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Glienicke Kehrt die Heidekrautbahn zurück?
Lokales Oberhavel Glienicke Kehrt die Heidekrautbahn zurück?
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18:55 30.05.2018
Das ehemalige Bahnhofsgebäude in Liebenwalde steht leer, soll aber noch Eigentum der Stadt sein. Quelle: Bert Wittke
Liebenwalde

Über die Heidekrautbahn zwischen Wensickendorf und Liebenwalde ist Gras gewachsen, viel Gras. Wen wundert’s? Wurde dieser Abschnitt doch bereits vor mehr als 20 Jahren stillgelegt – am 1. Dezember 1997. Die Fahrgastzahlen waren einfach zu gering geworden, um die Bahnlinie noch länger wirtschaftlich betreiben zu können.

Die Bahn nie ganz aus den Augen verloren

Wenn in Liebenwalde inzwischen auch nur noch wenig an die Heidekrautbahn erinnert, so hat die Stadt die gute alte „Ferkeltaxe“, wie sie im Volksmund auch bezeichnet wurde, doch nie ganz aus den Augen verloren.

So sah es aus, wenn die Heidekrautbahn den Bahnhof in Kreuzbruch erreichte. Jetzt erinnert daran nur noch ein Bild auf einem Trafo-Häuschen. Quelle: Bert Wittke

Zudem ist die Kommune Mitglied der Kommunalen Arbeitsgemeinschaft (KAG) „Region Heidekrautbahn“. Dort sind in den letzten Jahren die Anstrengungen um eine Wiederbelebung stillgelegter Streckenabschnitte intensiviert worden. Eine Folge der Entwicklung der Kommunen im Berliner Speckgürtel und einer deutlichen Zunahme des Straßenverkehrs zwischen Berlin und den Umlandgemeinden.

Dass der Südast der Bahn – die Stammstrecke von Schönwalde über Mühlenbeck und Schildow bis nach Berlin Gesundbrunnen – eine Wiederbelebung erfahren soll, scheint sicher. Liebenwaldes Bürgermeister Jörn Lehmann (parteilos) sprach am Dienstagabend im Hauptausschuss diesbezüglich von einem „beschleunigten Verfahren“, mit dessen Hilfe dieser Schienenstrang wiederhergestellt werden soll.

Machbarkeitsstudie im Gespräch

Doch in Liebenwalde blickt man verständlicherweise bis vor die eigene Haustür. Auch dort soll die Heidekrautbahn irgendwann wieder fahren. Deshalb wurde im Hauptausschuss unter anderem über eine Machbarkeitsstudie gesprochen. Sie soll Auskunft darüber geben, ob und unter welchen Bedingungen auch eine Wiederinbetriebnahme des Streckenabschnitts zwischen Wensickendorf und Liebenwalde vorstellbar und möglich ist.

Stadt soll sich mit 7000 Euro beteiligen

Der Niederbarnimer Eisenbahn-AG (NEB), so Liebenwaldes Bürgermeister Jörn Lehmann, liege das Leistungs- und Honorarangebot eines Berliner Büros vor, das eine solche Machbarkeitsstudie erstellen würde. Wenn sich die Stadt Liebenwalde mit 7000 Euro beteilige, wolle die NEB den Auftrag dafür auslösen. 7000 Euro, so das Stadtoberhaupt, wären knapp die Hälfte der Summe, die für die Studie gebraucht werde. „Wir sind zwar der kleinste Aktionär der Niederbarnimer Eisenbahn-AG“, sagte Jörn Lehmann, aber natürlich habe die Stadt ein ganz besonderes Interesse an der Wiederbelebung des Abschnitts bis nach Liebenwalde.

Bestandsaufnahme und Potentialprognose

Innerhalb der Machbarkeitsstudie sollen Daten gesammelt werden, die zum Beispiel Aufschluss über mögliche Ein- und Ausstiege, über Pendlerverflechtungen und bereits existierende Angebote des öffentlichen Personennahverkehrs in der Region und über Entwicklungspotentiale von Kommunen entlang der Strecke geben.

Bei der Bestandsaufnahme wird sich zeigen, dass große Teile des alten Schienenstrangs inzwischen verschwunden sind. Quelle: Bert Wittke

Zudem werde es eine Bestandsaufnahme geben, in deren Verlauf die strukturellen Rahmenbedingungen für eine Wiederinbetriebnahme des Streckenabschnittes geprüft werden. Eine abschließende Potentialprognose soll dann Aufschluss darüber geben, ob tatsächlich eine ausreichende Nachfrage für den untersuchten Streckenabschnitt besteht. Alles münde schließlich in eine Dokumentation. „Wenn wir der Investition zustimmen, löst die Niederbarnimer Eisenbahn-AG den Auftrag für die Machbarkeitsstudie aus“, schloss der Bürgermeister seine erklärenden Ausführungen.

Hauptausschuss einstimmig für die Studie

Die Hauptausschussmitglieder taten dies am Dienstagabend schon mal einstimmig, weil sie in der Studie die große Chance auf eine schnelle Anbindung Liebenwaldes an die Hauptstadt Berlin sehen, was den Pendlerverkehr auf der Straße entlasten könnte. Zudem wittert die Stadt natürlich auch Chancen auf einen weiteren Ausbau des sanften Tourismus in der Region, wenn die Heidekrautbahn wieder bis nach Liebenwalde fährt. Klar ist aber auch, dass eine Menge Geld investiert werden müsste, um den Streckenabschnitt bis Liebenwalde wiederherzustellen. Diesbezüglich sieht Bürgermeister Jörn Lehmann die NEB als Betreiber der Bahn in der Pflicht. Wenn das Land in seiner Verkehrsplanung die Strecke als sinnvoll ansehe und bestelle, müsse die NEB handeln.

Sanierungskosten für Brücken liegen bei Bund und Land

Schwerpunkt bei einer möglichen Sanierung wären zwei Brücken – über den Finowkanal und den Oder-Havel-Kanal.

Alte Eisenbahnbrücke über den Finowkanalalde Quelle: Bert Wittke

Wie der Bürgermeister erläuterte, müssten sich diese Kosten nach dem Eisenbahnkreuzungsgesetz der Bund und das Land teilen.

Bleibt abzuwarten, ob nach dem einstimmigen Votum des Hauptausschusses nun auch eine Mehrheit der Stadtverordneten für das Auslösen der Machbarkeitsstudie stimmt.

Von Bert Wittke

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