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Glienicker Moorstege sind der Hit

Zum Tag der Architektur stand in Glienicke der Planer Rede und Antwort Glienicker Moorstege sind der Hit

Nicht mehr missen möchten die Glienicker Einwohner die Stege, die über die Eichwerder Moorwiesen führen. 250 Meter lang ist der Weg.

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Die neuen Stege über die Eichwerder Moorwiesen sind bei Fußgängern und Radfahrern beliebt.

Quelle: Gawande

Glienicke. Fahrradfahrer, Spaziergänger, Rentnerpäarchen und Familien. Kaum eine Minute bleiben am sonnigen Sonntagnachmittag die Stege aus Robinienholz, die fast im Zick-Zack-Kurs über die Eichwerder Moorwiesen in Glienicke führen, ungenutzt.

Das Urteil der Besucher ist durchweg positiv. Die Kommentare reichen von:„Es ist einfach toll geworden!“ über „Endlich bekommt man keine nassen Füße mehr!“ bis hin zum schlichten „Ist das schön hier!“ Kaum einer der Ausflügler achtet jedoch auf den schlanken Herren im blauen Hemd, der entspannt auf der ersten von vier Aussichtsplattformen steht, und in einem Buch liest. Es ist Frank Protzmann, Landschaftsarchitekt und verantwortlich dafür, dass Glienicker seit März nun trockenen Fusses über ihr Moor, das sich ins Tegeler Fließtal hin entwässert, gelangen können.

Zum landesweiten „Tag der Architektur“ steht der Fachmann Interessierten bei Führungen Rede und Antwort. Er erzählt, dass schon früher ein Natur-Sand-Weg durchs Moor geführt habe, der sei bei Regen jedoch kaum nutzbar gewesen. Der Glienicker Felix Schulz von Endert kann das aus eigener Erfahrung bestätigen: „Das waren immer schon ein beliebtes Hundeauslaufgebiet und Fahrradstrecke. War mal wieder Pfütze an Pfütze, wurde mit Paletten ausgebessert.“

Im Oktober 2014 gab der Bauherr, das NaturSchutzFonds Brandenburg als Eigentümer dieser hier in der Region einmaligen, unzerschnittenen, eiszeitlich geprägten Moorlandschaft, den Auftrag, zwei Meter breite und insgesamt 250 Meter lange Holzwege durch das Moor zu legen. „Wir haben den Wegverlauf dem ehemaligen Postenweg der Berliner Mauer angepasst und vor allem Rücksicht auf den Baumbestand genommen“, erklärt Frank Protzmann die fünfmonatigen Baumaßnahmen. Die reinen Baukosten lagen bei 294 000 Euro. Hinzu kamen Informationstafeln und Ruhebänke, um den Ausblick über das Moor mit seiner eindrucksvollen Flora und Fauna genießen zu können. Vereinzelt geben Gitterroste den Blick auf die Quellen des Moores, das teils bis zu neun Meter mächtig ist, frei. In diesem Frühjahr nur sei der Wasserstand für ein Fließen deutlich zu niedrig, verrät Protzmann.

Zum Architekturtag wollte sich am Sonntag in Glienicke neben den Moorstegen auch das gerade umgebaute Bau-und Standesamt im alten Landarbeiterhäuschen von 1890 neben dem Rathaus präsentieren. Besucher, wie die ehemalige langjährige Leiterin des Standesamtes, Erna Meyer aus Berlin, waren da, nur keine Führung, obwohl es anders angekündigt war. Bedauern auf allen Seiten. Trotzdem gewährte der Hausmeister einen Blick in das sehr modern gehaltene Trauzimmer mit glänzend silbernen Hirschen und Leuchtern, weißen Sesseln und den alten Butzenscheiben als Bild hinter dem Tisch der Standesbeamtin. „Wie aus einem Katalog für modernes Wohnen“, urteilte ein Glienicker anerkennend.

Erna Meyer hingegen wirkte enttäuscht von dem Raum, in dem sich früher die Sparkasse befand. Erinnerte sie sich doch an eine anheimelnde, vertraute Atmosphäre mit riesigem Eichentisch des Bürgermeisters in ihrem Standesamt.

Von Ulrike Gawande

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