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Des Schweizers Streuobst

Bioanbau in Altglobsow Des Schweizers Streuobst

Aus der Enge der Schweiz hat es Frank Rumpe in die Weitläufigkeit des Naturparks Stechlin gezogen. In Altglobsow baut der 55-Jährige einen Bio-Bauernhof auf. Seine Streuobstwiese wurde jetzt ausgezeichnet.

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60 verschiedene Sorten hat Frank Rumpe auf seiner Streuobstwiese angepflanzt.

Quelle: Uwe Halling

Altglobsow. Der Fernradweg Berlin-Kopenhagen bringt jedes Jahr tausende Besucher in die Region. Auch der Schweizer Frank Rumpe ist über den Radlerpass nach Oberhavel gekommen – und geblieben. Auf der Durchreise verliebte sich der Landwirt in das kleine Seedorf Altglobsow. Vor einem Jahr übernahm er dort den früheren Gärtnerhof d’Heureuse und baut ihn nun zu einer Biowirtschaft um. Die Zertifizierung durch den Öko-Verband Demeter hat er fast geschafft und auch anderweitig erfährt er großen Zuspruch. Die Streuobstwiese, die er im Spätherbst des Vorjahres anlegte, ist vom Naturschutzfonds Brandenburg gefördert und zum Projekt des Monats Januar gekürt worden. Die Maßnahme erhöhe aus Sicht der Jury nicht nur die regionale Strukturvielfalt und verbessere das Landschaftsbild, sondern unterstütze auch das etablierte Projekt „Genressourcen Streuobst“ im Naturpark Stechlin-Ruppiner Land.

Von dieser Initiative hat der Schweizer auch einige Hochstämme übernommen und auf den Globsower Hügel gepflanzt – neben Zwetschgen und Birnen und anderen Gehölzen. Insgesamt 100 Bäume und 60 Sorten. „Eine Streuobstwiese ist ein Kindheitstraum von mir und ich finde, sie passt gut in die Gegend“, sagt der 55-Jährige, der auch hauptberuflich mit dem Bioanbau zu tun hat. Rumpe zertifiziert weltweit Landwirtschaftsbetriebe, die nach ökologischen Standards wirtschaften wollen. Oftmals in einem sehr viel größeren Maßstab als sein privates Unterfangen. An Altglobsow habe ihn so ziemlich alles gereizt, von der Ruhe und Abgeschiedenheit bis hin zur Weitläufigkeit der Wälder und dem freien Blick in die Landschaft. „Die Schweiz ist von den Bergregionen einmal abgesehen, sehr viel enger und bebauter“, betont er.

Drei Mitarbeiter beschäftigt Rumpe auf Stundenbasis, um die acht Hektar Land zu bewirtschaften. Seinen Hof hat er Kepos getauft – nach der Idee des griechischen Philosophen Epikur. Sein Garten soll Jedem offenstehen. „Die Leute können herkommen und ihren Salat oder ihr Gemüse ernten. Gezahlt wird in die Kasse des Vertrauens.“ Mit dieser Praxis hat Rumpe in seiner ersten Saison gute Erfahrungen gemacht. Urlauber und Einheimische versorgen sich bei ihm mit Bio-Gemüse, später kommen Obst und frische Eier dazu. Hühner und Schafe will der Landwirt noch anschaffen und spätestens 2017 einen kleinen Hofladen mit seinen Waren bestücken. Die Baugenehmigung für den Hausbau in der Seestraße hat er inzwischen. Dort werden auch Ferienwohnungen eingerichtet. Für den Berliner Markt will der Biobauer bewusst nicht anbauen. Seine Strategie ist: „so lokal und nachhaltig wie möglich.“

Von Cindy Lüderitz

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