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Oberhavel Gewinner sind am Ende alle
Lokales Oberhavel Gewinner sind am Ende alle
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00:33 26.03.2018
Zooloretto ist angesagt. Alex findet das Spiel gut. „Das ist schon cool“, sagt der Zehnjährige. Quelle: Enrico Kugler
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Liebenwalde

Es ist schon ein recht ungewöhnliches Bild, wenn sich elf Kinder voller Eifer über ein Brettspiel beugen, verschmitzt zum Nachbarn schielen und überlegen wie sie weiterkommen. Jeden Mittwoch treffen sich die „Spielbretthelden“ aus der zweiten bis vierten Klasse. Und mittendrin sitzt Sascha El Khatib. Er erklärt die Regeln, hilft den richtigen Weg zu finden und muss manchmal das Temperament der Kinder ein wenig drosseln. „Ich bin ein leidenschaftlicher Gesellschaftsspieler“, sagt der 40-Jährige von sich. Dieses Mal spielt er selbst mit. Dass es ihm viel Vergnügen bereitet, ist nicht zu übersehen.

Uralte Idee verwirklicht

Vor zwei Jahren hielten der selbstständige Grafikdesigner und seine Frau Ausschau nach einem Häuschen im Grünen. Sie wollten weg aus Berlin. „Ich habe Ruhe und Inspiration gesucht.“ Liebenwalde, das sei doch so ein schöner Name. „In den muss man sich gleich verlieben“, meint er. „Mir gefällt es unglaublich gut hier.“

Sascha El Khatib (l.) leitet die AG Brettspielhelden. Quelle: Enrico Kugler

Und das gilt auch für seine Frau und Töchterchen Zoe. Als Zoe zur Schule kam, „hatte ich den Eindruck, hier gibt es zu wenig AGs.“ Durch Vorruhestand und Schwangerschaft war die Lehrerriege dezimiert. „Die Spielbretthelden sind eine uralte Idee von mir.“ Und die hat El Khatib nun mit Beginn des Schuljahres in Liebenwalde verwirklicht.

Ganze Regale voller Spiele

Zuhause bei Sascha El Khatib füllen die Gesellschaftsspiele ganze Regale. „Ich habe bestimmt um die Hundert.“ Und der 40-Jährige hat noch lange nicht alle ausprobiert, da gibt es noch viel Potenzial, wie er sagt. Die meisten Spiele, die die Kinder in der AG kennenlernen, bringt er von Zuhause mit. Wenn sie die Regeln verstanden haben, schleppt er das nächste an. Anfangs kamen recht wenige Kinder, dann wurden es immer mehr. „Jetzt hat sich die Spreu vom Weizen getrennt“, sagt der Grafikdesigner. Zwei Stunden hintereinander spielen die Kinder zusammen. Das fordert ihnen Disziplin und Konzentration ab. „Sie sollen auch lernen, die Regeln weiterzugeben.“ Und El Khatibs großer Traum wäre es, wenn sich die Spielbretthelden für die „Die Siedler von Catan“ begeistern können und sie soweit kommen, „dass wir mal zu einer Meisterschaft fahren.“ Aber das sei noch Zukunftsmusik.

Zur Zeit ist Zooloretto angesagt

In dieser Woche ist erst mal Zooloretto angesagt. Jeder hat ein Spielbrett mit einem Tierpark vor sich. „Und wir müssen nun die Gehege mit Tieren voll bekommen“, sagt die neunjährige Charlien. Die meisten Kinder sind schwer begeistert von der AG und von Sascha. „Er ist lustig und bringt immer coole Spiele mit“, sagt Sandra. „Ich finde es schön, wenn wir spielen. Und wird streiten uns fast gar nicht", verrät die achtjährige Romina aus Kreuzbruch. „Sascha ist richtig nett, wir dürfen uns immer Spiele aussuchen, und uns ist nie langweilig“, erzählt die achtjährige Luna aus Liebenwalde. Die Kinder haben schon etliche Spiele ausprobiert. Das Kartenspiel „Die Werwölfe“ oder „Zug um Zug“. Einige Mädchen berichten, dass sie auch schon Schach spielen können. „Dabei bleiben, nicht aussteigen und ehrlich sein, das ist das Wichtigste“, hat der zehnjährige Alex gelernt.

Die Kids sind mit Feuereifer bei der AG Brettspielhelden dabei. Quelle: Enrico Kugler

„Am Anfang hatte ich es mir ein wenig leichter vorgestellt“, meint El Khatib. Das mit dem Ruhigsitzenbleiben klappt nicht immer. „Aber ich sehe die Entwicklung der Kinder, das funktioniert schon gut.“ Er selbst ist nach wie vor begeistert, will die AG unbedingt weitermachen. Und für ihn hat sich sogar schon eine andere Tätigkeit ergeben. „Seit zwei Wochen gebe ich Kunstunterricht an der Schule.“

Von Andrea Kathert

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