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Gransee 50000. Fahrgast im Bürgerbus
Lokales Oberhavel Gransee 50000. Fahrgast im Bürgerbus
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16:53 29.06.2018
Sabine Pilger ist der 50.000. Bürgerbus-Fahrgast. Rüdiger Ungewiß überreicht ein Präsent. Quelle: Martina Burghardt
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Gransee

Der Freitagvormittag-Fahrplan gerät ein wenig in Verzug. Karl-Heinz Golisch muss warten. Zum Glück handelt es sich nicht um eine Panne. Es ist ein freudiger Anlass: Dem 50 000. Fahrgast des Bürgerbusses soll Ehre zuteil werden. Rüdiger Ungewiss, Vorstandsmitglied des Bürgerbusvereins, überreicht Sabine Pilger eine Urkunde und ein Präsent. Die 54-Jährige wohnt in Buberow und nutzt regelmäßig den Bus, der von Ehrenamtlern gelenkt wird.

14 Jahre Vereinsleben

In gut zwei Wochen feiern die 39 Mitglieder das 14-jährige Bestehen des Vereins. Seit 13 Jahren sorgen sie dafür, dass die Leute viermal am Tag auch ohne Auto und fremde Hilfe nach Gransee und wieder zurück in ihre Dörfer kommen.

Seit 2005 fährt der Bürgerbus in Gransee. Quelle: Martina Burghardt

„Zurzeit gibt es 16 aktive Fahrer, darunter eine Frau“, berichtet Rüdiger Ungewiß. Der Dienstplan wird an jedem letzten Mittwoch im Monat für den Folgemonat festgelegt. Wer mitmachen will, braucht eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung, muss mindestens 21 Jahre alt sein und zwei Jahre Fahrpraxis nachweisen. Neben den Fahrern werden auch Helfer gebraucht, die sich um die Versorgung, die Wäsche und Reparaturen kümmern. Was es nicht gibt, ist ein Nebenverdienst.

Dankbare Aufgabe für Ruheständler

„Wir machen das ehrenamtlich“, betonen die Vereinsmitglieder Rüdiger Ungewiß, Wilhelm Heisel und Klaus Fehlberg. Manchmal ernten sie dafür Unverständnis. Aber sie sind überzeugt davon, dass es noch mehr Ruheständler gibt, die eine Aufgabe suchen. Der Dank der Fahrgäste ist ihnen sicher. Ebenso die Anerkennung für ihr Engagement.

Pflichterfüllung im Ehrenamt

Aber manchmal wäre es den Bürgerbus-Aktivisten lieber, wenn Taten folgen würden. „Wir bekommen nicht alle Kosten erstattet“, so Rüdiger Ungewiß. Zum Beispiel die für die besondere Fahrerlaubnis. Dafür gibt es bislang lediglich einen Zuschuss vom Amt. Weil sie eine Aufgabe des Landkreises Oberhavel übernehmen, sehen sie den in der Pflicht. Spannend wird es dann bald, wenn der jetzige Bus ausgetauscht werden muss. Seit sieben Jahren fährt er, jährlich 41 000 Kilometer. Ein neues Fahrzeug müsste rollstuhlgeeignet sein – das wird teuer.

Edeltraud Schöbel (l.) und Dagmar Dollgow an der Bushaltestelle in Gransee. Quelle: Martina Burghardt

Für Edeltraud Schöbel, die an diesem Freitagvormittag ebenfalls im Bürgerbus sitzt, ist das Angebot ideal. Die 76-Jährige aus Schönermark wäre sonst auf den Rufbus angewiesen. Den findet Dagmar Franz aus Dollgow ganz in Ordnung. Die 65-Jährige vermisst jedoch den Anschluss an die Linie zum Krankenhaus in Gransee. Da gäbe es Verbesserungsbedarf.

Radio überflüssig

Auf jeden Fall haben die Bürgerbusfahrer Spaß an ihrer Arbeit. Ein Radio brauchen sie beim Fahren nicht, sie haben genug Unterhaltung. „Es ist wichtig, dass die Leute in die Stadt kommen, zum Arzt oder zum Einkaufen“, so Wilhelm Heisel.

Von Martina Burghardt

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