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Oberhavel „Genossin Rosi“ kommt
Lokales Oberhavel „Genossin Rosi“ kommt
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14:05 21.06.2018
Die Crew auf dem Theaterschiff: Ein Ensemble aus Schauspielern, Regisseuren und Autoren . Insgesamt 20 Akteure in wechselnder Besetzung. Quelle: Dominik Brauch
Oranienburg

Es ist zwölf Meter lang und 4,5 Meter breit, das „Traumschüff“, das am Montag auf dem Oranienburger Kanal hinterm Oranienwerk an der Kremmener Straße festmachen wird. An Deck eine 20-köpfige Crew in wechselnder Besetzung aus Schauspielern, Autoren, Regisseuren und Helfern, die Theater auf die Planken bringen. Das Publikum schaut dabei vom Ufer aus zu. Und eine Premiere haben sie auch noch im Gepäck.

Das „Traumschüff“ war bereits 2017 in Oranienburg vor Anker gegangen. Damals am Bollwerk. Auf der Kiebitzberg-Werft in Havelberg gebaut, ist es erst am 28. Juli letzten Jahres getauft worden. Auf den Namen „Genossin Rosi“. Rosi, so hieß die engagierte Oma der Autorin Nikola Schmidt. Zusammen mit dem Schauspieler David Schellenberg aus Berlin, der die Idee hatte, Theater aufs Wasser und damit ins Brandenburger Land und zu seinen Menschen zu bringen, bildet sie den Vorstand der Genossenschaft der Theaterleute. Doch die Oma starb, bevor das Schiff in See stechen konnte. Sie bat um Geld fürs Theaterschiff statt Blumen zur Beerdigung. Das Anfangskapital war da, seither trägt das Schiff ihren Namen ehrenhalber.

Viele tausend Euro hat der Katamaran mit Sportbootzulassung gekostet. Zur Finanzierung beigetragen haben die Bauhaus Uni Weimar mit dem Schiffsoberbau, eine Crowdfunding-Aktion, die Werft und auch viele Ehrenamtliche. „Und wir haben einen privaten Kredit aufgenommen“, so Sophia Sorge. Die 24-Jährige aus Halle studiert an der Humboldt-Uni Kulturwissenschaft. Als Autorin bei der Unizeitung traf sie auf Nikola Schmidt, die mehrere Texte für die Bühnenstücke allein oder im Team mit anderen verfasst hat. Zusammen beantragten sie erste Fördergelder für Projekte und bekamen in diesem Jahr auch einen Obolus von der Stadt Oranienburg.

Waren sie 2017 zwischen Havelberg und Berlin auf dem Wasser, so führt sie ihre Theaterreise 2018 von Havelberg über Premnitz, Rathenow, Plaue und Brieselang ab Montag, 25. Juni, für eine Woche nach Oranienburg. „Ziel ist es, nicht nur das Theater aus der Großstadt ins Umland zu bringen, sondern auch die Themen, die die Menschen beschäftigen, auf die Bühne. Shakespeare spielen wir also nicht“, sagt Sophia Sorge.

Am Freitag, 29. Juni, ab 19 Uhr erlebt das Live-Hörspiel „Treue Hände – Oranienburg“ seine Premiere. Nikola Schmidt hat es als Hörtheater mit Musik aufgebaut. Tausende verloren nach der Wiedervereinigung ihre Arbeit. Das Stück baut auf Interviews auf mit den Menschen, die im Kaltwalzwerk gearbeitet habe, es geleitet oder besetzt hielten. Dargestellt auf durchaus unterhaltsame Weise.

Sophia Sorge freut sich über jeden, der vorbeikommt, Platz nimmt, zuhört, dem einstündigen Spiel folgt. Auch schon bei „Seemannsgarn und Schmalzstulle“ – beides gibt es auf der Tour an jedem Anlaufpunkt zum Kennenlernen. Eintritt gibt es prinzipiell nicht, „aber wir sind ein professionelles Theater. Irgendwann wollen wir unsere Genossenschaftsmitglieder fair bezahlen. Noch ist vieles ehrenamtlich“. Wer wenig hat, kann wenig geben, wer viel hat, sollte mehr spenden, bittet sie.

Die Tournee 2018, die das „Traumschüff“ mit 70 Veranstaltungen an 15 Orte am Wasser führt, geht im September in Havelberg zu Ende. Der erste Geburtstag von „Genossin Rosi“ wird vom 1. bis 5. August in Köpenick und Rummelsburg gefeiert. Dort sind alle bisher aufgeführten Stücke zu sehen.

Von Heike Bergt

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