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Asylbewerberheim in Gransee bezugsfertig

Einwohner besichtigten Unterkunft Asylbewerberheim in Gransee bezugsfertig

Das Asylbewerberheim in Gransee kann am Montag von den ersten Gästen bezogen werden. Über die Bedingungen informierten sich am Freitag interessierte Granseer bei einem Rundgang. In knapp drei Monaten Bauzeit wurde die Unterkunft fertiggestellt. Der Amtsdirektor findet es gelungen und auch die Willkommensinitiative positiv überrascht. Hier gibt es alle Fakten.

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Matthias Kahl (rechts) führte die Granseer durch die Räume der Gemeinschaftsunterkunft.

Quelle: Uwe Halling

Gransee. Grün und Weiß dominieren. Mit diesen Farben sind die Wände im Asylbewerberheim Gransee gestrichen. Alles ist nigelnagelneu. „Vor einer Stunde haben die Handwerker die letzten Arbeiten verrichtet“, sagte Birgit Lipsky vom Landratsamt gestern Nachmittag. Gemeinsam mit drei Kollegen führte sie etwa 70 Neugierige durch die gerade fertiggestellte Unterkunft. Die Zwei-, Drei- und Vier-Personen-Zimmern sind mit Betten (die Matratzen fehlen noch), Kühlschrank, Schränken (für jeden Bewohner einen) sowie Tisch und Stühlen ausgestattet. Im Waschraum stehen sechs Waschmaschinen, in der Küche mehrere Herde. Toiletten, Duschen, Gemeinschaftsraum, Kinderzimmer sind ebenso berücksichtigt. „Es ist zweckmäßig, freundlich und menschenwürdig eingerichtet“, findet der Granseer Amtsdirektor Frank Stege.

Klaus Pölitz von der Granseer Willkommensinitiative staunte: „Ich hätte nicht gedacht, dass man aus der Baracke so ein Gebäude machen kann.“ Als „recht ordentlich“ stufte Thomas Bechert, Vorsitzender des Schul- und Kitaausschusses, das Heim ein. „Es ist alles neu, aber nichts Besonderes. Schade, dass es nur einen Aufenthaltsraum gibt.“ Von der Resonanz am Freitagnachmittag war Matthias Kahl, Fachbereichsleiter Soziales im Landratsamt, angetan. „Der Zuspruch war gut, die Leute waren aufgeschlossen, niemand hat gemeckert. Wichtig ist, dass wir Transparenz herstellen.“ Am Montag werden die ersten 36 Asylbewerber einziehen.

Aber nicht nur innerhalb des Übergangsheimes werden die „Neuen“ sehr gute Bedingungen vorfinden, auch außerhalb. In Gransee legt sich die Initiative „Willkommen in Gransee“ hervorragend ins Zeug. Am Donnerstagabend wurde in großer Runde darüber informiert, was bisher auf den Weg gebracht worden war. Ines Richter schilderte für die Arbeitsgruppe „Praktische Unterstützung“, welche Erfahrungen die Initiative zum Beispiel beim ersten Kontakt mit Flüchtlingen gemacht hatte. „Wir stehen mit Blümchen vor der Tür und wissen gar nicht, was auf uns zukommt. Aber irgendwie klappt die Verständigung.“ Hilfe beim Einkaufen oder beim Gang zum Arzt seien gern angenommen. 80 bis 100 Fahrräder – seien mittlerweile gespendet worden, sagte Klaus Pölitz von der AG „Fahrradaktivitäten“. „Die Räder müssen flottgemacht werden, denn die Mobilität für die Ankömmlinge ist wichtig.“ Die Siemensschüler und Thommys Fahrradschuppen reparierten schon Räder, andere Jugendliche und möglichst auch Asylbewerber könnten künftig mit anpacken. Am 9. Mai gibt es in Neulögow einen Schraubertag, an dem viele Hände gebraucht werden können.

Sechs bis acht Lehrer würden den ehrenamtlichen Sprachunterricht abdecken, möglichst anderthalb Stunden täglich, so Rose Berger von der AG „Sprachen“. Der Unterricht werde in einem Raum der Superintendentur Gransee in der Schulstraße stattfinden. Insbesondere Marcus Hoffmann kümmert sich um die AG „Öffentlichkeitsarbeit“, er hat gerade die Homepage (www.willkommen-gransee.de) auf Vordermann gebracht. Außerdem waren und sind Mitstreiter der Willkommens-Initiative in Sachen „Spenden“ und „Sonstiges“ (Veranstaltungen Asylmonologe und Asylrecht) sehr agil. Ein Highlight soll „Unser Haus“ werden. Ziel ist, das alte Hospital (Ruppiner Straße 8) bis zum 25. April – für den Tag ist das Willkommensfest geplant – herzurichten. Dazu werden insbesondere am 10., 11. und 12. April viele Hände gebraucht. Uwe Mietrasch von der Willkommensinitiative: „Wir wollen das Gebäude mit Leben füllen und Brücken bauen zwischen Granseern und ihren Gästen.“

FAKTEN ZUM ÜBERGANGSWOHNHEIM

  • In der Gemeinschaftsunterkunft Gransee – im offiziellen Sprachgebrauch des Landkreises heißt es Übergangswohnheim für Asylbewerber – finden 82 Personen Platz.
  • Die Abrissarbeiten am ehemaligen Jobcenter begannen am 17. November 2014.
  • Die erste Baufirma rückte am 5. Januar dieses Jahres an. Die Umbauarbeiten wurden vorzeitig beendet.
  • Der Einzug der ersten Asylbewerber beginnt am Montag, 30. März . An dem Tag werden 36 Personen Zimmer beziehen. Sie kommen aus
    • Albanien (9),
    • Serbien (4),
    • Pakistan (9),
    • Iran (6),
    • Tschad (4) und
    • Syrien (4).
  • Darunter sind vier Kinder und Jugendliche.
  • Am 31. März folgen noch einmal 21 Flüchtlinge aus
    • Albanien (6),
    • Serbien (7),
    • Eritrea (3),
    • Kenia (2),
    • Kamerun (2) und aus dem
    • Kosovo (1).
  • Unter ihnen sind zwei Kinder.
  • Die Unterkunft am Karl-Marx-Platz ist mit Zwei-, Drei- und Vier-Personen-Zimmern ausgestattet. Insgesamt gibt es 31 Zimmer.
  • Die Bauarbeiten an dem Übergangswohnheim koordinierte die Oberhavel-Holding.
  • Die Nettokosten für den Umbau betragen 899.000 Euro. Darin sind die Kosten für den Abriss des alten Gebäudes nicht enthalten.

Von Stefan Blumberg

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