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Oberhavel Goethes Lustspielspaß am See
Lokales Oberhavel Goethes Lustspielspaß am See
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09:53 12.07.2016
Die Inszenierungen des Berliner Monbijou-Theaters sind dafür bekannt, Zuschauer zu Akteuren werden zu lassen. Sophie liebt Alcest. Quelle: Ulrike Gawande
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Schwante

„Goethe ist der Deutschen Dichterfürst. Wir fürchten uns vor ihm. Sein komisches Jugendwerk ist deshalb vielleicht lange ein Geheimtipp geblieben.“ Mit diesen Worten wirbt das Schloss Schwante für die Aufführungen von Johann Wolfgang von Goethes Lustspiel „Die Mitschuldigen“, das abwechselnd mit Shakespeares „Lustigen Weibern von Windsor“ sonntags auf der Seebühne als Sommertheater gespielt wird.

Söller spielt mit dem Publikum. Quelle: Ulrike Gawande

Und es ist ein Geheimtipp, doch von Furcht ist bei den Aufführungen nichts zu merken. Spaß, Gelächter und aktuelle Ergänzungen des Originaltextes bestimmen den Abend. Fürchten müssen sich höchstens die Zuschauer in den ersten Reihen.

Gefahr für die Gäste in den ersten Reihen Quelle: Ulrike Gawande

Kommt ihnen der Söller (grandios trinkfreudig gespielt: Claudius von Stolzmann) doch ein wenig nahe, rülpst, klaut sich Bier oder Wein oder fesselt die Damen mit intensivstem Augenkontakt. Oder er liefert sich ein Wettrennen mit dem noblen Alcest (spielfreudig: Jonas Kling), dem Liebhaber seiner Frau, der zwischendurch die Taschen der Besucher kontrolliert. Ist doch sein Schatz aus dem Wirtshaus verschwunden.

Wettrennen am See Quelle: Ulrike Gawande

Es ist eine typische Inszenierung des Berliner Monbijou-Theaters, deren Außenstelle das Schloss Schwante ist. Immer wieder werden die Zuschauer zu Akteuren, nie ist man vor einer Überraschung sicher. „Die Schauspieler haben viel Temperament, das Stück wird nicht einfach runtergespielt“, begeistert sich Karin Laus aus Vehlefanz.

unerkanntes Stelldichein im Zimmer von Alcest Quelle: Ulrike Gawande

Das Engagement der vier Akteure hat auch Hannelore Schrödter aus Berlin beeindruckt. „Engagiertes Spiel“, lobt sie. Es ist ein lauer Sommerabend, die Vögel zwitschern und die Bühne lenkt den Blick auf den See. „Freiluftsommertheater hat eine besondere Atmosphäre“, so Hannelore Schrödter. Lediglich ein wenig mehr Stimmkraft hätte sie sich von der Sophie-Darstellerin Laura Sophia Becker gewünscht.

Alcest und Sophie Quelle: Ulrike gawande

Doch spielerisch weiß Sophie zu überzeugen: Unschuldig, durchtrieben und gierig nach dem Leben. „Bin ich nicht hungrig, so doch auch nicht satt.“ Doch ihr Ehemann der Söller steht einer wiederaufflammenden Liaison mit Alcest im Wege.

Sophies Vater, der Wirt Quelle: Ulrike Gawande

Ein nächtliches Stelldichein in Alcestes Zimmer, zu dem auch Sophies Vater der Wirt (dominant mächtiger Bass: Matthias Horn) und Söller erscheinen, wird zum illustren Höhepunkt des Stückes. Gefolgt von den Abgründen familiären Zusammenhalts. Die heile Welt gerät ins Wanken. Liebe oder Eigennutz, das ist hier die Frage.

Goethe war erst 20, als er die erste Fassung des Lustspiels schrieb und spielte selbst zur Uraufführung 1777 den Alcest, über den Söller am Ende des Stückes verkündet: „Er stahl mir meine Frau und ich ihm sein Geld.“

Söller und das Geld von Alcest Quelle: Ulrike Gawande

Goethes Jugendwerk ist ein Schatz.

Kontakt: Die nächste Aufführung ist am Sonntag, 17. Juli, um 18 Uhr. Tickets gibt es in der Touristeninfo in Schwante oder auf tickets.monbijou-theater.de.

Von Ulrike Gawande

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