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Gransee Dörfer wollen wolfsfreie Zonen werden
Lokales Oberhavel Gransee Dörfer wollen wolfsfreie Zonen werden
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01:15 16.06.2018
Kommunalpolitiker fordern, den strengen Schutz des Wolfes zu lockern und ihn ins Jagdrecht aufzunehmen. Quelle: Brigitte Sommer
Gransee

Der Hinweis „Wolfsfreie Zone“ könnte künftig an den Ortseingängen in den Gemeinden Großwoltersdorf, Sonnenberg und Stechlin stehen. Die drei Gemeindevertretungen im Amt Gransee werden dieser Tage über eine entsprechende Erklärung diskutieren und abstimmen, Großwoltersdorf macht am heutigen Donnerstag den Anfang, Sonnenberg und Stechlin folgen nächsten Woche.

Appell an die Landesregierung

Im ersten Moment klingt das abwegig, sogar irgendwie kurios, aber es hat einen ernsten Hintergrund. Mit dem Beschluss – sollte die Mehrheit der Gemeindevertreter folgen – wollen die Gemeinden an die Landesregierung appellieren, die Befürchtungen der Bevölkerung ernst zu nehmen. Ihr Gebiet, so heißt es wörtlich in der Beschlussvorlage, soll „im Wolfsmanagementplan als nicht für eine Besiedlung durch den Wolf geeignete Zone“ ausgewiesen werden. „Es stehen dem überwiegend öffentliche Interessen entgegen, insbesondere der Schutz der Bevölkerung, die unbeschwerte Nutzung der offenen Landschaft für Naherholung und Tourismus sowie die ausgeprägte natur- und artgerechte Weidetierhaltung.“

„Bisherige Regelungen unbrauchbar“

Ralf Wöller ist Mitglied im Bauernbund und Bürgermeister von Sonnenberg. „Die Landwirte haben teils massive Wolfsangriffe zu verzeichnen“, sagt er. „Die bisherigen Regelungen in Brandenburg sind unbrauchbar.“ Aber das Land sei in der Pflicht, deshalb dieser vorsorgliche Beschluss. „Die Initiative geht zwar von Sonnenberg aus“, so Wolfgang Kielblock, Bürgermeister der Gemeinde Stechlin, „aber auch in Neuglobsow haben wir öfter mit dem Thema zu tun.“ In erster Linie betreffe dies die Landwirtschaft. Gerade weil es im Gemeindegebiet noch keine Zwischenfälle mit Nutztierrissen gegeben habe, wolle man Vorsorge treffen. Die Botschaft lautet: „Beschäftigt euch intensiver mit dem Problem und handelt schneller, wenn etwas passiert“, so Wolfgang Kielblock. Tierhalter müssten oft viel zu lange auf Hilfe warten. „Wir wollen aufrütteln. Je mehr sich beteiligen, desto hellhöriger sollte die Regierung werden“, sagt der Bürgermeister.

Zulässige Mittel ausschöpfen

Konkret geht es den Kommunalpolitikern darum, den strengen Schutz des Wolfes auf europäischer Ebene zu lockern. Die Art sei nicht mehr vom Aussterben bedroht, heißt es zur Begründung. Gegenüber dem Bund solle sich die Landesregierung dafür einsetzen, den Wolf in das Jagdrecht aufzunehmen und schon jetzt die zulässigen Mittel auszuschöpfen, um die Zahl der Wölfe zu reduzieren.

Landbevölkerung braucht Unterstützung

Im Norden des Landkreises Oberhavel gibt es derzeit noch kein Wolfsrudel, bisher wurden nur einzelne Tiere gesichtet. Allerdings kann sich das schnell ändern. „Der Norden wird sich füllen“, ist Robert Franck, Wolfsbeauftragter für Oberhavel und Ostprignitz-Ruppin, überzeugt. Er ist selbst gelernter Landwirt, beschäftigt sich seit mehr als zehn Jahren mit den Wölfen und versteht die Sorgen der Leute, besonders die der Landwirte und der zahlreichen privaten Nutztierhalter. „Die Politik“ sagt auch er, „muss die Landbevölkerung mit Fingerspitzengefühl und schnell unterstützen.“ Einen hundertprozentigen Schutz könne es nicht geben, aber „wir brauchen keinen Wolf in der Stadt oder im Dorf.“ Die Wolfsverordnung sei der erste Schritt in die richtige Richtung. „Der Wille ist da, aber das Umsetzen dauert“, so Robert Franck.

Der neue Brandenburger Wolfsmanagementplan lässt auf sich warten, der bisherige galt nur bis 2017. Gerade hat sich die Umweltministerkonferenz mit dem Wolf beschäftigt, nämlich am vergangenen Wochenende. „Eine Bestandsreduktion durch Quotenfreigabe und eine Schaffung so genannter ,wolfsfreier’ Zonen ist im geltenden Rechtsregime nicht möglich“, heißt es unter anderem in einem dazu veröffentlichten Dokument.

Von Martina Burghardt

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