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Zukunftsstadt-Wettbewerb: Aus für Gransee

Gransee Zukunftsstadt-Wettbewerb: Aus für Gransee

Ein Jahr lang legten sich die Granseer dafür ins Zeug, beim Bundeswettbewerb „Zukunftsstadt“ Ideen dafür zu entwickeln, wie die Region im Jahre 2030 und danach aussehen, wie man dort leben und sich wohlfühlen könnte. Aber die Kommune wurde für die zweite Runde, die auf der ersten aufgebaut hätte, nicht berücksichtigt.

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Viersprachiges Experiment

J. Miller Stevens (rechts) von der BTU Cottbus war einer der Motoren des Wettbewerbs.

Quelle: FOTO: STEFAN BLUMBERG

Gransee. Die  Nachricht  kam  per E-Mail. Sachlich verfasst. Kein Wort über die 31 Kommunen, die ein Jahr darum gekämpft hatten, im bundesweiten Wettbewerb „Zukunftsstadt“ in die zweite Phase zu kommen. Aufgezählt wurden die 20 Kommunen, die eine Runde weiter sind. Gransee ist nicht dabei.

„Das ist sehr, sehr schade“, sagt Thomas Nagel, der den Prozess von Anfang an mitprägte. Er vertrat das Büro Spath und Nagel (Städtebau und Stadtforschung). Seine erste Reaktion: „Ich hoffe, dass die gemeinsam erarbeiteten Ideen, vor allem die zur besseren – digitalen – Vernetzung der unterschiedlichen Aktivitätsbereiche in Stadt und Region nicht verloren gehen und auch ohne ’Zukunftsstadt’-Zuwendungen in anderen Zusammenhängen weiter verfolgt werden können.“

Das Amt Gransee und Gemeinden war eine der 51 Kommunen, die im Sommer des Vorjahres angetreten war, um Visionen für die Region zu entwickeln. „Lasst uns einfach spinnen", lautete ein prägender Satz bei der ersten Bürgerwerkstatt im September 2015. Das taten die Granseer. In vielen thematischen Fachgesprächen äußerten die Einwohner Ideen, was verbessert werden müsse, kritisierten Dinge, die aus der Welt geschafft werden sollten und waren bereit, die Ärmel für eine lebenswertere Region hochzukrempeln. 200 000 Euro hätte die Kommune bei einem Weiterkommen erhalten. Aber die Expertenjury entschied sich für andere Wettbewerbsteilnehmer.

„Enttäuschung ist dabei. Aber wir haben gewusst, dass wir als kleine Stadt gegen große Mitbewerber antreten. Wer sich unter 51 Kandidaten befindet, kann es auch unter 20 schaffen“, sagt der stellvertretende Amtsdirektor von Gransee und Gemeinden, Manfred Richter. Er koordinierte den Wettbewerb für den einzigen Oberhavelteilnehmer. Der Granseer Bürgermeister Mario Gruschinske kann seine Enttäuschung nicht verbergen. „Wir hatten einen guten Wettbewerb eingereicht. Leider ist das Votum der Jury schwer zu bewerten, zumal uns die anderen Beiträge nicht bekannt sind.“ In die selbe Kerbe haut J. Miller Stevens. Der Professor für Stadtplanung und Städtebau an der BTU Cottbus betrachtete den Wettbewerb für Gransee mit seinen Studenten aus wissenschaftlicher Sicht. „Aus Brandenburg ist nur Finsterwalde weiter. Beim Blick auf die Landkarte dachte ich zuerst, dass der Ort territorial schlechter dran ist und deshalb genommen wurde. Das ist natürlich nur eine Spekulation.“

Manfred Richter glaubt, dass der geforderte breite, umfassende Ansatz umgesetzt wurde. Warum die Kriterien trotzdem nicht erfüllt wurden – darüber zu spekulieren, sei müßig. „Ich glaube trotzdem, dass die bei uns diskutierten Projekte richtig für Gransee sind.“ Deshalb bleibe für ihn eine Menge übrig vom Wettbewerb. „Es gab viele Anregungen, von denen uns eine ganze Reihe weiter beschäftigen werden. Ich denke dabei zum Beispiel an den Geronsee oder die Entwicklung der Spielplätze.“ Beim Geronsee geht es unter anderem um einen Wanderweg, der um den See führt, und um Stellen, an denen man direkt bis zum See kommt. Für Mario Gruschinske ist der Prozess zur Entwicklung der Zukunft ebenfalls nicht beendet. Der habe ja erst begonnen. „Sicher wäre es schön gewesen, wenn wir dies weiter mit Hilfe von Bundesmitteln hätten tun können. Jetzt ist die Frage, wie wir weiter machen.“

In jedem Fall bereit, an der Entwicklung Gransees weiterhin mitzuwirken, ist J. Miller Stevens. „Ich hätte Lust darauf. Wir haben viele Ideen ausgearbeitet. Die sollen nicht verpuffen. Ich finde, in den Ideen und in Gransee steckt viel Potenzial.“

Von Stefan Blumberg

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