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Oberhavel „Wir gehen rein, wo andere rausgehen“
Lokales Oberhavel „Wir gehen rein, wo andere rausgehen“
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23:29 17.02.2019
Die Mitglieder der Kinder- und Jugendwehr begrüßten die Gäste der Veranstaltung stimmungsvoll mit Fackellicht. Quelle: Robert Roeske
Germendorf

So eine Jahreshauptversammlung kann einen langen Atem abverlangen, bündelt sie doch naturgemäß eine Menge Informationen und Zahlen. Alles andere als dröge und langweilig ging es indes am Sonnabend in der Germendorfer Schulsporthalle zu, als die Freiwillige Feuerwehr des Ortes dort zu ihrem jährlichen Pflichttermin rief.

Volles Haus, viel Lob, aber auch Kritik

Gekommen war vom Minilöschzug bis zur Alters- und Ehrenabteilung nicht nur die gesamte Wehr. Auch zahlreiche Germendorfer und Vertreter aus der Kommunalpolitik strömten in die festlich ausstaffierte Halle, um der Bilanz des Jahres 2018 zu lauschen. Die brachte neben Jugendwart Maik Fittig sowie den gerade einmal achtjährigen Löschzwergen Johanna und Marlon stellvertretend für den Minilöschzug insbesondere Ortswehrführer Cornel Gratz launig, aber dennoch bestimmt und nicht ohne kritische Worte in Richtung der anwesenden Politiker zu Gehör. Dass die Germendorfer Feuerwehrwache aus allen Nähten platzt, ist kein Geheimnis. „50 Kameraden haben wir derzeit in unserer Aktivwehr. Mehr können wir nicht aufnehmen, uns fehlen schlichtweg Platz und Ausrüstung“, berichtete der 39-Jährige. Vor allem die Situation um die Ausrüstung seiner Leute lässt dem rührigen Wehrführer keine Ruhe. „Es kann nicht sein, dass wir im Schnitt ein Jahr warten müssen, bis Kameraden eine Ausrüstung erhalten“, legte er den Finger in die Wunde. „Am Ehrenamt zu sparen, dafür habe ich kein Verständnis. Wir sind diejenigen, die da reingehen, wo andere rausgehen. Die ihr Leben riskieren, und all dies ehrenamtlich tun.“ Die Nachricht sei angekommen, versicherten der Landtagsabgeordnete Björn Lüttmann (SPD) sowie die Vorsitzenden der Stadtverordneten-Fraktionen von CDU und SPD, Nicole Walter-Mundt und Dirk Blettermann, unisono.

Besonders beschäftigt hat die Germendorfer Aktivwehr im vergangenen Jahr die hohe Zahl an Waldbränden und deren Ausmaße. Neben den Flächenbränden in Kremmen hinterließen insbesondere die Einsätze bei Treuenbrietzen und Fichtenwalde, bei denen die Germendorfer zur Unterstützung ausdrückten, Spuren. „Ich habe schon viel erlebt, aber diese Ausmaße zu sehen, das hat auch mich fassungslos gemacht“, so Cornel Gratz.

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Nachwuchsabteilung ist das größte Gut

Großen Raum nahmen bei der Veranstaltung die kleinsten Löschzwerge, die Kinder- und die Jugendfeuerwehr ein: „Sie sind unser höchstes Gut und unser ganzer Stolz: 95 Mitglieder haben wir hier aktuell. Damit ist jedes dritte Kind aus unserem Ort in der Wehr“, berichtete Cornel Gratz.

Germendorfs Freiwillige Feuerwehr zog bei ihrer Jahreshauptversammlung am Sonnabend, 16. Februar 2019, Bilanz für das Jahr 2018. Dabei gab es viel Lob und Wertschätzung für alle aktiven und engagierten Mitglieder, aber auch klare Worte in Richtung Politik.

Ohne Unterstützung keine freiwillige Feuerwehr

Neben Anerkennung und Wertschätzung für die vielen aktiven Mitglieder nahm einen ebenso wichtigen Teil des Abends auch die lange Liste an Danksagungen ein. Denn: „Ohne Unterstützung könnten wir unseren Job gar nicht machen“, räumte Cornel Gratz unumwunden ein. Seien es die Arbeitgeber, die die Mitglieder der Wehr zum Einsatz eilen lassen, sobald der Pieper losgeht, seien es die Sponsoren oder der Förderverein, die materielle Unterstützung leisten oder die Familienmitglieder, die ihre Lieben gehen lassen, „ohne zu wissen, wann und ob sie zurückkommen. Ihnen allen gebührt unser größter Dank".

Von Nadine Bieneck

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