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Glitzer gibt es bei ihr nicht

Firma seit 70 Jahren Glitzer gibt es bei ihr nicht

Die Floristin Cornelia Leymann setzt auf Natürlichkeit. Die Firma existiert seit 70 Jahren in Oranienburg. Cornelia Leymann führt sie in der 3. Generation. Männer bestellen etwas Schönes bei ihr zum Hochzeitstag. Firmen bestellen dekorative Pflanzenarrangements. Cornelia Leymann hat den Ehrgeiz, immer etwas Einzigartiges zu schaffen.

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Die Firmenchefin Cornelia Leymann (r.) mit ihrer Mitarbeiterin Gabi Wolff vor dem Blumenpavillon am Friedhof in Oranienburg.

Quelle: Foto: ENRICO KUGLER

Oranienburg. Cornelia Leymann findet, dass ihre Eltern schlau waren. Denn sie und ihr Bruder mussten nie in der elterlichen Gärtnerei in Eden arbeiten. Außer, wenn ihnen das Taschengeld ausgegangen war. Dann konnten sie sich in der Gärtnerei etwas verdienen. So wurde ihnen der Beruf der Eltern nicht verleidet. Beruflich ließen die Eltern den Kindern ebenfalls freie Wahl. Cornelia begann ein Pädagogikstudium. Das brach sie zur Wende ab und verkaufte lieber auf dem Markt in Oranienburg die Blumen aus der elterlichen Gärtnerei. Schnell war ihr klar, dass sie Floristin werden wollte. Aber keine Lehre bei den Eltern. Sie lernte in einem Familienbetrieb in Stuttgart. Denn der süddeutsche Raum hatte die beste Floristik, die Leute gaben Geld dafür aus.

In diesen Tagen wird die Firma Leymann in Oranienburg für Floristik und Friedhofsgärtnerei 70 Jahre alt. Cornelia Leymann (43), die mit Mann und Sohn in Gransee wohnt, führt den Betrieb in der dritten Generation. Der Großvater Fritz Leymann meldete den Betrieb 1945 in Oranienburg an. 1980 übernahmen dann Cornelias Eltern Peter und Christel Leymann und gaben den Staffelstab an die Tochter vor zwei Jahren weiter. Cornelia kaufte den Eltern die Firma ab. Sie lasse sich nicht gerne etwas schenken und wollte sich aus eigener Kraft etwas schaffen, erklärt sie.

Cornelia Leymann hat sich mit ihrer Kreativität einen Ruf erarbeitet. Ob Grabanlagen, Trauerschmuck oder Sträuße mit Schnittblumen _ Cornelia Leymann besticht in ihren Zusammenstellungen durch Natürlichkeit. Sie kauft der Jahreszeit entsprechend ein. Glitzer und gefärbte Blumen lehnt sie ab. „Glitzer ist eine Vergewaltigung der Natur, und dunkelblaue Rosen gibt es nun mal nicht“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich gönne mir meinen persönlichen Geschmack. Der Kunde weiß, wie ich ticke.“ Zu Weihnachten wahrt sie die Tradition und verwendet in ihren Gestecken die Farben rot und weiß.

Laufkundschaft mit ihrem Blumenpavillon und drei Mitarbeiterinnen am Friedhof hat sie nicht. Deshalb setzt sie auf Qualität und Stammkundschaft. Sie baut gerade ein ungewöhnliches Angebot auf und nennt es „Erinnerungsservice“. Insbesondere Männer, denen der Hochzeitstag meist mehr als spät einfällt, können Termine bei ihr hinterlassen. Sie schickt dann vorher eine Kurznachricht per Handy. Diese verpflichtet zu nichts. Doch oft kommt die Antwort: „Können Sie was Schönes anfertigen?“ Firmen bestellen bei ihr dekorative Pflanzenarrangements fürs Büro. Generell werde mehr dekoriert. „Die Leute wollen Stimmigkeit und Einzigartigkeit“, sagt Cornelia Leymann.

Von Marion Bergsdorf

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