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Gransee Historiker vermittelt Heimatgeschichte
Lokales Oberhavel Gransee Historiker vermittelt Heimatgeschichte
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17:48 14.03.2019
Carsten Dräger Quelle: M. Burghardt
Schulzendorf

 Heimatgeschichte ist die Leidenschaft von Carsten Dräger. Der Historiker aus Schulzendorf gibt sein Wissen gern weiter, derzeit vor allem das über die Schweizer Kolonisation.

Sie forschen, publizieren, halten Vorträge und treten als Moderator, Drehbuchschreiber, Historiendarsteller und Gästeführer in Erscheinung. Gibt es denn in der schnelllebigen Zeit überhaupt noch Interesse an lokalen Geschichtsthemen?

Carsten Dräger: Durchaus, der Zuspruch in der Öffentlichkeit ist groß und manchmal überwältigend. Die ersten Stadtführungen in Fürstenberg sind bereits angemeldet, in Neuglobsow werden wieder historische Ortsrundgänge angeboten, und auch eine geführte Radtour von Menz nach Neuglobsow/Dagow auf Fontanes Spuren soll es in dieser Saison geben. In Gransee ist eine Veranstaltung unter dem Motto „Fontane in Gransee“ geplant. Von Gransee über Schulzendorf zum Stechlin sind geführte Radtouren buchbar. Sehr gefragt sind zurzeit die Vorträge über die Wiederbesiedlung von Schulzendorf und anderen Orten des Ruppiner Landes durch die Schweizer.

Was ist es, das die Menschen an der Heimatgeschichte so fasziniert?

Sie möchten gern mehr erfahren über ihre Heimatregion und ihre Heimatorte. Durch die spannende und anschauliche Vermittlung der Heimatgeschichte entwickeln sich gewissermaßen Heimatverbundenheit, eine persönliche Identität und mitunter auch Stolz bezüglich unserer Herkunft und Vergangenheit in all ihren Facetten, mit all ihren Höhen und Tiefen. Großes Interesse herrscht auch an Biografien von mitunter noch wenig bekannten oder einfach vergessenen Persönlichkeiten früherer Jahrhunderte. Auch damit beschäftige ich mich intensiv. Akribische Archiv- und Literaturrecherchen sind deshalb auch in Zukunft unumgänglich.

Woran arbeiten Sie zurzeit?

Ich werde eine Publikation zur Schweizer Kolonisation veröffentlichen. Das wird allerdings keine Gesamtchronik eines Ortes. Ich will genau dieses Thema in Bezug auf unsere Region beleuchten, weil bislang nicht sehr viel darüber bekannt ist. Außerdem bin ich dabei, eine Abhandlung über die Schlacht bei Gransee 1316 zu verfassen, genauer gesagt über die Schlacht bei Schulzendorf. Damals kämpfte Markgraf Waldemar gegen die dänisch-mecklenburgischen Truppen, die die brandenburgische Grenzstadt Gransee einnehmen wollten. Im Jubiläumsjahr war keine Zeit für eine Veröffentlichung. Und ich arbeite wieder an den „Granseer Geschichten“ mit. Die Themen für das nächste Heft stehen und sind schon in Bearbeitung.

Voriges Jahr haben Sie anlässlich der Ersterwähnung des Ortes eine Chronik über Altlüdersdorf herausgebracht. Wird es eine weitere Auflage geben?

Die Ausgabe ist tatsächlich nahezu komplett vergriffen. Die Nachfrage ist da, deshalb soll im Herbst eine erweiterte und ergänzte Auflage erscheinen, allerdings in einer gediegeneren Aufmachung. Die Ausstellung zur dortigen Kirchengeschichte ist übrigens noch zu sehen. Als neues Projekt ist ein Buch über die Geschichte der ehemaligen „Grenzorte“ Dannenwalde/Gramzow und Seilershof/Fischerwall in Arbeit.

Sie waren von Anfang an bei der Aktion „48 Stunden Oberhavel“ dabei. Auch dieses Mal?

Ja, das mache ich einfach gern. An dieser Stelle möchte ich auch die sehr gute und konstruktive Zusammenarbeit mit der Regio Nord hervorheben. Und es ist mir eine Freude, dass sich junge Leute als Gästeführer beteiligen und ich sie auf diese Aufgabe mit vorbereiten kann. Ansonsten wird mein Schwerpunkt an dem Aktions-Wochenende in Fürstenberg und eventuell erstmals in Schulzendorf sein. Ich hoffe nur, dass sich nicht wieder 60 Leute gleichzeitig zur Stadtführung einfinden. In einer kleineren Runde haben alle mehr davon.

Wie viel Ehrenamt steckt in Ihrer Arbeit?

Gewiss ist es so, dass viel Idealismus und Zeitaufwand für mein Tun nötig sind und so manches auf ehrenamtlicher Basis erfolgt. Aber es geht mir vordergründig um die Sache und die Resonanz der Menschen, die es dankend und mit Freude annehmen. Richtig Geld verdienen kann man damit nicht. Deshalb werde ich beruflich in dieser Saison als Schlossführer in Rheinsberg und als Museumsführer in Neuruppin arbeiten. Darauf freue ich mich sehr.

Von Martina Burghardt

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