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Gransee begeht 25. Jahrestag der Deutschen Einheit

“Das große Wunder“ Gransee begeht 25. Jahrestag der Deutschen Einheit

In der Granseer St.-Marien-Kirche wurde in der Region das größte Fest zum Tag der deutschen Einheit gefeiert. Insbesondere politische und kirchliche Prominenz aus den Nachbarkommunen gaben sich ein Stelldichein. Dabei war auch der frühere Innenminister Brandenburgs, Jörg Schönbohm.

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Zahlreich kamen die Gäste am Freitagabend in die St.-Marien-Kirche in Gransee – darunter Jörg Schönbohm.

Quelle: Uwe Halling

Gransee. Die „gute Stube“, wie Amtsdirektor Frank Stege die St.-Marien-Kirche am Freitagabend nannte, war so voll wie lange nicht. Der Festakt anlässlich 25 Jahre deutsche Einheit – von Amtsverwaltung und Kirche organisiert – zog viele Besucher an. Ganz sicher auch deshalb, weil mit dem ehemaligen brandenburgischen Innenminister Jörg Schönbohm ein prominenter Redner nach Gransee gelotst wurde. Dabei war erst gar nicht klar, ob er der Bitte nachkommen würde. „Ich hatte einen Schlaganfall. Da fällt mir das Reden nicht so leicht.“ Trotz der Schwierigkeiten nahm er die Herausforderung an – mit Verspätung, da der dichte Verkehr ein pünktliches Erscheinen verhinderte. Den Mauerfall im November 1989 und die Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 bezeichnete der einstige Armeegeneral als „Glücksfall“ in der deutschen Geschichte. Er lobte die Rolle von Helmut Kohl insbesondere Ende der 80er-Jahre. Er erinnerte an die Gespräche zwischen den beiden im Jahre 1988, als wenig für eine Lockerung der Politik gesprochen habe. „Und zwei Jahre später erlebten wir das deutsche Wunder!“ Am denkwürdigen 3. Oktober 1990 wurde er vorm Beginn des offiziellen Feieraktes zur Vereinigung von den Soldaten kontrolliert, musste seinen Ausweis zeigen. „Als ich rausging, hieß es: ‚Keine besonderen Vorkommnisse, Herr General.’ So schnell kann die Einheit gehen.“

Für den Kleinmachnower ist in den vergangenen 25 Jahren noch nicht alles nach Wunsch gelaufen. „Aber die Trennung hielt schließlich 40 Jahre. Wir sollten uns auf unsere Kraft und Fähigkeit besinnen, mit der wir die Einheit in Geduld selbst gestalten können.“

Der Menzer Pfarrer Mathias Wolf – er stammt aus Sachsen – gewährte einen kleinen Einblick in seine Vergangenheit. Er verglich das Zusammenwachsen in Deutschland mit der Ost- und der Westmaus und dass sich die Ostmaus nach der Wende an anderes Futter und neue Fallen gewöhnen musste. Für den einstigen Wehrdienstverweigerer ist nach der Wende vieles einfacher und sicherer geworden. So gebe es kein Klo mehr auf halber Treppe, man brauche kein Visa mehr für eine Reise nach Ungarn. Auch sei es für ihn plötzlich möglich gewesen, eine Freundin in Finnland zu besuchen. Wütend macht ihn heute, dass manche behaupten, in der DDR war alles besser. „Sind die Mütter vergessen, die im Gefängnis saßen, weil sie in ein anderes Land wollten?“ Er erinnerte auch an die jungen Männer, die nicht studieren durften, weil sie nicht drei Jahre zur Armee gingen. In der DDR habe er aber gelernt, kritisch zu sein. „Eine Eigenschaft, die man immer noch gebrauchen kann.“

Für den guten Mix zwischen Reden und Musik sorgten die beiden Hauptorganisatoren des Festaktes. „Ohne unseren Kantor Martin Schubach und den stellvertretenden Amtsdirektor Wolfgang Schwericke hätte es den Abend nicht gegeben“, lobte Frank Stege. Schubach und Marcus Behrens sowie das Streichquartett der Neuen Preußischen Philharmonie gaben dem Abend einen würdevollen musikalischen Rahmen.

Von Stefan Blumberg

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