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Glienicke Bäcker aus Berufung
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01:13 15.10.2018
Die Hefekuchen und die Roggenmischbrote von Heiko Lorenz sind bei den Stammkunden besonders beliebt. Quelle: Foto: Helge Treichel
Schildow

 Seit 1980 gibt es die Bäckerei von Familie Lorenz an der Hauptstraße 44 (B 96a) in Schildow. Inhaber ist Heiko Lorenz, Bäcker in dritter Generation. Was er backt, ist beliebt bei gebürtigen und zugezogenen Schildowern und Mühlenbeckern gleichermaßen. Kassenschlager ist neben dem Roggenmischbrot der Hefekuchen vom Blech. Ob Butterstreusel oder der gefüllte  Bienenstich – „der ist immer alle“,  sagt der 57-Jährige, der in Glienicke  zu  Hause ist, mit einem zufriedenen Lächeln. „Was, Sie backen noch selbst?“, werde er von Zugezogenen oft erstaunt gefragt.

Den Hefeteig bereitet Heiko Lorenz noch genauso zu wie dereinst sein Opa, der 1937 sein Geschäft eröffnete. „Sonst hebt man sich ja nicht ab. Dann könnten die Leute auch zum Backshop gehen“, sagt er. Das Geheimnis des Geschmacks: „Die Teige und auch Mohn- oder Marzipanfüllungen brauchen Zeit, damit es was wird und sich das volle Aroma entfalten kann – das ist das Handwerk!“ Ja, man müsse auch moderne Sachen anbieten, aber bloße Backmischungen seien seine Sache nicht, so der Inhaber. Er mischt lieber selber.

Seine Lehre absolvierte Lorenz im väterlichen Betrieb, bald darauf auch eine Meisterausbildung. Den Meisterbrief bekam er am 7. Oktober 1988 überreicht, also vor genau 30 Jahren. Dennoch war er zunächst als Geselle tätig. Erst als sein Vater in den Ruhestand ging übernahm er am 1. April 2001 das Geschäft. Seitdem steht er an sechs Tagen in der Woche bereits um kurz nach 23 Uhr in seiner Backstube und bereitet alles vor. Nachtruhe ist von 17 bis 22.45 Uhr. Nur Montag ist Ruhetag. „Bäcker ist kein Beruf, das ist eine Berufung“, sagt Heiko Lorenz stolz.

Zwei Verkäuferinnen, darunter seine Frau Sabrina, und zwei Gesellen gehören zum Lorenz-Team. Einer der Gesellen ist bereits seit 22 Jahren bei ihm. Fünf Lehrlinge hat Lorenz selbst ausgebildet und bis zum  erfolgreichen Abschuss geführt. Doch gab es vor zehn Jahren im Sommer noch einen Stapel mit einem Dutzend Bewerbungen, so sei das Interesse geschwunden. „Da kommt nüscht mehr“, bilanziert Lorenz die vergangenen Jahre.

Das spiegelt sich auch in der eigenen Familie wider: Obwohl er drei Söhne im Alter zwischen 29 und 35 Jahren hat, wird die Familientradition mit ihm irgendwann einmal enden: Keiner wollte dem Vater, Opa und Uropa folgen. Das Hauptproblem sei die Nachtarbeit, weiß Lorenz. Dennoch hofft er darauf, dass er sein Geschäft dereinst an einen jungen Meister übergeben kann. Wer eine neue Bäckerei eröffnet, brauche schließlich erst einmal ein erhebliches Startkapital. Rund 120 000 Euro koste allein der Backofen. Mit weiteren rund 100 000 Euro schlage eine Bäckereieinrichtung zu Buche. Außerdem könnte so ein Standort bewahrt werden, dessen Tradition sehr lange zurückreicht: „Dieses Haus wurde 1897 gebaut, bereits als Bäckerei“, sagt Heiko Lorenz stolz.

Viel Spaß mache ihm das Gespräch mit den Kunden, die Beratung bei Bestellungen. Ich kann zu unseren Produkten und den Inhaltsstoffen Rede und Antwort stehen, sagt Lorenz. Manchmal quatsche er auch gerne. Zu seinen Stammkunden zählt er neben Privatleute die Behindertenwerkstatt in Schönfließ, einen Kindergarten in Blankenfelde und ein Altenheim in Bergfelde.

Seit seinem 50. Lebensjahr geht der Bäckermeister zwei- bis dreimal pro Woche zum Sport – Zirkeltraining. Gleich nach dem Feierabend gegen 10 Uhr vormittags sucht er das Fitnessstudio auf. „Mehr ist nicht drin“, antwortet er auf die Frage nach weiteren Hobbys.

Von Helge Treichel

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