10. Juli. Die große Auftaktveranstaltung, bei der Einwohner ihre Vorschläge einbringen können, findet am 10. Mai ab 18 Uhr im Bürgerhaus „Alte Feuerwache“ statt. Bis zu 20 000 Euro gibt es pro Projekt, jährlich sollen bei dem vorhandenen Budget also mindestens fünf Vorhaben gefördert werden. „Ohne unsere Facebook-Umfrage hätte es diesen Bürgerhaushalt wahrscheinlich nicht gegeben“, vermutet Dirk Sill.

Auch in Zukunft will er das Forum betreuen, Zeit genug hat der Hennigsdorfer. Seit 1999 hatte der gelernte Holzmechaniker keine feste Arbeit mehr, von ein paar Ein-Euro-Jobs abgesehen. Er würde gerne wieder arbeiten, entweder als Verkäufer oder als Kurier. Doch das größte Hindernis ist Sills Gewicht, er bringt mehr als 200 Kilogramm auf die Waage. In der Jugend kickte er noch als Verteidiger für Motor Hennigsdorf, doch an Sport ist nach zwei Unfällen nicht mehr zu denken. In der kommenden Woche hat Sill nun einen Arzttermin in Berlin, eine Magenverkleinerung soll besprochen werden. „Ich hoffe, dass das klappt“, sagt der Fan des 1.FC Kaiserslautern.

Demnächst will er wieder eine Umfrage im Forum starten, wieder soll es um Verbesserungsvorschläge für die Stadt gehen. Mittlerweile lesen auch immer mehr Stadtverordnete im Forum mit, weil sie Mitglied der Gruppe sind. Unter anderem sind das Udo Buchholz, Michael Mertke oder Patrick Krüger von der SPD-Fraktion oder Jan Gieseler und Anja Friedrich von der Linken-Fraktion. Auch Thomas Günther, Bürgermeisterkandidat der SPD, ist im Forum aktiv. Dirk Sill hofft, dass die Gruppe weiter wächst. „Je größer wir werden“, so der Administrator, „desto mehr Gewicht bekommen wir.“

Von Marco Paetzel

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