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Gransee Benefizlauf für Klinik in Gambia
Lokales Oberhavel Gransee Benefizlauf für Klinik in Gambia
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19:11 16.09.2016
Der Schauspieler Ronald Zehrfeld (r.) mit Schulleiter Uwe Zietmann. Quelle: STEFAN BLUMBERG
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Gransee

Sie hielten sich an die Bitte: „Wir haben heute afrikanisches Wetter. ’Überpacet’ nicht, ich möchte nicht, dass die Rettungssanitäter vom DRK übermäßig beansprucht werden.“ Matthias Bormeister sagte das am Mittwochmorgen; unmittelbar, bevor der 12. Benefizlauf des Strittmattergymnasiums Gransee gestartet wurde. Die Schülerinnen und Schüler, Lehrer, Kinder der Kita Bärenwald und Gastläufer trugen dem Rechnung – und legten auf dem Granseer Sportplatz dennoch wieder viele hunderte Runden zurück. Gehen war auch erlaubt. Geschwitzt, natürlich auch erschöpft waren viele, aber es klappte niemand ab. Vielleicht dank der vielen kostenlosen Getränke von Vivaris aus Grüneberg. Der Granseer Zahnarzt Matthias Bormeister hat das Gymnasium vor Jahren auf den Verein „Ärzte helfen“ aufmerksam gemacht. Seitdem kommen die Einnahmen des Laufes dem Verein zugute und gehen direkt an eine Klinik in Serrekunda (Gambia).

Es gab gestern einen einsamen Spitzenreiter. Alexander Dehne lief wie ein Uhrwerk. 83 Runden legte er zurück. Der 14-jährige Neuntklässler war erschöpft und blieb der Siegerehrung fern. Insgesamt wurden zwölf Ultraläufer registriert (mehr als 20 Runden). Davon kamen allein drei aus Grundschulen. Reichlich Kondition hatte auch Daniel Mielke. Ihm standen bereits nach dem Power-Aufwärmprogramm und dem Fußballspielen die Schweißperlen auf der Stirn. Und erst danach ging er auf die Laufstrecke. „Im vorigen Jahr bin ich 20 Runden gelaufen, diesmal möchte ich 30 schaffen.“ Das sind zwölf Kilometer. Das bringt 20 Euro in die Kasse. Die Mutti ist die Geldgeberin. Etwa zehn Runden zu schaffen ist immer das Ziel von Pauline Podubrin aus der Klasse 8/2. „Zuviel ist das nicht.“ Josefine Kolwitz aus der 8/1 sucht sich immer einen Laufpartner, auch eine Pause ist durchaus mal drin. Eltern und Großeltern sind diejenigen, die pro Runde bezahlen. Mutter und Vater sind es auch bei Kurt Barth aus Zehdenick, die für ihren Sohn „Rundengeld“ geben. „Ich bn jedes Jahr dabei. Will der Klinik damit helfen. 15, 16 Runden laufe ich in etwa. Aber es geht auch noch mehr.“

Szenen vom Lauftag

Prominenten Besuch hatten die Granseer gestern natürlich auch. Egmont Hamelow vertrat seinen Chef, Landrat Ludger Weskamp. „Das Projekt ist uns eine Herzensangelegenheit. Wir können damit Menschen helfen, denen es nicht so gut geht wie uns.“ Er selbst lief aus Termingründen nicht mit, „dafür muss unsere junge Garde die Kastanien aus dem Feuer holen“. Der Büroleiter des Landrates, Jan-Christian Hübsch, Benjamin Schock und Pressesprecher Ronny Wappler erliefen die 5000 Euro, die Takeda spendierte. Auch der Zehdenicker Bürgermeister Arno Dahlenburg. „Wir haben sehr viele Schüler am Gymnasium. Und wir haben zwar viele Läufe in der Region, aber nur einen Benefizlauf.“

Und dann war ja da noch Ronald Zehrfeld; der Schauspieler und Unterstützer von „Ärzte helfen“, der im Juni erstmals in Gransee war und über seinen Besuch in Serrekunda gesprochen hatte. „Wenn man das hier sieht, geht einem das Herz auf“, sagte er über die weit mehr als 500 Aktiven auf dem Granseer Sportplatz. „Wir wollen eigentlich noch mehr Geld einnehmen als im Vorjahr. Respekt, wenn man weiß, dass in der Region das Geld nicht unbedingt locker sitzt.“ Das Geld sei an dem Lauf nur der eine Aspekt, der andere: „Dass die Schüler wissen, wie man helfen kann.“ Christoph Köhler vom Verein „Ärzte helfen“ kann klar sagen, „dass der Lauf in Gransee am meisten Geld bringt“. Da käme aus der Wirtschaft nicht so viel. „Gut finde ich aber auch, dass sich die Kinder mit dem Thema auseinandersetzen, sie sensibilisiert werden. Der Lauf ist ein großer Gewinn für alle.“

Das sieht auch Schulleiter Uwe Zietmann so: „Es war wieder überwältigend.“

Wie viel Geld am Mittwoch zusammenkam, wird erst noch genau ermittelt. Vor den Herbstferien werden die Summe und noch andere Zahlen auf einem großen Bahnhof bekanntgegeben.

Von Stefan Blumberg

Paul Sömmer ist Leiter der Naturschutzstation Woblitz und Ehrenamtlicher im Verein Aquila. Seit 1990 kümmert er sich um Greifvögel, päppelt sie auf, berät Forst und Energiekonzerne über Tierschutzmaßnahmen. Problem: Der 59-Jährige macht das ganz alleine. Gelder fehlen.

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