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Anschluss an der Mitfahrerbank

Fürstenberg Anschluss an der Mitfahrerbank

Am Bahnhof Fürstenberg gibt es jetzt eine Haltestelle für Menschen ohne Auto und Fahrrad. Wer mitgenommen werden möchte, setzt sich auf die Mitfahrerbank und wartet auf eine Mitfahrgelegenheit.

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Hier lässt es sich gemütlich warten: Maria Kriz hat auf der Mitfahrbank am Bahnhof Fürstenberg Platz genommen.

Quelle: Cindy Lüderitz

Fürstenberg. Früher haben Rucksackreisende am Straßenrand den Daumen und ein selbstgemaltes Schild mit dem Fahrziel hochgehalten, für die Kurzstrecke zieht man heute eine Farbkarte und setzt sich auf die Mitfahrerbank – eine moderne Form, um per Anhalter weiterzukommen. Neudeutsch auch als Ridesharing bezeichnet. Das geht jetzt auch vom Bahnhof Fürstenberg aus, wo Reisende bislang auf den Bus warten, ein Taxi nehmen oder zu Fuß weiter laufen.

Die Mitfahrerbank wurde an der Giebelseite des Hauses mit Blickrichtung Parkplatz platziert, so dass Autofahrer gleich sehen, wer mitgenommen werden möchte und wohin es gehen soll. Die Idee setzte die Initiative „Lebendiges Fürstenberg“ gemeinsam mit Bahnhofseigner Tim Lehmann um. „Es gibt schon einige Orte mit Mitfahrbänken. Zum Beispiel im mecklenburgischen Priepert. Nach Fürstenberg passt das auch gut, als Alternative zum ausgedünnten Nahverkehr“, so Lehmann. An der Haltestelle gibt es auch einen Übersichtsplan. Das Liniennetz erstreckt sich über sechs Richtungen, für jede steht eine Farbe: Grün für Neuglobsow, Rot für Großmenow, Blau für Himmelpfort.

Für Lehmann ist die Mitfahrerbörse nicht nur eine weitere Möglichkeit, im ländlichen Raum mobil zu bleiben, sie unterstütze auch den Gedanken des Teilens. Wer in ein anderes Auto einsteigt, muss nicht selber fahren, das spart Abgase und Benzinkosten. „Und die Idee bringt Menschen zusammen“, sagt Lehmann. „Manchmal sind die Dinge einfacher als man denkt. Für die Bank haben wir keine Fördermittel gebraucht und auch keine Forscher und Ingenieure, die das Projekt begleiten“, erklärt der Mobilitätsexperte. Ob sich seit Bestehen der Bank schon Fahrgemeinschaften gebildet haben, weiß Lehmann nicht. Aber immer wieder bleiben Leute dort stehen und interessieren sich für das Konzept.

Die Anschaffungskosten seien überschaubar gewesen. Die Sitzfläche wurde mit ausrangierten Europaletten gebaut, hinzu kamen die Kosten für den Druck des Sitzbezuges. „Alles in allem vielleicht 200 Euro“, so Lehmann. Wie anderes Neue auch, müsse sich die Idee von der Mitfahrerbank noch herumsprechen. „Ich glaube aber schon, dass das angenommen wird.“ Lehmanns Gedanke geht noch weiter. Wenn die Initiative am Bahnhof Nachahmer fände, könnten die Menschen auch von einer Bank zur anderen fahren und Rücktouren wären möglich. „Es funktioniert ja im Grunde mit jeder Bank, die irgendwo steht.“

Von Cindy Lüderitz

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