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Oberhavel Gold für Cornelia Leymann
Lokales Oberhavel Gold für Cornelia Leymann
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18:00 25.04.2017
Liebt viele Blumenarten – im Frühjahr haben es Cornelia Leymann vor allem französischen Tulpen angetan. Quelle: Heike Bergt
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Oranienburg

Die Rückenschmerzen haben sich gelohnt. Auch das stundenlange, akkurate Pflanzen von 400 Bodendeckern auf engstem Raum. Dazwischen ein buntes Blütenband aus Hornveilchen, Traubenhyazinthen und Schachbrettblumen. Und natürlich ihre Idee, mit der Cornelia Leymann gleich in den ersten Tagen der Internationalen Gartenausstellung IGA Gold geholt hat. Sie hatte sich beworben um die Gestaltung eines der 70 Mustergrabstellen auf dem Ausstellungsgelände in Berlin-Marzahn. Gärtnerkollegen aus dem gesamten Bundesgebiet gingen in die Konkurrenz. Nur zwei davon aus Brandenburg: eine ist Cornelia Leymann.

Vor fünf Jahren hatte die Floristin das Gärtnerei-Unternehmen und den Pavillon von Vater Peter Leymann an der Dr.-Kurt-Schumacher-Straße übernommen und war auch in Sachen Teilnahme an Wettbewerben der Friedhofsgärtner in seine Fußstapfen getreten. Die 44-Jährige hat in Stuttgart Floristin gelernt und auch dort gearbeitet. Eigentlich wollte sie anschließend „durch die Welt tingeln“. Als Floristin könne man sehr gut international arbeiten, sagt die Oranienburgerin, zum Beispiel in den Niederlanden, in der Schweiz, in Dubai oder den USA. Das muss sie nachholen, denn zunächst habe sie der elterliche Betrieb nicht mehr losgelassen. Das bedauere sie aber nicht. Jedes Jahr besucht sie Fortbildungen, denn Floristik und auch Grabgestaltung lebe von neuen Ideen und Kreativität. Beides hat sie auch auf der IGA gefunden: Dort herrsche ein „angenehmes, kollegiales Klima. Man gibt sich unter Kollegen Tipps, kann voneinander profitieren.“

Die Grabstelle mit dem Stein wird dabei jedem Gärtner zugelost. „Ihrer“ ist schwarz, dreiteilig und mit Loch, „eine Art Geheimfach im oberen Teil“. Diese Dreiteilung habe sie bei der Bepflanzung aufgenommen, auch die Schlichtheit des Steins: „Ich wollte das Gesamtbild ruhig und edel.“ Zwischen Streifen aus Kriechspindel als Bodendecker und Wacholder blühen nun Frühlingsblumen. Damit konnte sie punkten: In die Wertung fließe unter anderem ein, wie haltbar die Bepflanzung sich erweist, wie Stein und Grün korrespondieren, ob es Lücken gibt. Vier Wochen vor der Bepflanzung habe sie die grünen Zöglinge schon mal minimal zurecht gestutzt – „mit einer frischen Frisur ist man ja auch meist nicht ganz zufrieden“, vergleicht sie mit einem Schmunzeln. Der frische Austrieb sei dann besonders attraktiv beim Grün. Alles muss stimmen!

Warum sie sich solchen Wettbewerben immer wieder stellt – auch bei der Laga 2009 in Oranienburg gab es Medaillen für die Leymanns? „Es ist stets eine Herausforderung. Ich lerne von den anderen Pflanztechniken oder wie man das Gelände modelliert“, sagt sie. Aktuelle Trends sind zum Bespiel, Hügel auf kleinsten Grabflächen anzulegen und auf unterschiedlichen Höhen zu pflanzen. Auch seien die Farbkombinationen der Pflanzen „eher floristisch bunt“ als gärtnerisch streng. „Früher war es ein Grab, heute eher eine Landschaft. Gärtner sind da sehr innovativ.“ Auch auf der IGA sei im Grabgestaltungsmetier sehr Innovatives zu bewundern: Ein Gärtner aus Süddeutschland habe eine große alte Wurzel aufs Grab gebracht und mit „lebenden Steinen“ besetzt. Er nahm an, damit vermutlich daneben zu liegen. Lag er nicht. Im Gegenteil, die Idee wurde auch mit Gold belohnt.

Der Großteil der Arbeit von Cornelia Leymann bleibt die Floristik. Aber sie arbeite gern auf dem Friedhof. Die körperliche Anstrengung sei Pendant zur filigranen Arbeit mit den Blumen. Die Floristin gestaltet Gräber in vielen Orten Oberhavels. Voraussetzung: „Die Chemie muss zwischen ihr und dem Hinterbliebenen stimmen. Denn jeder Florist habe seinen Stil. Eine absolute Lieblingsblume hat Cornelia Leymann nicht. Sie hat jahreszeitliche Favoriten: im Moment Tulpen, später Pfingstrosen. Im Sommer auch Sonnenblumen, die man jetzt vergeblich in ihrem Geschäft sucht. Nur so könne man sich ja richtig über das Kommenden in der Natur freuen.

Von Heike Bergt

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