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Das Leben ist kein Ponyhof

Kinderbuchautor aus Gransee Das Leben ist kein Ponyhof

Sebastian Feldt schreibt in seiner Freizeit Kinderbücher. Mit „Lisas Bauernhoferlebnis“ hat der Autor und Illustrator jetzt ein Plädoyer für vegane Ernährung geschrieben. Eine romantische Land-Idylle beschreibt das Sachbuch nicht. Feldt erklärt darin, was Massentierhaltung bedeutet.

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Ernährt sich seit einem Jahr konsequent vegan: Sebastian Feldt

Quelle: PRIVAT

Gransee. Wenn Sebastian Feldt nach Hause kommt, bringt er sein Essen mit. Seine Eltern sind unsicher, was der Veganer isst und was nicht. Seit einem Jahr ernährt sich der gebürtige Granseer komplett vegan. Er verzichtet auf Fisch und Fleisch und alles, was tierischen Ursprungs ist. Die Umstellung, sagt er, sei ihm am Anfang nicht leicht gefallen. Aber inzwischen ist er so sehr überzeugt, dass er ein Buch über vegane Ernährung geschrieben hat. In erster Linie für Kinder – weil die aufgeschlossener seien, wie der junge Autor sagt. Aber auch für Erwachsene, die das Buch am besten gemeinsam mit ihren Kindern lesen. „Lisas Bauernhof-Erlebnis“ ist keine romantische Land-Lektüre. Feldt sagt, es sei eine Geschichte, die die Welt zeigt, wie sie ist.

Lisa möchte ihre Ferien unbedingt mit ihren Eltern auf einem Bauernhof verbringen. Sie freut sich auf Hund, Hühner, Kühe und Pferde. Ganz so, wie sie sich das Leben der Tiere vorgestellt hat, ist es dann aber nicht. Der Hund ist angeleint und hat wenig Auslauf, die Kälbchen werden kurz nach der Geburt von ihren Müttern getrennt, weil die Milch geben müssen, die Schweine stehen dicht an dicht im Stall – bis sie geschlachtet werden. „Mir geht es nicht darum, jemanden zu bekehren, aber ich möchte auch nichts beschönigen. Irgendwo muss das Fleisch herkommen, das für zwei Euro abgepackt im Supermarktregal liegt“, erklärt Feldt. Seine Eltern, sagt er, würden nicht aufhören Fleisch zu essen, weil sie sein Buch gelesen haben. Zu den Testlesern gehörten auch seine beiden Kinder (sechs und acht Jahre alt). Beide hatten danach viele Fragen – genau da wollte Feldt erreichen. Fleisch würden sie nach wie vor essen, vor allem wenn sie bei Oma und Opa zu Besuch sind. Aber ihnen schmecke auch ein selbst gemachter Tofu-Burger. Feldt kocht seit seiner Ernährungsumstellung oft selbst. Alle pflanzlichen Ersatzprodukte, gibt er zu, sind für ihn nicht genießbar. Aber es gebe Alternativen zu Steak und Boulette. Wenn er auswärts isst, und kein Fleisch auf seinem Teller hat, wird er oft zuerst gefragt, ob er auf Diät sei. „Nein, ich bin Veganer.“

Sein Buch sei auch für Erwachsene interessant. Das habe er an den Reaktionen der großen Leser gemerkt. „Einige haben danach gefragt, ob das alles wirklich so ist.“ Andere waren unsicher, ob die Geschichte nicht etwas viel Realität für Kinder beinhalte. „Ich glaube, wenn man es gemeinsam liest und den Kindern erklärt, was wie zusammenhängt, dann verstehen sie das.“ Letztlich sei es ein Sachbuch, sagt Feldt, und empfiehlt die Lektüre für Kinder ab acht Jahren.

Fachlichen Rat holte sich der Autor unter anderem von der Tierschutzorganisation Peta. Ein Veganer-Blog stellte für das Buch Rezepte zur Verfügung. Zudem wird im hinteren Teil erklärt, welche Vitamine in welchen (pflanzlichen) Lebensmitteln stecken. Das war Feldt wichtig, weil er oft gefragt werde, ob er als Veganer nicht eher krank sei, weil ihn etwas fehle.

Feldt, 1979 in Zehdenick geboren, illustriert seine Bücher auch selbst. Erste künstlerische Versuche reichen zurück bis in die Schulzeit. „Erst habe ich abgepaust, später dann selbst Sachen entworfen“, sagt der gelernte Maler und Lackierer. Das Schreiben kam nach der Geburt seines Sohnes hinzu. „Hilfe, Ostern fällt aus“ erschien 2013. Ein Jahr später folgte „(K)Ein Monster unter meinem Bett“. Feldt macht das nebenberuflich – so wie andere Modelleisenbahnen bauen, sagt er.

Von Cindy Lüderitz

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