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Glienicke Glienicker fährt mit Trabi und Schwalbe durch Europa
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05:49 12.03.2019
Lino Haselhorst tourt mit seiner Schwalbe durch Europa Quelle: Matthias Jankowiak
Glienicke

Mit einer Schwalbe, Baujahr 1982, durch Europa zu fahren, das klingt erst einmal nach Abenteuer. War es für den 23-jährigen Lino Haselhorst aus Glienicke auch – inklusive Schnee im Gebirge, bei Regen abgesoffenem Zelt und Reparaturen an seiner Simson. Doch für den ausgebildeten Fotografen sollte die Tour mehr sein: Er war auf der Suche nach dem Ursprungsgedanken Europas und wollte unterwegs viele Menschen treffen, um deren Blick von Europa zu erfahren.

Lino Haselhorst tourt mit seiner Schwalbe durch Europa Quelle: Matthias Jankowiak

„Auslöser war der Brexit. An dem Tag saß ich schockiert vor dem Fernseher“, erinnert er sich. „Was passiert hier eigentlich“, dachte er sich und beschloss auf Tour zu gehen. „Ich wollte erfahren, wie andere junge Leute das wahrnehmen, die Stimmung aufnehmen.“ Und wie kommt man mit Menschen besser in Kontakt, als mit einem außergewöhnlichen Fortbewegungsmittel. Er besann sich seiner Simson. Ein perfekter Türöffner. Sogar an den Tankstellen wurde er auf sie angesprochen. „Es ist ein entschleunigtes Reisen. Ich war in den Bergen so langsam, dass Google Maps den Stau hinter mir angezeigt hat. Man nimmt die Welt anders wahr, man riecht und spürt, dass man lebt.“

Lino Haselhorst tourt mit seiner Schwalbe durch Europa Quelle: Detlev Scheerbarth

Vier Monate war er dafür im vergangenen Jahr unterwegs. In zwei Alukoffern hatte er nur das Nötigste. „Man braucht so wenig, ich hatte alles dabei.“ Er übernachtete im Zelt oder Hostel. Bis der Schnee seine Weiterreise in den Alpen stoppte. Seine Begegnungen – „Es waren viele und alle sehr besonders!“ – hielt er in Bild und Ton fest. Anfangs zeichnete er sie mit der Kamera auf, berichtet Haselhorst. Darauf habe er aber schnell verzichtet, da die Menschen sich vor der Kamera verstellten; auf Kritik verzichteten. Haselhorst sieht sich als moderner Geschichtensammler. Mit den Ergebnissen seiner Reise will er später Vorträge in Schulen oder an Unis halten. Eine Ausstellung oder ein Buch seien auch denkbar.

Lino Haselhorst aus Glienicke mit seinem Trabi Quelle: Ulrike Gawande

In den nächsten Tagen will er nun wieder los, um am geplanten Tag des EU-Austritts am 29. März vor Ort in Großbritannien zu sein. „Den Reisepass habe ich schon beantragt.“ Von England soll es dann über Nordirland, Irland nach Frankreich und zur Europawahl im Mai nach Brüssel gehen. Anschließend stehen Italien und Osteuropa auf dem Reiseplan des Glienickers, mit Abschluss von der Schweitzer-Schule Hennigsdorf. Doch dieses Mal ist Haselhorst mit einem Trabi-Kombi, passanderweise Baujahr 1989, unterwegs. „Mein Projekt heißt ’im2takt’, da standen nur noch ein Barkas oder ein Trabi zur Wahl, wenn man geschützter unterwegs sein will als mit der Schwalbe.“ Der Trabant ist wie die Simson in europäischem Blau lackiert, inklusive der markanten Europa-Sterne. Aber ein Solarpanel auf dem Dach und ein Bett im Auto erlauben es dem jungen Fotografen, der freiberuflich arbeitet, nun auch unterwegs weiter für seine Auftraggeber tätig zu sein; um Geld zu verdienen, denn die Reise finanziert er selbst.

Lino Haselhorst tourt mit seiner Schwalbe durch Europa Quelle: Matthias Jankowiak

Zudem sei diese Freiheit, überall in Europa arbeiten zu können, auch ein Vorteil des Staatenbundes, so Haselhorst. Offene Grenzen und eine einheitliche Währung nannten hingegen seine Begegnungen als wichtigste Vorzüge für Europa. Dabei sei es mehr, so der Glienicker, eine Kultur, eine Wertegemeinschaft, eine Freihandelszone und auch eine offene Gesellschaft. Doch viele junge Leute bereisen eher die Welt als Europa, hat er bemerkt. „Sie sind mit Europa aufgewachsen, für sie ist es selbstverständlich, sie setzen sich nicht mit Europa ausein­ander. Das ist die Gefahr.“

Weitere Informationen und der Reiseblog: www.im2takt.de

Von Ulrike Gawande

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