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Germendorfer Firmen beinahe ein Bein gestellt

Wirtschaft in Oranienburg Germendorfer Firmen beinahe ein Bein gestellt

Das ging gerade noch mal gut. Beinahe hätte der Ortsbeirat von Germendorf die positive Entwicklung im Gewerbegebiet Veltener Straße gestoppt. Dabei war die Sache nur gut gemeint, alte und überflüssige Planungen sollten bereinigt werden. Doch dann hätten sich ansässige Betriebe nicht erweitern können. Der Ortsvorsteher zog noch die Notbremse.

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Wenn bei der Firma „raiss“ Baustoffe verladen werden, geht’s auch mal laut zu.

Quelle: Foto: Andrea Kathert

Oranienburg/Germendorf. Das war knapp. Noch rechtzeitig vor der Abstimmung im Bauausschuss der Stadt zog Germendorfs Ortsvorsteher Olaf Bendin eine Beschussvorlage zurück, die sich um das Gewerbegebiet Veltener Straße dreht. Mit einem vollkommen neuen B-Plan, der die Rückstufung des Industriegebietes in ein „einfaches“ Gewerbegebiet zur Folge hat, wollte der Ortsbeirat die Dinge an der Veltener Straße neu ordnen. Allerdings hätten dann auch bereits ansässige Betriebe ihre Investitions- und Erweiterungspläne begraben können. „Wir sind damals wohl übers Ziel hinausgeschossen“, sagte Olaf Bendin. Der Ortsbeirat hätte eine Fehleinschätzung vorgenommen. „Ich hoffe auf Ihre Nachsicht“, wandte sich Bendin an die Ausschussmitglieder. Die hatten Nachsicht mit dem Germendorfer Ortsbeirat und zogen den Beschluss zurück.

Die Firma „raiss“ Baustoffe und Natursteine gehört zu den Unternehmen, denen der neue B-Plan geschadet hätte. Die Firma will sich auf ihrem Gelände an der Veltener Straße 29 erweitern. In einem Gewerbegebiet dürfte „raiss“ aber nur wenig Lärm machen. Das ist kompliziert, wenn zum Beispiel ständig poltenderweise Plaster­steine verladen werden. Niederlassungsleiter Harald Klinger verfolgte die Sitzung des Bauausschusses deshalb gespannt. Und verließ erleichtert den Saal, als die Abstimmung durch war.

Teilweise war das Ansinnen des Ortsbeirates trotzdem richtig und soll nun wenigstens in einem Punkt weiter verfolgt werden. Denn noch immer liegt über dem Gebiet der Vorhaben- und Erschließungsplan Nummer 1 (VEP) , den 1995 die Firma Konkel & Sohn oHG aufstellen ließ. Mit Hilfe des VEP sollten sich Industrie- und Gewerbebetriebe ansiedeln, die sich mit Baustoffrecycling wie der Aufbereitung von Kiesen und Sanden befassen. Die Firma Konkel & Sohn meldete Konkurs an, die Grundstücke wurden verkauft. Was jedoch Bestand hat, sind die Vorschriften über die Nutzung des Gebietes. Doch weder die Firma „raiss“, noch der benachbarte Spediteur Klink und schon gar nicht Steinmetzmeister Ömür Güldas möchten Baustoffe recyceln. Die drei Geschäftsleute wollen eigentlich auf ihren Grundstücken nur neue Hallen errichten. Aber das dürfen sie im Moment eben auch nicht. Aus diesem guten Grunde sollte und soll nun auch weiterhin der VEP Nr. 1 aufgehoben werden. Der Ortsbeirat von Germendorf wollte allerdings gleich richtig „reinemachen“. Denn im Gewerbegebiet Veltener Straße existieren zwei weitere und auch gültige Bebauungspläne. In einem Abwasch sollten alle drei Planwerke durch einen einzigen neuen B-Plan ersetzt werden. Allerdings mit der fatalen Folge, dass dann viele bestehende Betriebe in den Gebieten 3 und 4 in ihrer Existenz gefährdet worden wären. Nicht ohne Grund haben sich die Unternehmen ausgerechnet in einem Industriegebiet angesiedelt, wo sie nicht stören. Unter Umständen hätten sich die Betriebe gegen die Herunterstufung des Industrie- auf ein Gewerbegebiet mit rechtlichen Mitteln gewährt. Auf die Stadt wäre eine Klageflut zugekommen. Ganz zu schweigen davon,dass besagter neuer B-Plan mindestens 150 000 Euro gekostet hätte. Nun bleiben die gültigen B-Pläne 3 und 4 bestehen. Nur der VEP 1 soll weiter gekippt werden. „Ich freue mich, dass Sie sich noch mal besonnen haben“, sagte Baustadtrat Frank Oltersdorf.

Alle Pläne unter einem Hut

Im Industrie- und Gewerbegebiet Veltener Straße in Germendorf existieren mehrere verbindliche Planwerke.

Das ist zum einen der Vorhaben- und Erschließungsplan Nr.1 der Firma Konkel & Sohn oHG aus dem Jahre 1995. Darin ist geregelt, dass sich Industriebetriebe für Baustoffrecycling ansiedeln sollen. Die Firma Konkel & Sohn ist insolvent, die Grundstücke sind verkauft. Der VEP sollte aufgehoben werden.

Zum anderen existieren die gültigen B-Pläne Nr. 3 „Gewerbegebiet Am Kalksandsteinwerk“ und Nr.4 „Ehemaliges Heinkelwerk West“.

Der Ortsbeirat befürchtete nach der Aufhebung des VEP einen städtebaulichen Wildwuchs bei der Neuansiedlung von Betrieben. Um eine geordnete Entwicklung zu erreichen, sollte ein einziger neuer B-Plan für ein Gewerbegebiet aufgestellt werden.

 

Von Andrea Kathert

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