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Naturpark ohne Gentechnik

Initiative in Menz will Bauern an einen Tisch bringen Naturpark ohne Gentechnik

Knapp 40000 Hektar des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land sind seit 2006 gentechnikfreie Zone. 22 Vertreter aus Landwirtschaft, Fischerei, Forstwirtschaft und Kirche erklärten im Jahr der großen Genmaisdebatte freiwillig ihren Verzicht. Bis auf zwei Akteure sind noch alle dabei.

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Seit 2006 ist ein Teil des Naturparks Stechlin-Ruppiner Land gentechnikfrei.

Menz. Sieben Jahre nach der Gründung möchte das Bündnis wieder ein Lebenszeichen setzen und lädt für 10. Januar zu einer Informationsveranstaltung in die Menzer Regionalwerkstatt ein. Zentrales Thema wird der Lupinenanbau sowie dessen Verwertung in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern sein. "Wir haben uns vorgenommen, die Arbeit wieder zu intensivieren", sagt der Mitbegründer der Initiative, Heiko Strobel.

Durch das Anbauverbot für Genmais in Deutschland sei die Bedrohung mehr oder weniger gebannt gewesen, neue Vorstöße der Industrie könnten Landwirte aber schon bald wieder vor die Frage stellen, ob sich der Anbau gentechnisch veränderter Organismen für sie lohnt. "Wir möchten rechtzeitig alternative Antworten geben", betont Strobel. Insbesondere auf die Frage, welchen Gegenentwurf es zum Import von Gen-Soja in der Futterindustrie gibt. Der Anbau von Eiweißpflanzen in Deutschland soll stärker gefördert werden. Welche Vermarktungs-, Verwertungs- und Absatzmöglichkeiten es beispielsweise für die Blaue Süßlupine gibt, wird die Geschäftsführerin der Prolupin GmbH, Kathrin Petersen, mit Landwirten in Menz diskutieren.

Vor allem bei der Vermarktung stoßen Bauern an ihre Grenzen, erklärt Friedemann Karl. Der Geschäftsführer der Agrar GmbH Sonnenberg und Chef des Kreisbauernverbandes Oberhavel weiß um die Hoffnungen, die auf dem Lupinenanbau ruhen. "Da gibt es seit Jahren viele Versuche", so Karl. Allerdings gestalte sich der Anbau in der Region schwierig. Nicht überall seien die Standortbedingungen günstig. Auch die Vermarktung sei alles andere als ein Selbstläufer, weshalb viele Landwirte auf andere Strategien setzen. Gen-Mais war für den Agrar-Chef zuletzt kein Thema. Nicht nur wegen des Verbots. Karl sagt, er sei der Überzeugung, der Maiszünsler als größter Schädling lasse sich auf natürlichem Weg unter Kontrolle bringen. "Wenn ich als Landwirt mit der Fruchtfolge arbeite und die Stoppeln kurz schlage, und im Idealfall tun das meine Nachbarn auch, sodass der Schädling dort nicht überwintern kann, dann kann ich die Plage auch ohne Gen-Mais eindämmen", erklärt Karl.

Dass der Naturpark selbst bei einer Freigabe gentechnisch veränderter Sorten nicht in Gänze bedroht wäre, liegt laut Projektleiter Mario Schrumpf an der Struktur des Großschutzgebietes. "Die Situation ist einerseits begünstigt durch den hohen Waldanteil im Naturpark. Zum anderen gehört die Kirche zu den größten Landbesitzern im Schutzgebiet", so Schrumpf. Und die Kirche ist Mitglied in der Initiative, weshalb in den Pachtverträgen für Kirchenland seit 2006 ausdrücklich auf das Anbauverbot für gentechnisch veränderte Organismen hingewiesen wird, wie Pfarrer Mathias Wolf bestätigt.

Heiko Strobel hat trotz dieser guten Voraussetzungen die Hoffnung, dass sich weitere Akteure, aber auch die Gemeinden der Selbstverpflichtung anschließen. Die Grenzen der gentechnikfreien Region Stechlin-Ruppiner Land reichten immerhin weit über den Naturpark hinaus. Das Gebiet umfasst rund 140000 Hektar.

Von Cindy Lüderitz

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