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Oberhavel Gespräche gegen die Unsicherheit
Lokales Oberhavel Gespräche gegen die Unsicherheit
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00:26 11.11.2015
Fast jeden Tag in der Woche steht ab jetzt das Café Welcome in der Schmalfußstraße 6 für Asylbewerber und Schildower offen. Quelle: Björn Bethe
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Schildow

Die begrüßen zu können, die eine „ungewisse Zukunft vor sich haben und jetzt unsere Gäste sind“, freue ihn. Und es freute Harald Grimm wirklich, das war ihm bei der Eröffnung des „Café Welcome“ am vergangenen Sonnabendnachmittag in Schildow deutlich anzumerken. Als Mitglied des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe entstand das Café in der Schmalfußstraße 6 in Schildow in kurzer Zeit vor allem auf seinen Einsatz hin.

Mit 60 Asylbewerbern, die meisten von ihnen aus Syrien, einige aus Afghanistan und Eritrea, ist die Notunterkunft in der Gemeinde im Mühlenbecker Land belegt. Viele von ihnen sind aus dem Erstaufnahmelager in Eisenhüttenstadt nach Schildow gekommen. Die ersten trafen am 22. Oktober ein. Seitdem kümmern sich die Mitglieder des Arbeitskreises Flüchtlingshilfe und stehen den vorerst heimatlosen Menschen zur Seite. Neben dem Café, welches künftig montags und dienstags von 15 bis 17 Uhr, donnerstags und freitags von 10 bis 12 Uhr und samstags und sonntags von 15 bis 17 und 18 bis 20 Uhr geöffnet hat, spiegelt sich diese Hilfe vor allem in Deutschkursen und Freizeitangeboten wider. Gerade der Unterricht wird gut angenommen, berichtet Harald Grimm. Vier Kurse gibt es, in jedem sitzen zehn Gäste drei mal zwei Stunden pro Woche zusammen und lernen. Da nicht immer ein Dolmetscher dabei sein kann, hat das auch für die Lehrer ihre Vorteile: während sie Deutsch lehren, lernen sie etwas syrisch. Und etwas zu lernen, kann nie schaden.

Dieser Meinung ist auch Ayham Salam. Er dolmetscht oft zwischen Arabern und Deutschen, besonders oft im Mühlenbecker Land und da er in Schildow ansässig ist, natürlich auch am Sonnabend bei der Eröffnung des Café Welcome. Und es gibt eine Menge, was die Menschen lernen müssten, schmunzelt er. Seit 45 Jahren lebt Salam bereits hier, zunächst in Westberlin, dann im wiedervereinigten Deutschland und seit vielen Jahren in Schildow. Zuvor verbrachte er während des Studiums etliche Semester in England und in Frankreich. „Ich denke, kleine Runden von Syrern und Deutschen, um sich auszutauschen und wo beide Seiten die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen, würden viele Unsicherheiten beseitigen“, betonte Salam. Themen könnten so banale Sachen wie Pünktlichkeit sein. Hierzulande nicht nur Zier, sondern Pflicht. In Syrien nimmt man es mit der Uhr – wie übrigens in allen Ländern rund um das Mittelmeer – nicht allzu genau. Kopftuch, Glaube, Mann und Frau – die Liste der Themen für solche Abende ließe sich beliebig erweitern. Für diesen Zweck würde sich das neue Café Welcome natürlich direkt anbieten. So ähnlich dachte auch Bürgermeister Filippo Smaldino-Stattaus. Er hatte zur Eröffnung den ersten ehrenamtlichen Dienst hinter dem Tresen des Cafés übernommen. „Und weitere werden folgen“, versprach das Gemeindeoberhaupt. Denn: „Ich empfinde unsere Gäste als kulturelle Bereicherung und was wir voneinander lernen können, kann nur zur Stärkung des Gemeinwesens beitragen“.

Smaldino-Stattaus ist natürlich nicht der einzige ehrenamtliche Helfer des Arbeitskreises, betonte Café-Initiator Harald Grimm. Rund 200 Köpfe zählt das Netzwerk bereits – und wächst weiter. Genau wie die Zahl der Ideen, die noch umgesetzt werden sollen.

Von Björn Bethe

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