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Glienicke Ende gut, alles gut: Vermisster taucht auf Sportplatz auf
Lokales Oberhavel Glienicke Ende gut, alles gut: Vermisster taucht auf Sportplatz auf
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18:32 05.11.2018
Fabrice Wotepa, sportlicher Leiter des SV Glienicke/Nordbahn, brachte den vermissten Senioren am Sonntagabend letztlich selbst zurück in die Seniorenresidenz in Bergfelde. Quelle: Privat
Glienicke/Bergfelde

Fabrice Wotepa schaltete am Sonntagnachmittag blitzschnell. Als der sportliche Leiter vom SV Glienicke/Nordbahn gegen 17.10 Uhr gerade das Sportgelände in der Glienicker Chaussee abschließen wollte, fiel ihm auf dem angrenzenden Parkplatz ein älterer Mann auf. „Er irrte dort herum und war nur mit Hausschuhen, dünner Hose und einem dünnen, langärmligen Hemd bekleidet. Das kam mir merkwürdig vor. Also habe ich ihn angesprochen und sofort gemerkt, dass der Mann ziemlich verwirrt war. Daraufhin habe ich ihn erst einmal in unser Vereinsheim geholt und ihm eine Jacke gegeben“, berichtet der 32-Jährige.

Wohin gehört der unbekannte Mann?

Anschließend begann für Fabrice Wotepa eine Telefonodyssee, bis das Rätsel um den unbekannten Senioren aufgeklärt war. „Als erstes habe ich den Caterer angerufen, mit dem wir beim SV Glienicke zusammenarbeiten. Er arbeitet auch für das Seniorenheim in Glienicke, gab aber Entwarnung: Dort gab es zu diesem Zeitpunkt keine vermisste Person“, erinnert sich Fabrice Wotepa. „Er gab mir allerdings den Tipp, zum einen in der Kleidung des Mannes nach einem Namenschild zu suchen, da diese in Seniorenheimen oftmals angebracht werden und zum anderen im Seniorenzentrum Elisabeth in Bergfelde anzurufen und dort nachzuhaken, ob jemand vermisst werde.“ Insbesondere der erste Ratschlag entpuppte sich als Volltreffer – wenig später wusste Fabrice Wotepa, mit wem er es zu tun hatte. Im Seniorenheim in Bergfelde erreichte der 32-Jährige indes niemanden telefonisch, so dass er schließlich die Polizei darüber informierte, einen mutmaßlich vermissten Heimbewohner gefunden zu haben.

Polizeibeamte bestätigen den ersten Verdacht

Die Beamten meldeten sich nach bereits wenigen Minuten bei dem Glienicker und bestätigten seinen Verdacht. Ja, der Mann sei nahezu zeitgleich bei der Polizei vom Seniorenzentrum in Bergfelde vermisst gemeldet worden, man wolle ein Einsatzfahrzeug vorbeischicken, um ihn abzuholen. Umso erstaunter war Fabrice Wotepa, als er 20 Minuten später einen erneuten Anruf der Polizei erhielt, „in dem mich die Beamten fragten, ob ich die Möglichkeit habe, den Mann selbst ins Heim zurückzubringen, da keine Einsatzfahrzeuge dafür zur Verfügung stehen würden.“

Fabrice Wotepa bringt den Vermissten schließlich selbst zurück in die Unterkunft

Der 32-Jährige setzte den Senioren schließlich in sein Auto und brachte ihn in die knapp fünf Kilometer entfernte Unterkunft in der Herthastraße im Hohen Neuendorfer Ortsteil Bergfelde. „Das war kein Problem für mich, aber gewundert habe ich mich schon über die Aussage der Polizei“, sagt Fabrice Wotepa. Grundsätzlich gebe es im Falle vermisster Personen zwei Möglichkeiten, erklärt Polizeipressesprecherin Ariane Feierbach auf MAZ-Nachfrage. „Wird die Person aufgefunden und es liegt ein medizinischer Notfall vor, alarmieren wir umgehend einen Rettungswagen und veranlassen alles Weitere. Liegt kein medizinischer Notfall vor, ist in der Regel die entsprechende Einrichtung dafür verantwortlich, den Schutzbefohlenen zurück in die Unterkunft zu bringen.“ Ariane Feierbach gibt jedoch ebenfalls zu bedenken, „dass es in jedem Fall auch zu individuellen Einzelfallentscheidungen kommen kann“.

Die Aussage im Fall des vermissten Senioren sei unglücklich getroffen. So habe es am Sonntagnachmittag keinen Großeinsatz oder dergleichen gegeben, der alle Einsatzwagen gebunden hätte. Im Falle des Falles sei es auch dann immer noch möglich, Unterstützung beispielsweise aus anderen Landkreisen oder bei der Bundespolizei anzufordern.

Überschwänglicher Dank von den Angehörigen

Im Seniorenzentrum wurde Fabrice Wotepa am Sonntagabend – gegen 18.40 Uhr kam er dort mit dem Vermissten an – dann von den Familienangehörigen des Senioren in Empfang genommen. Sie waren zwischenzeitlich ebenfalls vor Ort eingetroffen und bedankten sich überschwänglich für die Hilfe des 32-Jährigen. „Für mich war das selbstverständlich. Ich würde das auch immer wieder machen.“

Eine Stellungnahme seitens des Seniorenzentrums zum Fall des Vermissten war am Montag indes nicht möglich.

Von Nadine Bieneck

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