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Glienicke Mit Herzblut dem Sport verschrieben
Lokales Oberhavel Glienicke Mit Herzblut dem Sport verschrieben
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16:10 14.02.2019
Seit 49 Jahren ist Sabine Krüger beim SV Glienicke/Nordbahn aktiv und freut sich über jede errungene Trophäe. Quelle: Enrico Kugler
Glienicke

Seit nunmehr 18 Jahren steht beim SV Glienicke/Nordbahn eine Frau an vorderster Stelle, die wie kaum eine andere fest verwurzelt mit dem Sportverein ist. Dabei kam Sabine Krüger eher durch Umwege und eher durch Zufall auf den Chefsessel. „1996 wurde auf einer Mitgliederversammlung beschlossen, dass aus allen damals drei vorhandenen Abteilungen jeweils einer im Vorstand des Gesamtvereines sitzen sollte. Für die Volleyballsektion war ich das dann und vier Jahre später plötzlich nach diversen Rücktritten anderer Vorstandskollegen Vereinsvorsitzende“, erzählt die 58-Jährige schmunzelnd.

Im Verein ist Krüger dagegen schon deutlich länger. „Im kommenden Jahr bin ich 50 Jahre dabei. Habe schon früh mit dem Volleyball angefangen und bin dabeigeblieben.“ Krüger durchlebte auch Zeiten, als der SV Glienicke noch Betriebssportgemeinschaft (BSG) oder Einheit Glienicke hieß. Aus ihrer aktiven Volleyballzeit rührt auch Krügers prägendstes Erlebnis. „Wir haben uns 1987 für die Spartakiade in Leipzig qualifiziert. Das war echt gigantisch und das größte Sportereignis in der DDR. Ich hatte erst kurz vorher meinen zweiten Sohn bekommen und bin noch mit Kinderwagen zum Training gefahren und habe noch während der Trainingseinheiten meinen Sohn gestillt.“ Nach der aktiven sportlichen Laufbahn wurde Sabine Krüger Volleyball-Abteilungsleiterin und im Jahr 2000 dann Vorsitzende des Gesamtvereines, wobei diese Entscheidung erst wenige Minuten vor der Bekanntgabe gefällt wurde. „Es war eigentlich nie mein Bestreben, den Vorsitz zu übernehmen. Aber zur Jahrtausendwende nahmen dann viele ihren Hut aus verschiedensten Gründen und ich wurde von diversen Mitgliedern gebeten, den Vorsitz zu übernehmen. Ich habe lange mit mir gerungen und alles abgewogen und wirklich erst vor Ort und wenige Minuten vor der Versammlung beschlossen, es zu machen.“

Seit 2000 ist Sabine Krüger Vereinsvorsitzendes des SV Glienicke/Nordbahn. Quelle: MAZ-Archiv

19 Jahre später ist Krüger von der Vereinsspitze nicht mehr wegzudenken. Für nicht wenige ist sie das Gesicht des SV Glienicke und noch lange nicht amtsmüde. „Genau kann man es nie sagen, aber ich denke schon, dass ich auch nach der nächsten Wahl 2020 weitermachen würde. Die Leute sagen immer scherzhaft, ich würde auch noch im Rollator alles machen für meinen Verein und haben damit wohl auch nicht ganz so unrecht“, so Krüger schmunzelnd. Allerdings gab es im Jahre 2012 auch mal Gedankenspiele der zweifachen Mutter, den Job als Vereinsvorsitzende aufzugeben. „Ich war einfach zeitlich am Limit, die Aufgaben waren für mich kaum noch zu stemmen. Dann haben wir uns breiter aufgestellt und die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilt.“

Mir Rat und Tat steht die passionierte Volleyballerin Sabine Krüger dem Nachwuchs zur jederzeit zur Verfügung. Quelle: Enrico Kugler

Einen Quantensprung in der Entwicklung des SV Glienicke/Nordbahn sieht Krüger eng mit dem Jahre 1999 verknüpft, als die neue Dreifelderhalle in Glienicke eingeweiht wurde. „Wir sind anschließend fast explodiert, was die Mitgliederzahlen betrifft. Von 120 ging es ganz schnell auf 300.“ Aktuell umfasst der SV Glienicke/Nordbahn neun Abteilungen und knapp 900 Mitglieder. „Mein Traum ist es, die Marke von 1000 Mitgliedern zu knacken. Daran arbeiten wir hart“, so Krüger zur Zielsetzung der kommenden Jahre. Generell ist Krüger stolz auf die Entwicklung ihres Vereines, aber auch auf die eigene.

„Es gab und gibt immer wieder Momente, wo ich extrem glücklich bin über die Entwicklung unseres Vereines. Auch ich selber habe immer versucht, mich zu entwickeln und fortzubilden, besuchte diverse Lehrgänge.“ Ein wichtiger Punkt auf der Entwicklungsstufe war für Krüger auch die Eröffnung des Sportplatzes in der Bieselheide, den sich der SVG mit der Glienicker Fortuna aufteilt. „Es war ein harter und langer Kampf um diesen Sportplatz. Als dieser dann 2010 eröffnet wurde, war das schon ein bewegender Augenblick.“

Die nicht so gerne im Vordergrund agierende Krüger wurde im Herbst des vergangenen Jahres der breiteren Öffentlichkeit bekannt, als es bei der Fußballabteilung drunter und drüber ging, eine nahezu komplette Mannschaft samt Trainerstab den Verein verließ. „Hätte man mich da gefragt, ob ich weitermache, hätte ich sofort Nein gesagt. Das hat mich schon arg beschäftigt. Es wurden Versprechungen eines Sponsors gegenüber den Fußballern getätigt, die wir als Verein nicht mehr halten konnten, nachdem der Sponsor absprang. Das war schon bitter, aber im Sinne des Gesamtvereines haben wir vollkommen richtig gehandelt.“

Für die Zukunft wünscht sich die 58-Jährige vor allem engagierte Mitstreiter, die Zeit und Herzblut investieren. „Wir haben viele tolle Mitstreiter, aber es wird immer schwieriger, Menschen zu finden, die sich diesen doch erheblichen Aufwand ans Bein binden.“

Von Knut Hagedorn

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