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Oberhavel Giftköder: Labrador überlebt nur knapp
Lokales Oberhavel Giftköder: Labrador überlebt nur knapp
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19:56 20.06.2017
Christina Braunes Sohn Johann und Jack kuscheln nach dem Klinikaufenthalt. Der Familienhund braucht noch viel Ruhe. Quelle: Fotos: privat
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Bergfelde

Wut und Entsetzen machen sich in Bergfelde breit. In dem Ortsteil der Stadt Hohen Neuendorf treibt offensichtlich jemand sein Unwesen, der kein Herz für Tiere hat, schon gar nicht für Hunde. Im Gegenteil. Der bislang Unbekannte hat es darauf abgesehen, die Vierbeiner zu vergiften, so dass sie schließlich unter unsäglichen Qualen zugrunde gehen.

Mindestens ein Tier musste bislang mit dem Leben bezahlen, da jemand Giftköder auf Grundstücken rund um den Bahnhof und in der Birkenwerderstraße in Bergfelde ausgelegt.

Labrador Jack hatte Schneckenkorn gefressen

Auch Christina Braunes zweieinhalbjähriger Labrador Jack hat das lebensgefährliche Gift gefressen. Vor knapp zwei Wochen informierte sie der Paketbote, dass ihr Hund außerhalb des Grundstückes sei. Alle Tore waren verschlossen und geöffnet hat Jack diese noch nie. Vermutlich wurde der Vierbeiner rausgelassen. Als Christina Braune ihn wieder reinholte, kam ihr sein Verhalten sofort merkwürdig vor. Später entschied sie sich dann, zum Tierarzt zu fahren. Der schickte die beiden sofort zur Tierklinik nach Tegel.

Bei Jack ging es um Leben und Tod, nachdem er von einem Unbekannten vergiftete Leberwurst zu Fressen bekommen hatte. Quelle: privat

Jacks Zustand verschlechterte sich massiv, es ging um Leben und Tod. Er wurde an den Tropf angeschlossen und musste 60 Kohletabletten nehmen. Als er sich später übergab, wurde festgestellt, dass Jack Leberwurst mit Schneckenkorn gefressen hatte. Schneckenkorn ist ein häufig verwendetes Ungeziefervernichtungsmittel, was Christina Braune nicht in ihrem Garten verwendet. Und auch Leberwurst hatte sie ihrem Hund nicht zu fressen gegeben.

Kohletabletten immer für den Notfall parat

„Das war schrecklich für uns“ erinnert sie sich an die Stunden der Ungewissheit. „Jack gehört schließlich zur Familie und ist allen ans Herz gewachsen, besonders den beiden 12- und 15-jährigen Kindern, die die ganze Nacht um ihren Liebling geweint und gebangt haben. Wie durch ein Wunder schaffte es Jack aus eigener Kraft, das Gift im Körper zu besiegen. Nun wird Jack, der noch ein wenig schwach auf den Beinen ist, von der ganzen Familie wieder aufgepäppelt.

Christina Braune ist vorsichtig geworden. Der Vorgarten ist nun für Jack gesperrt und ihre Kinder dürfen ihn beim Gassi gehen nicht mehr frei laufen lassen. Für den Notfall hat sie daheim ab sofort immer Kohletabletten griffbereit.

Mit Hinweisen an Bäumen werden Hundehalter auf die Gift-Gefahr hingewiesen Quelle: privat

Auf der Suche nach Zeugen fragte Christina Braune überall in der Nachbarschaft herum. Alle Leute, mit denen sie sprach, waren über den Giftanschlag entsetzt, aber niemand hat etwas gesehen. Schließlich erstattete die Hundehalterin Anzeige gegen Unbekannt. Ermittlungen gab es bisher jedoch nicht. „Schlimm, dass die Attacken auf Privatgrundstücken verübt wurden. Beim Gassi gehen bemerkt man eher, wenn der Hund etwas frisst.“, findet Sabine Braun, die Inhaberin der Hundeschule „Labbiland“ in Bergfelde. Diese besuchen auch Christina Braune und ihr Jack regelmäßig. Als Sabine Braun das erste Mal von dem Vorfall hörte, warnte sie sofort auf Facebook alle Hundebesitzer und empfahl ihnen, die Hunde momentan lieber an der Leine zu führen.

Abbruchsignal für den Ernstfall

Von den Geschehnissen ist auch die Hundeschule selbst betroffen: Bevor ein Hund das Gelände betritt, wird dieses jetzt einmal komplett abgesucht. Auch eine Hecke wurde bereits gekürzt um die Suche zu erleichtern. Trotzdem machen sich viele Halter immer noch Sorgen. Ein Besitzer entschied sich sogar dazu, seinen Schützling nicht mehr in die der Hundeschule angeschlossene Pension zu geben.

Um mögliches Fressen von Gift zu vermeiden, lehrt Sabine Braun beim Training ein Abbruchsignal. Es fordert vom Hund sofort mit dem Fressen aufzuhören.

Von Malena Rink

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