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Wunschbilder mit dem Kochlöffel gedruckt

Gransee: Flüchtlinge machen Kunst Wunschbilder mit dem Kochlöffel gedruckt

In einem ungewöhnliches Kunstprojekt haben Zuwanderer vor allem aus Syrien ihre Träume, Ängste und Wünsche in Linoleum verewigt. Die Ausstellung mit den Arbeiten ist seit Sonntag im Hospital Global in Gransee zu sehen.

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Kunst mit dem Kochlöffel: Hassan Asi zeigt, wie es geht.

Quelle: Margot Schöning

Gransee. Die Zuwanderer-Problematik ist das Dauerthema dieser Monate – jeder geht damit anders um. Die Initiative „Willkommen in Gransee“ wirkt beispielgebend. Am Sonntagnachmittag eröffnete sie im Begegnungshaus eine ungewöhnliche Kunstausstellung. Thematisch gegliedert ist die Linolschnitt-Präsentation nach den Hauptanliegen der Flüchtlinge wie Heimat-Haus, Reise-Flucht, Ziel-Erwartungen an Europa. 20 Zuwanderer, vor allem aus Syrien, verewigten ihre Gefühle, ihre Gedanken in den Linolschnitten. Sie haben ihr Zuhause hinter sich gelassen und suchen ein neues, würdevolles Leben in Europa. Somit bekommt Heimat ein anderes Antlitz, das als Bedrohung oder als Chance empfunden werden kann. Die Ausstellung ist ein Versuch, diesen Prozess sichtbar zu machen. Das Künstlerpaar Nora Darwich und Fritz Best, einst in Bergsdorf Zuhause, jetzt in Berlin, standen ihnen zur Seite. Seit Mai 2015 arbeiten sie in zwei Asylbewerberheimen in Berlin-Mitte und in Gransee. Zuerst portraitierten sie die Araber und Kurden, Menschen aus Iran, Afrika und Pakistan. Dann boten sie den Zuwanderern an, selbst ihre soziale, kulturelle und religiöse Herkunft, die Reise oder die Wunschbilder von Deutschland und Europa in Linoleum zu ritzen.

Die Laienkünstler stellten viele Linolschnitte drucktechnisch mit dem hölzernen Kochlöffel als Walze her. Weil das keiner so recht glauben wollte, demonstrierte der 21-jährige Syrer Hassan Asi die ungewöhnliche Technik. Er ist seit fünf Monaten in Deutschland und wurde inzwischen anerkannt. Für größere Druckwerke stellte Künstler Marc Berger eine Presse zur Verfügung. Bewusst stehen die Namen von Hassan, Khaled, Fayes, Nawar, Gandhi, Dania, Ahmad, Khalaf, Omar, Mohammad, Abd el Kader, Sado, Arass, Adam, Suleiman, Ahmad, Francois, Mahmud, Merhan und Lori nicht unter den Drucken. Die Schöpfungen sollen für sich wirken und für die Zuwanderer sprechen. Fritz Best war mit dem Ergebnis der Kunstworkshops zufrieden. Doch es sei noch nicht alles erreicht worden. Er und Nora Darwich möchten auch die Gegner der Zuwanderer mit ins Künstlerboot holen, damit sie ihre Bedenken und ihre Ängste in der Kunst äußern können.

Von Margot Schöning

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