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Gransee Historiker Carsten Dräger mag seine Heimat
Lokales Oberhavel Gransee Historiker Carsten Dräger mag seine Heimat
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01:15 16.09.2018
Carsten Dräger, Historiker und Ortschronist auf dem Markt in Fürstenberg/Havel. Quelle: Martina Burghardt
Schulzendorf

Historische Daten hat Carsten Dräger stets parat. Aber er weiß natürlich, dass sich mit Zahlen allein kaum lebendige Geschichte vermitteln lässt. Bei seinen Stadtführungen in Fürstenberg/Havel oder Neuglobsow erzählt der 53-Jährige deshalb gern Anekdoten und Amüsantes. Das bleibt hängen.

Geschichte auf Lehramt und mit Diplom

Seit mehr als 30 Jahren befasst sich Carsten Dräger mit der Geschichte von Brandenburg-Preußen und der Region im Norden Oberhavels. An der Universität Potsdam studierte er Geschichte und Germanistik auf Lehramt und machte seinen Fachabschluss als Diplomhistoriker. Seine Pläne, weiterhin wissenschaftlich zu arbeiten, wurden von der politischen Wende durchkreuzt. Also unterrichtete Carsten Dräger in den Sekundarstufen I und II die Schüler in den Fächern Geschichte, Deutsch sowie Lebensgestaltung, Ethik, Religion (LER) zunächst in Hennigsdorf, später in Falkensee. 2010 kehrte er zurück nach Schulzendorf und widmete sich der Pflege seines Vaters.

Mit vielen Themen beschäftigt

Die Heimatgeschichte ist nach wie vor das Thema für Carsten Dräger. Zahlreiche Publikationen hat er herausgebracht: Chroniken, Festschriften, Drehbücher für historische Events. Er hat Vorträge gehalten, Schulprojekte geleitet und Zeitungsartikel zu verschiedenen Themen verfasst, war als Historiendarsteller auf Bühnen zu sehen und Botschafter von Zehdenick, als die Stadt sich auf die 800-Jahr-Feier im Jahr 2016 vorbereitete. Er hat die Geschichte des Deutschen Roten Kreuzes aufgearbeitet, in der Arbeitsgemeinschaft zur 750-Jahr-Feier von Gransee mitgewirkt und ist Mitautor der jährlich erscheinenden Schrift „Granseer Geschichten“. 2012 wurde er auf Vorschlag des Amtes Gransee mit dem Ehrenamtspreis des Landkreises Oberhavel ausgezeichnet.

Altlüdersdorfer Chronik vergriffen

Die Liste dessen, womit sich Carsten Dräger beschäftigt, ist noch viel länger. Dazu gehört beispielsweise auch die Schlacht bei Gransee 1316, an die 2016 in Schulzendorf, dem authentischen historischen Ort des Ereignisses, erinnert wurde. Sein jüngstes Werk ist bereits vergriffen: Die Chronik von Altlüdersdorf, die er aus Anlass der 700-Jahr-Feier veröffentlicht hat. Weil die Nachfrage so groß ist, denkt der Autor bereits über eine Neuauflage nach. „Es ist keine lückenlose Abhandlung“, sagt er darüber. Dennoch geben die geschilderten Ereignisse einen guten Überblick über die Entwicklung des Ortes. Historische Ansichten aus Altlüdersdorf wurden übrigens extra auf einer Foto-DVD vervielfältigt. „Für diejenigen, denen die Bilder reichen“, sagt Carsten Dräger mit einem Augenzwinkern. Als Lehrer hat er da so seine Erfahrungen.

Von unerforschten Akten inspiriert

Seinen eigenen Geschichtslehrer hatte Carsten Dräger einst überrascht. Der hätte nicht gedacht, dass sich sein Schüler später genauso gern wie er selbst in Archiven von den Kilometern unerforschter Akten inspirieren lässt. Doch ohne diese Art von Begeisterung hätten die Dörfer, die gerade ihr 700-jähriges Bestehen gefeiert haben, wohl kaum etwas von diesem Jubiläum erfahren. Im Domstift zu Brandenburg liegt die älteste Urkunde, in der Ortsnamen wie Ringsleben, Tornow oder Ribbeck auftauchen.

Arbeitszimmer als Archiv

Vieles hat Carsten Dräger selbst zusammengetragen, hat Nachlässe vor dem Weiterverkauf bewahrt, wie zum Beispiel von seinem Lehrer Werner Krause, dem früheren Stadtchronisten von Gransee. „Das Material ist erst zum Teil aufgearbeitet“, so Carsten Dräger. „Die alten Gerichtsakten zum Beispiel habe ich selbst noch gar nicht gesichtet.“ Das ehemalige Arbeitszimmer seines gerade verstorbenen Vaters ist voller Regale, und darin in Büchern und Akten die Geschichte der Heimatregion des Historikers. Jede Menge zum Forschen also.

Ansiedlung der Schweizer

Was die Zukunft bringt, weiß Carsten Dräger nicht. „Ich möchte in der Region bleiben“, sagt er. Mit entsprechenden Abschlüssen im sozialpädagogischen Bereich ergeben sich für ihn einige Möglichkeiten. Aber er könnte sich auch vorstellen, als Archivar die in der Burg Fürstenberg gesammelten Exponate und Unterlagen aufzuarbeiten. Zurzeit beschäftigt er sich mit der Ansiedlung der Schweizer in der Region.

Als Gästeführer wird Carsten Dräger auch in Zukunft mit Fremden und Einheimischen sein Wissen teilen. Und das durchaus im eigenen Interesse, wie er verrät. „Man lernt jedes Mal dazu.“

Von Martina Burghardt

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