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Oberhavel Gershwin im Taschenformat
Lokales Oberhavel Gershwin im Taschenformat
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18:31 05.06.2017
„Catfish Row“ spielten in der vollen Dorfkirche (v. l.): Dirk Steglich, Anett Levander und Christian Raake. Quelle: Helge Treichel
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Stolpe

Ist das noch Gershwin? Diese Frage stellte Ulrike Lettow vom Vorbereitungskreis, als sie am Sonnabend die vierte diesjährige Ausgabe der Stolper Abendmusiken anmoderierte. Denn mit „Catfish Row“ präsentierte lediglich ein Trio jene Musik, die für einen deutlich größeren Klangkörper geschrieben wurde. Aber durch die Reduzierung auf das Wesentliche werde eine ganz durchsichtige Musik geschaffen, lautete ihr Fazit. Zudem erklinge das aus ihrer Sicht schönste Instrument – die menschliche Stimme.

Und tatsächlich: „Catfish Row“ – übrigens ein Hafenviertel in Charlestons und Schauplatz der Oper „Porgy and Bess“ – reduzierte George Gershwins pralle Orchesterarrangements und Klavierakkorde auf eine Stimme und zwei Holzbläser. Genauer: die in der Kirchenakustik wunderbar „brummige“ Bassklarinette von Dirk Steglich und das ebenso raumfüllende Saxophon und wahlweise auch die Querflöte von Christian Raake, der die Musik quasi für das „Taschenformat“ arrangiert hatte. Ja und Anett Levander nutzte ihre Stimme eben nicht nur zum Singen, sondern vermochte damit im vielfach adaptierten Wiegenlied „Summertime“ zum Beispiel ebenso ein beeindruckendes Trompetensolo hinzulegen. Sehr gelungen!

Das Trio in Aktion. Quelle: Helge Treichel

Darüber hinaus führte die Sängerin durch das Konzertprogramm und erläuterte dabei charmant die drei Kategorien der Liebe, die darin und natürlich bei Gershwin zum Ausdruck kommen. Das sind die Suche nach dem richtigen Partner, das himmelhoch jauchzende Glück, ihn gefunden zu haben, aber auch der Moment, in dem einem all die Unzulänglichkeiten bewusst werden und man den einstmals Geliebten wieder loswerden möchte. All diese Stimmungen vermochte Anett Levander glaubwürdig darzustellen. Als Sopranstimme Bess, aber eben auch im Duett mit sich selbst als Rauschgifthändler Sportin’ Life – im Original eine Tenorstimme. Es ist die Szene, in welcher der Ganove die junge Frau mit nach New York nimmt, wo der verliebte Porgy sie später suchen wird. Um es gleich deutlich zu sagen: Auch dieses Experiment gelingt der Künstlerin mit Hilfe einer Art Vogelscheuche, die einen guten Eindruck von der Originalszene vermittelt.

Anett Levander übernimmt den Part von ihr (Bess) und ihm (Sportin’ Life). Quelle: Helge Treichel

Anett Levander ist es auch, die den Handlungsfaden erklärt, Anekdoten aus dem Leben des Komponisten als Sohn jüdischer Einwanderer aus Russland erzählt und sogar auf die Instrumente und ihre Spielweise eingeht. Durch ihre Leistung und die Fähigkeiten ihrer musikalischen Begleiter wurde des Konzert ganz und gar zu einem vollwertigen Gershwin-Abend. Die nächste Abendmusik erklingt am 17. Juni.

Das Publikum lauscht. Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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