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Gemeinsam feiern vor dem Schloss

Musikfestival für Toleranz und Weltoffenheit in Oranienburg Gemeinsam feiern vor dem Schloss

Mit einem Musikfestival setzten Künstler in Oranienburg ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit. Auf dem Schlossplatz feierten Oranienburger und Flüchtlinge gemeinsam.

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Auf dem Schlossplatz trafen sich alte und junge, neue und alteingesessene Oranienburger, um miteinander zu feiern.

Quelle: Ulrike Gawande

Oranienburg. „Refugees welcome“ Weithin sichtbar prangt das Logo, das ohne viele Worte Flüchtlinge willkommen heißen soll, auf dem Pullover der Zehlendorferin Helga Henrichs: „Gerade jetzt muss man Gesicht zeigen für Toleranz sowie gegen rechte Gewalt und Rassismus.“ Mit dem Bürgerfest „Das Festival. Oranienburg ist anders, weltoffen , bunt“ (MAZ berichtete), das am Samstag mehrere hundert Menschen trotz frostiger Temperaturen , mit einem siebenstündigen Musikprogramm von sechs Bands, unterbrochen von politischen Diskussionen, auf den Schlossplatz lockte, sei das gelungen. „Musik verbindet, das Fest macht Spaß und die Atmosphäre hilft den Menschen, miteinander ins Gespräch zu kommen“, lobt Henrichs, die sich immer wieder für Flüchtlinge engagiert, die Arbeit der Organisatoren.

Nur mehr Besucher, hätte sie sich gewünscht. Das findet auch Pauline Schmidt, die während einer Projektwoche am Runge-Gymnasium auf die Willkommensinitiative in Oranienburg aufmerksam geworden ist. Zusammen mit Freundin Laureen half sie nun beim Aufbau des Bürgerfestes. „Man hört so viel Schlechtes zum Thema Flüchtlinge, und da wollte ich etwas über die Hintergründe erfahren.“ Beide haben sich Gedanken gemacht, wie es wäre, wenn sie von ähnlichen Problemen betroffen wären. Wie es wäre, das eigene Land zu verlassen?

Manchmal fühle er sich einsam, er vermisse seine Kinder, seine Familie, erzählt Thomas Ndifon. Der Lehnitzer kam vor zehn Monaten aus Kamerun nach Deutschland. Mittlerweile spricht er so gut Deutsch, dass die Sprachstufe C1, die er braucht, um seine geplante Logistikausbildung zu beginnen, in greifbare Nähe gerückt ist. „40 Prozent meiner Deutschkenntnisse habe ich in der Bibliothek gelernt“, berichtet der junge Mann bescheiden, aber dankbar, den dort tätigen, überaus hilfsbereiten Mitarbeiterinnen gegenüber. Die Stadtbibliothek sei sein Lieblingsplatz geworden. Dort könne man lernen, so Ndifon, und habe eine Rückzugsmöglichkeit, die in der Gemeinschaftsunterkunft in Lehnitz aufgrund der Enge fehlen würde. Dafür habe er dort viele Freunde, mit denen er nach dem Kirchgang am Sonntag oder nach dem Fußballspiel zusammen koche. „Wir spielen auch gegen ein Polizeiteam, die uns Trikots und Schuhe geschenkt haben,“ erzählt der begeisterte Jogger.

Das Bürgerfest sei auch ein guter Platz zum gegenseitigen Kennenlernen für neue und alteingesessene Oranienburger sowie eine gute Möglichkeit, die Sprache zu trainieren. Noch besser hätte er es gefunden, früher von dem Fest zu erfahren, so Ndifon, dann hätte man sich auch mit einer Band am Musikprogramm beteiligen können.

So aber gibt es im breiten kulinarischen Angebot des Bürgerfestes, neben Spezialitäten aus Syrien, und Eritrea, auch Beignets, süße Hefeteilchen aus Kamerun. Aus Dank für die Unterstützung durch die Initiativen, von Flüchtlingen für die Besucher zubereitet.

Von Ulrike Gawande

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