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Oberhavel Mit Odysseus zu neuem Mut
Lokales Oberhavel Mit Odysseus zu neuem Mut
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00:34 27.07.2015
Sehenswert: Eine beeindruckende Außenszene.. Quelle: Uwe Halling
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Gransee

„Alle Fehler sind Gold wert“, sagt Rahel Savoldelli kurz vor Beginn der Generalprobe. Genau wie Krisen sind sie eine Chance. „Gebt so viel Stimme, wie ihr habt.“ Seit sechs Monaten arbeitet die Theaterpädagogin der Projektfabrik Witten in Gransee mit arbeitslosen Männern und Frauen aus der Region an einem griechischen Drama. Thema der Aufführung, die Donnerstagabend im Jobcenter des Landkreises Premiere feierte: die Irrfahrt des Odysseus. Eine zeitlose Geschichte.

Auch die Teilnehmer des Projektes wissen, wie es ist, Umwege gehen zu müssen, wie sich Hoffnungslosigkeit oder Verzweiflung anfühlen. „Jeder hier hat sein Päckchen zu tragen“, sagt Bewerbungsmanagerin Petra Mundhenke vom Bildungswerk der Wirtschaft in Berlin und Brandenburg über die Darsteller. „Längere Arbeitslosigkeit, Schulden, persönliche Krisen. Da gibt es eine ganze Menge.“ Die Probleme sind auf der Bühne nicht weg, aber der Blick darauf und der Blick auf sich selbst, verändern sich.

Teil der Neufindung

Das Theaterprojekt ist Teil der Neufindung. „Odysseus" Christian Stolt sagt von sich selbst, er sei ein Mauerblümchen gewesen, als er zur ersten Probe kam. Dass er ein Talent für das Komische besitzt, sei ihm nicht klar gewesen. Erzählerin Yvonne Stavenow kam beim Sprechen sonst oft ins Stocken, weil ihr die Worte fehlten. „Das geht jetzt viel flüssiger“, sagt sie. Nach etlichen Maßnahmen sei das Theaterprojekt für sie mal was ganz anderes gewesen, wenn auch am Anfang „sehr ungewöhnlich“.

Theaterspielen und Arbeitssuche – für viele war das zunächst ein unvorstellbare Konstellation. „Das soll keine Beschäftigungstherapie sein“, betont Mundhenke. „Es gibt ein Ziel.“ Und das heißt, Perspektiven für das eigene Leben zu entwickeln. Das Spiel auf der Bühne und das Einfühlen in eine Rolle helfen den Akteuren dabei, Talente zu entdecken, sich zu artikulieren, selbstbewusster zu werden und auf andere zuzugehen. „Jeder hat doch seine Irrfahrten. Es geht darum, wieder nach Hause zu kommen, wenn auch über Umwege“, erklärt Yvonne Stavanow.

Bühnendebüt verlangt Ausdauer und Disziplin

Das Bühnendebüt verlangt auch Ausdauer und Disziplin. Christian Schott sagt, er habe „endlich mal was durchgezogen“ und nie gefehlt, weil er motiviert war und das Theaterspielen Spaß gemacht habe. „Anders als beim Bewerbungstraining, wo du acht Stunden vor dem Computer sitzt.“ Es seien zwar auch Teilnehmer abgesprungen, aber unter denen, die sich durchkämpften, hätte sich eine ganz positive Energie entwickelt. Soviel, dass einige daran denken, sich privat zu einer Theatergruppe zu finden und allein ein Stück einzuüben.

Seit zehn Jahren verbindet die Projektfabrik Witten theaterpädagogische Methoden mit klassischem und kreativen Bewerbungsmanagement. Mit Erfolg. Die Vermittlungsquote von Teilnehmern, die auf der Bühne standen, liege bei rund 60 Prozent, sagt Birgit Merunka, Regionalleiterin der Projektfabrik für den Bereich Ost. „Die Verwandlung, die einige hier durchmachen, ist immer wieder verblüffend. Menschen, die vor einem Jahr schüchtern vor mir standen, stehen jetzt wie eine Eins auf der Bühne“. An das Theaterprojekt schließt sich eine Praktikumsphase und mit etwas Glück danach auch eine Beschäftigung an.

„Home sweet Hades“ oder „Die Gran(odys)see“ ist am Sonnabend an selber Stelle noch einmal zu sehen.

Von Cindy Lüderitz

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