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Glienicke Katrin Schrader hat ein Herz für Kultur
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07:04 13.03.2019
Seit ihrem Ruhestand unterrichtet Katrin Schrader (3.v.r.) Deutsch an der Akademie in Berlin und pflegt guten Kontakt zu ihren Schülern. Quelle: privat
Glienicke

Ihren Beruf als Lehrerin, erst an der Schule in Glienicke, nach deren Schließung in Mühlenbeck, hat Katrin Schrader immer mit Leidenschaft ausgeübt. Doch ein Stückchen ihres Traumes, Dramaturgie zu studieren und im Fernsehen oder Theater zu arbeiten, den erfüllte sie sich mit ihren Hobbys: Zum einen mit der von ihr an der Schule gegründeten Musicalgruppe und zum anderen mit dem „Kulturverein Glienicke“, dessen Vorsitzende sie schon seit vielen Jahre ist.

Katrin Schrader aus Glienicke Quelle: privat

Ins Leben gerufen wurde der Verein nach der Wende, um das Kulturhaus der Gemeinde vor dem Verfall zu bewahren. Das misslang zwar, das Gebäude verfiel, wurde 2001 abgerissen und dort steht jetzt der „Sonnengarten“, aber seitdem hat Glienicke einen Kulturverein, der mittlerweile hunderte Veranstaltungen auf die Beine gestellt hat.

Das Bürgerhaus Glienicke Quelle: Ulrike Gawande

Im Bürgerhaus in der Moskauer Straße fand der Verein mithilfe eines Dauermietvertrages eine Heimat. „Wir machen die Kulturarbeit für Glienicke“, so Schrader. Dabei achte man stets auf Qualität. So war der Schauspieler Erwin Geschonnek ebenso zu Gast wie die Schriftsteller Christa Wolf, Stephan Hermlin oder der Lyriker Heinz Kahlau. „Früher gab es festgelegte Reihen“, erinnert sich die Vorsitzende. Heute biete man Konzerte, Lesungen und die Reihe „Die Welt bei uns zu Gast“, die aus den Nationalitätenabenden hervorgegangen ist.

Katrin Schrader (2.v.l.) aus Glienicke Quelle: privat

Diese Abende liegen der ehemaligen Lehrerin besonders am Herzen. Seit ihrem Eintritt in den Ruhestand unterrichtet sie Deutsch als Fremdsprache an der Deutsch-Akademie in Berlin am Alexanderplatz. Dort lernen angehende Studenten, Berufstätige, Ehepartner oder auch Weltreisende. „Sie haben die unterschiedlichesten Motive. In den letzten drei Jahren hatte ich 150 Leute aus 50 Ländern“, berichtet Schrader, die über ihre Erlebnisse das Buch „Mein neues buntes Leben“ geschrieben hat. „Das ist spannend und interessant. Man lernt ohne zu verreisen die Welt kennen.“ Immer wieder sind auch Musiker und andere Künstler unter ihren Schülern.

Edgar und Marie traten im Bürgerhaus auf. Quelle: PicasaPicasa

Mit diesen gestaltet sie dann regelmäßig die Abende „Die Welt bei uns zu Gast“ im Glienicker Bürgerhaus. „Sie sind meine kleine Extra-Familie.“ Doch erwarte die Zuhörer – rund 60 haben im Bürgerhaus Platz – nicht ein klassischer Vortrag, sondern eine Art Interview, in dem die Gäste von ihrem Leben in Deutschland erzählen. „Das ist kurzweiliger.“ Ein weiterer Interviewpartner aus Deutschland berichtet umgekehrt von seinen Erfahrungen in der Ferne. Abgerundet wird der Abend mit landestypischem Essen und Musik.

Auch der Kabarettist Gerald Wolf trat im Bürgerhaus auf. Quelle: Ulrike Gawande

Aus Brasilien kam eine Frau aus der Botschaft, aus Australien ein Opernsänger, eine Geigerin aus Spanien, eine Briefmarkendesignerin aus Litauen und ein Liedermacher aus Italien. Am 23. März steht Argentinien auf dem Plan. „Mein Sohn Till ist dort mehrere Monate durchs Land gezogen und wird erzählen.“ Mora Kirchner hingegen ist Argentinierin, Visual Artist und lebt in Berlin. Durchbrochen wird der Abend von Tango und anderer Musik aus dem südamerikanischen Land, argentinischem Wein und Mate-Tee. „Solche Abende helfen auch, Vorurteile abzubauen.“

Das Seefahrts-Musical „Chimborasso“ (Buch und Regie: Katrin Schrader) der Musicalgruppe Glienicke. Quelle: Ulrike Gawande

Kathrin Schrader selbst liebt es, die Welt zu bereisen. Mit ihrem Lebenspartner fuhr sie auf einem Containerschiff über alle Weltmeere. Jamaika, San Francisco, New York und Hongkong sowie die Fahrten durch den Panama- und Suezkanal haben besonderen Eindruck hinterlassen. Ihre Erlebnisse auf See flossen auch in „Chimborasso“ ein, das sie ihrer Musicalgruppe auf den Leib schrieb.

Das Seefahrts-Musical „Chimborasso“ (Buch und Regie: Katrin Schrader) der Musicalgruppe Glienicke. Quelle: Ulrike Gawande

Und nachdem sie das Musical „One Night on Mississippi“ geschrieben hatte, reiste sie zum Jazzfest nach New Orleans. „Ich hatte das Gefühl, schon dagewesen zu sein“, lacht Schrader. Weihnachten werde die Gruppe auch wieder mit einer dreitätigen Show im Bürgerhaus zu erleben sein, sagt sie.

Kulturverein Glienicke

Im Herbst 1992 gründeten Kulturbegeisterte den Kulturverein in Glienicke, der damals noch den Beinamen „Fun“ (Spaß) trug. Chef war Burghard Drachsel, der den Vorsitz an Katrin Schrader abgab. Die Engagierten wollten das ehemalige KulturhausOlga Benario-Prestes“ retten, das 1969 Ecke Hauptstraße/Märkische Allee eröffnet wurde. Doch wegen Grundstücksstreitigkeiten zerfiel es und wurde 2001 abgerissen. Heute stehen dort Teile des Sonnengartens.

1993 fand der Kulturverein eine Heimat im Bürgerhaus (eine ehemalige Kita) in der Moskauer Straße. Der Verein hat 20 Mitglieder. Anfangs wurden zwischen 16 und 22 Veranstaltungen pro Jahr auf die Beine gestellt. Es gab verschiedene Reihen wie „Kultur im Gespräch“, die „Literarische Stunde“, die Schreibstube „Fröhliche Feder”, immer wieder Ausstellungen oder Open-Air-Konzerte.

Einmal
im Monat warten heute Lesungen, Konzerte, Kabarett oder die Reihe „Die Welt bei uns zu Gast“ auf die Besucher. Nächste Veranstaltungen: Am 23. März „Die Welt bei uns zu Gast: Argentinier in Berlin“, 13. April „Catfish“ mit Blues & Rock`n Roll und 17. Mai französische Chanson. Beginn jeweils um 19 Uhr.

Weitere Informationen: www.kulturverein-glienicke.de

Von Ulrike Gawande

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