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Oberhavel Gewaltandrohung und gelöschte Fotos
Lokales Oberhavel Gewaltandrohung und gelöschte Fotos
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02:15 22.06.2017
Der Bürgermeisterkandidat der Linken, Enrico Rossius,
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Oranienburg

Es steht Meinung gegen Meinung, was da am Sonntagnachmittag am Rande des Drachenbootrennens beim Stadtfest an der Havel passiert ist. Da habe „alles im Boot gesessen, was die NPD in Oberhavel zu bieten hat“, sagt Enrico Rossius (Linke), Bürgermeisterkandidat in Oranienburg. Er habe deshalb vom Boot und der Besatzung „Übersichtsaufnahmen“ gemacht, später vom Camp der Fahrer des Teams „Projekt Habula – Furor Teutonicus“. „Sechs Neonazis um den Veltener NPDler Robert Wolinski sind dann auf mich zugekommen, haben mich umringt und unter Gewaltandrohung verlangt, die Fotos zu löschen.“ Parallel dazu habe er die Polizei alarmiert, so Rossius. Auf dem Weg zur Siegerehrung habe die Polizei dann Wolinski aus dem Team geholt und eine Anzeige wegen Nötigung aufgenommen. Enrico Rossius kritisiert, „das es scheinbar für einen solch martialisch auftretendes Team ein Leichtes ist, ein Camp auf dem Stadtfest aufzuschlagen“. Er will das mit der TKO als Mitveranstalter auswerten.

Robert Wolinski erklärte, er habe Rossius nicht mit Gewalt gedroht, sondern nur mahnende Worte an ihn gerichtet und deutlich gemacht, dass er die Fotos zu löschen habe. Wolinski habe es gestört, dass etwa zehn Kinder im Alter von 10 bis 16 Jahren sowie Frauen von Enrico Rossius fotografiert wurden. „Ich bin hingegangen und habe gesagt, dass wir das nicht möchten.“ Um ihn selbst sei es Wolinski nicht gegangen, er sei eine Person des öffentlichen Lebens. „Es ging mir um die Kinder, die vielleicht demnächst mal eine Lehre anfangen wollen und sich noch gar keine politische Meinung gebildet haben.“ Solche Fotos würden ins Internet hochgeladen, verbreitet und die Personen dann diffamiert, das habe Wolinski verhindern wollen. Die Teilnahme des Teams am Rennen habe keinen politischen Hintergrund gehabt, etwa 75 Prozent der Teilnehmer im Boot hätten keinen politischen Bezug gehabt. Wolinski sei das einzige NPD-Mitglied im Boot gewesen. Und das auch nur, weil er für jemanden habe einspringen müssen. „Es war für uns einfach eine Gaudi.“

Mona Schröder, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der TKO, und am Wochenende vor Ort, bedauert diesen Vorfall. Es habe aber zu keiner Zeit politische Parolen gegeben. „Die sind nach unserer Festordnung verboten und werden mit einem Platzverweis geahndet.“ Besagtes Team sei nicht auffällig geworden, vielleicht ihre Shirts. Sie bedauert, dass dieser Vorfall einen Schatten auf das Drachenbootevent wirft. Vor allem, weil es mehr als 60 Teams zusammenbrachte „junge und ältere, Geflüchtete und Menschen mit Handicap, Leute mit sportlichem Anspruch und die, die einfach Spaß haben wollten und das Rennen einen absolut integrativen Charakter hatte“, so Mona Schröder.

Von Heike Bergt

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