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Glienicke Vier Orte, zwei Länder, ein Verkehrskonzept
Lokales Oberhavel Glienicke Vier Orte, zwei Länder, ein Verkehrskonzept
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20:05 08.02.2019
Bei dem Verkehrskonzept geht es um Radfahren, den ÖPNV, den Durchgangsverkehr und Bahnangebote. Quelle: dpa
Glienicke

Um den Verkehrsinfarkt auf Oberhavels Straßen zu verhindern, müssen die Verantwortlichen handeln. Darauf hatte Landrat Ludger Weskamp (SPD) verwiesen, als es um eine Planungsvereinbarung für die zu reaktivierende Stammstrecke der Heidekrautbahn ging. Für die Grenzregion zwischen Berlin und Oberhavel soll nun auch ein übergreifendes und nachhaltiges Verkehrskonzept erstellt werden.

Motor dafür ist der Arbeitskreis Niederbarnimer Fließlandschaft, dem die Gemeinden Glienicke/Nordbahn, Mühlenbecker Land, Hohen Neuendorf und Birkenwerder sowie die Berliner Bezirke Pankow und Reinickendorf angehören. Gemeinsam wollen sie eine Untersuchung auf den Weg bringen, die unter anderem den ständig zunehmenden Pendlerverkehr berücksichtigt, die Nutzung der B 96 optimiert, durch Verkehrsführung die Anwohner der Nebenstraßen vom Verkehr entlastet und den Radverkehr dabei ausreichend fördert und berücksichtigt. Zugleich soll aufgezeigt werden, wie der Umstieg auf den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) erleichtert werden kann.

Kommunales Quartett trifft Vereinbarung

Daher treffen sich die Bürgermeister der genannten vier Oberhavel-Kommunen und die Vertreter des Arbeitskreises am Montag, 11. Februar, um in Glienicke die Vereinbarung zum gemeinsamen Beantragen von Fördermitteln für das interkommunale Verkehrskonzept zu unterzeichnen. Glienicke ist nicht zuletzt deshalb als Ort ausgewählt worden, weil die Nordbahngemeinde die Koordination des Antragsverfahrens übernehmen soll und somit als alleiniger Ansprechpartner gegenüber der Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) fungiert. Mit dem Erarbeiten des Fördermittelantrags ist das Planungsbüro SR – Stadt- und Regionalplanung von Sebastian Rhode beauftragt worden.

Förderung: bis zu 80 Prozent

Für das Konzept sind förderfähige Gesamtkosten von rund 455 000 Euro veranschlagt. Aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung besteht die Möglichkeit einer bis zu 80-prozentigen Förderung. Konkret geht es dabei um die Richtlinie Infrastruktur zum Reduzieren des CO2 -Ausstoßes im Verkehr (Mobilitätsrichtlinie). Höhe des Eigenanteils laut Kostenvoranschlag: Birkenwerder 25 153 Euro, Hohen Neuendorf 16 478 Euro, das Mühlenbecker Land 23 804 Euro und Glienicke 25 564 Euro.

Das über Gemeinde-, Stadt-, Kreis- und Landesgrenzen hinausgehende Verkehrskonzept umfasst mehre Teilkonzepte. Ganz oben steht ein Radverkehrskonzept. Aufbauen auf Bestandsanalyse und Zielzustand soll ein Maßnahmenkatalog erstellt werden. Ausdrücklich umfasst die Aufgabenstellung Radschnellwege. Unter anderem sollen dafür mindestens zwei ortsverbindende Radrouten konzipiert werden. Die ADFC-Ortsgruppe Birkenwerder hat die Pläne in der Sitzung der Gemeindevertretung bereits begrüßt. Es sei gut und wichtig, interkommunale Lösungen zu entwickeln, um Fehlplanungen zu vermeiden und Geld zu sparen.

Managementkonzept für den Durchgangsverkehr

Teil der Planung ist ein Managementkonzept zum Durchgangsverkehr. Der soll erhoben und bewertet werden, um Schlussfolgerungen zu ziehen und Maßnahmen zu entwickeln.

Ein weiteres Teilkonzept trägt den Titel „Umsteigen auf die Bahn“. Es umfasst neben der Bestands- und Auslastungsanalyse eine Befragung sowie eine Park-&-Ride-Potenzialanalyse samt Maßnahmenvorschlägen.

Mängelanalyse für den ÖPNV

Untersucht werden zudem Ergänzungsangebote im ÖPNV. Auf Basis einer Mängelanalyse sollen Ideen für Maßnahmen generiert werden. Darüber hinaus wird ein Pilotprojekt für Carsharing in den Fokus genommen, allerdings nur für Birkenwerder. Es werden Zielgruppen, Betriebsformen und Kosten ermittelt, um ein Konzept für Standorte, Fahrzeuge und flankierende Maßnahmen zu erstellen.

Der Aufgabenkatalog umfasst zudem Maßnahmen zur ganzheitlichen Förderung des Umweltverbunds, zumindest für die Gemeinden Glienicke und Mühlenbecker Land. Ebenso enthalten sind Bürgerbeteiligung, Information und Dokumentation.

Von Helge Treichel

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