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Oberhavel Gespräche am Stammtisch
Lokales Oberhavel Gespräche am Stammtisch
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17:33 06.07.2017
Die MAZ hatte am Dienstagabend zu lockeren Gesprächen am Stammtisch eingeladen. Etwa zwei Stunden lang gab es viel zu erzählen. Quelle: Fotos: Enrico Kugler
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Liebenwalde

Die Schar derer, die am Dienstagabend im WIR-Restaurant am Mühlensee am Stammtisch der Märkischen Allgemeinen Platz genommen hatten, hätte nicht bunter sein können. Und die Themen, die von den 16 Gästen angesprochen wurden, nicht vielfältiger. Jeder brachte seine eigenen Ideen, seine speziellen Sorgen, kritische und lobende Worte an. Aber eines hatten die Menschen am Stammtisch alle gemeinsam. Sie leben gerne in Liebenwalde und den Ortsteilen, die dazu gehören. Sie wollen etwas verbessern für ihre Stadt und machten viele Vorschläge dazu.

16 Gäste waren gekommen. Redaktionsleiter Sebastian Morgner (2. v. l.) hatte auch viel zu erklären. Das Interesse, wie die Redakteure bei der MAZ arbeiten war groß. Quelle: Enrico Kugler

Die MAZ wird wohl in den nächsten Tagen viel zu tun haben, um alles aufzugreifen und zu vertiefen.

Zum Beispiel das Thema Oberschule, die 2006 geschlossen worden war. Damals hatte es nur noch 78 Schüler gegeben. Mandy ­Stirnemann-Mattern, die Vorsitzende des Schulfördervereins, würde sich nichts mehr wünschen, als dass die Liebenwalder Kinder nicht nach Zehdenick, Löwenberg oder sonst wohin für den Unterricht ab der siebten Klasse fahren müssten. „Deshalb ziehen auch Familien weg aus Liebenwalde“, sagte sie. „Und damit fehlt uns natürlich auch in anderen Bereichen und Vereinen der Nachwuchs“, unterstrich Horst Giese, Ortsvorsteher von Liebenwalde. „Einmal zu, immer zu“, wurde den Liebenwaldern gesagt. „Dabei haben wir die nötigen Schülerzahlen“, meint Giese. Und die Schule ist noch nicht entwidmet, wird momentan viel fremdgenutzt.

Es wurde nicht nur ernsthaft und lautstark debattiert, es gab auch was zu lachen. Quelle: Enrico Kugler

Das Thema Schule greift auch in das Problem der Mobilität ein. Außer Busse gibt es keine öffentlichen Verkehrsmittel mehr. Die Heidekrautbahn ist gekappt worden. Den Strang zwischen Liebenwalde und Wensickendorf wieder zu betreiben, wäre der Wunsch vieler Menschen. Die dann auch die Nähe zu Berlin und die Kulturangebote besser nutzen könnten. Ganz zu schweigen von den besseren Möglichkeiten für Arbeitnehmer.

Viele Anregungen und Ideen kamen an diesem Abend auf den Tisch. Quelle: Enrico Kugler

Nicht weniger beschäftigt die Liebenwalder auch das Schicksal der alten Mühle, die vor ihren Augen immer mehr zur Ruine verfällt. „Ich bedauere sehr, dass dieses wundervolle Gebäude aus dem 19. Jahrhundert so aussieht“ sagte Wolfgang Janisch. „So was kann heute keiner mehr bauen.“ Und das Haus könnte man so gut als Stätte für Bildung und Kultur nutzen. Gerhard Steger aus Neuholland regte an, die Städtepartnerschaften von Liebenwalde zu beleuchten. Ihm sei gar nicht klar, ob die noch aktiv sind. Ellen Luckmann lebt jetzt wieder in Emilienfelde und berichtete von Problemen mit ihrer Zuwegung. Auch die Ortsgruppe der Volkssolidarität, die ihr Domizil in der Hammerallee 1 nicht mehr nutzen kann, war großes Thema. Brigitte Ludwig aus Kreuzbruch war darüber sehr erbost. Sie gehört zur Sportgruppe der Volkssolidarität, die sich nicht mehr wie gewohnt in den alten Räumen treffen kann. Um diese Themen kümmert sich die MAZ.

An dem Abend fing die MAZ einige Stimmen ein und befragte jeden der Gäste, was ihr größter Wunsch für Liebenwalde und Ihren Heimatort wäre. So fielen die Antworten aus:

Mandy Stirnemann-Mattern: „Wenn ich einen Wunsch für Liebenwalde hätte, dann wäre mein größter Traum eine Schule bis zur zehnten Klasse, damit unsere Kinder nicht wie jetzt, sonst wohin fahren müssen.“

Willi Fechner: „Mein Wunsch ist, wenn ein Hinweis aus Liebenwalde kommt, dass die Journalisten dann hierher kommen und recherchieren.“


Sigrid Schuch: „Ich freue mich, dass ich jeden Morgen um 5 Uhr meine Märkische Allgemeine im Briefkasten habe. Ein großes Lob an die Zusteller. So wünsche ich mir das weiter.“


Matthäus Monz: „Ich finde, wir sollten nicht nur Negatives ansprechen, sondern auch schauen, was haben wir Schönes hier und wo liegen unsere Ressourcen.“

Klaus Hintze: „Ich wünsche mir, dass die Verantwortlichen, die Abgeordneten und der TAV Liebenwalde die Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichts anerkennen, und Abwasserbeiträge zurückzahlen.“

Angelika Paedelt: „Ich wünsche mir, dass die Stadt mehr selbst entscheiden darf und wir nicht vom Kreis geblockt werden.“

Irina Hentzschel:„Ich wünsche mir ganz viel Optimismus für alle Leute, die in Liebenwalde etwas bewegen wollen.“

Anett Krüger: „Ich finde den öffentlichen Nahverkehr ganz wichtig, einschließlich Bahn und Bus. Denn es ist schwierig, aus den Ortsteilen zum Einkaufen zu kommen. Ich wünschte, da würde sich etwas verbessern.“

Siegfried Mattner:„Wir haben gerade eine riesige Chance, um unsere Stadt zu entwickeln. Und nicht nur in Richtung Tourismus. Diese Chance sollten wir nutzen und in die Hände der Liebenwalder legen.“

Gerhard Steger: „Ich wünsche mir, dass arbeitsmäßige Schwerpunkte gesetzt werden. Damit Menschen zu uns kommen und junge Familien herziehen können. Und nicht nur Touristen uns besuchen.“

Horst Giese:„Ich wünsche mir ganz einfach, dass jemand von der Märkischen Allgemeinen zur Ortsbeiratssitzung kommt.“

Ralf Landorff: „Ich wünsche mir mehr Geselligkeit in Liebenwalde, dass mehr Leute mitmachen. Und dass sie fragen und sagen, was kann ich für die Allgemeinheit tun.“


Wolfgang Janisch:„Ich wünsche mir, dass die alte Mühle in Liebenwalde irgendwann mal eine Begegnungsstätte wird und nicht immer mehr eine Ruine.“

Ellen Luckmann: „Ich möchte gern Jung und Alt zusammenbringen, damit die Kinder auch wissen, wie schön es in Liebenwalde ist. Ich wünsche mir, dass die Älteren ihr Wissen an die Jüngeren weitergeben können.“

Tomir Ludwig:„Ich wünsche mir, dass in Kreuzbruch der Bahnhof für die Heidekrautbahn wieder aktiviert wird. Denn jetzt ist es so: Ohne Auto komme ich nicht an Brot ran.“

Brigitte Ludwig: „Mir ist wichtig, dass die Verantwortlichen in der Stadt daran denken, dass sie auch mal älter werden. Und dass in den Ortsteilen auch noch Leute leben, die etwas brauchen. “

Von Andrea Kathert

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