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Barrierefrei durchs Seenland

Roofenseelauf in Menz Barrierefrei durchs Seenland

Das Ruppiner Reiseland hat sich frühzeitig für Menschen mit Behinderung geöffnet. Seit zehn Jahren gibt es mit Unterstützung des Tourismusverbandes die integrative Sportveranstaltung „25 Kilometer durchs Ruppiner Seenland“.

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Sportler aus allen Teilen Brandenburgs starteten am Sonnabend beim Integrationslauf in Menz.

Quelle: Foto: Uwe Halling

Menz. Auch Bertha bekam nach dem Zieleinlauf eine Medaille um den Hals. Immerhin hatte die Hündin neben Herrchen Dieter Friedrich am Sonnabend den langen Roofenseelauf in Menz anstandslos absolviert. Neben diesem ungewöhnlichen Duo stellten sich rund 150 Läufer, Handbiker, Wanderer, Walker und Radfahrer beim Jubiläum der integrativen Veranstaltung „Aktiv durchs Ruppiner Seenland“ der sportlichen Herausforderung. Die war in Bezug auf das Höhenprofil weitaus anspruchsvoller als das mancher vom Flachland Brandenburg gedacht hätte: es geht auch um Menz teilweise bergauf und bergab. Und querfeldein.

„Es gibt nichts Schöneres als durch Brandenburg zu fahren“, sagte Jörg Tümmel aus Schönbirken bei Lindow. Für den Rollstuhlfahrer ist das Bikerrennen in Stechlin seit zehn Jahren fester Bestandteil. Das erste Rennen veränderte das Leben des heute 53-Jährigen. Damals kam er als Gast, inzwischen lebt er in der Reiseregion und führt seit einigen Jahren eine Ferienpension für Menschen mit und ohne Handicap. Dort bietet er Erlebnisurlaub für Rollstuhlfahrer.

Wenn es um barrierefreien Tourismus geht, sei das Ruppiner Seenland immer noch Vorreiter, sagte Tourismusverbandschef Peter Krause. Andere Regionen holten zwar auf. Die Stärken des Seelandes lägen aber darin, „dass hier bereits die gesamte Reisekette abgebildet werden kann, wenn es um barrierefreien Urlaub geht“. Ob Kremser, Bootfahren, Reiturlaub, Fahrrad oder Herberge – in jedem Segment gebe es Angebote für Menschen mit Beeinträchtigung. Die Sportveranstaltung in Menz sei darüber hinaus einzigartig.

Kathleen Reinhardt holte dort vor einem Jahr ihren ersten Pokal. Die 43-Jährige aus Eberswalde hatte den Laufsport da gerade erst für sich entdeckt. „Ich wollte erstmal in kleinem Rahmen starten. Da bot sich Menz an. Zumal die Gegend hier wunderschön und es toll ist, dass bei diesem Lauf alle gemeinsam, alle eins sind.“

Für Jörg Tümmel geht es bei dem Lauf auch darum, über sich hinaus zu wachsen. Nach 25 Kilometern schmerzten die Arme, erklärte er. Aber das Gefühl, diese Distanz aus eigener Kraft bewältigt zu haben, sei unglaublich erfüllend. „Wenn man das schafft, dann schafft man noch ganz andere Sachen“, betonte er. Ein Sportkollege rollte da gerade jubelnd über die Ziellinie.

Peter Krause hofft, dass Barrierefreiheit irgendwann Normalität wird. „Auch wenn das Verständnis für die Zielgruppe wächst. Noch ist da Luft nach oben“, sagte der Touristiker. Die Strukturen, die im Seenland geschaffen wurden, müssten immer wieder aufs Neue überprüft und verbessert werden. „Bei dem Thema müssen wir dran bleiben.“ Das gelte auch für den 25-Kilometer-Lauf. Ohne die Partner wäre das Rennen nicht möglich. „Die müssen alle bei der Stange bleiben, einer alleine kann das nicht schaffen“, sagte Krause. Die Erfahrungen der letzten zehn Jahre sollen dabei helfen, die Veranstaltung weiter zu etablieren und vielleicht im nächsten Jahr um ein Radrennen für Erwachsene zu erweitern. Bis dahin ist auch der Radweg nach Neuglobsow fertig.

Von Cindy Lüderitz

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