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Ein Rap gegen den Schrecken

Jugendbegegnung in Ravensbrück Ein Rap gegen den Schrecken

Rappen am Gedenkort: Jugendliche aus Deutschland und Polen haben sich während der Herbstferien an verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen für den Schrecken in Ravensbrück versucht. Entstanden sind ergreifende Liedtexte, ein Theaterstück und ein Tanz unterm Mahnmal.

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Tanz unterm Mahnmal: die Jugendlichen suchten verschiedene Ausdrucksformen, um sich mit Ravensbrück auseinanderzusetzen.

Quelle: Uwe Halling

Fürstenberg. „Jeder von uns will leben, aber niemand will Überlebender sein“. Das ist die Schlusszeile in Julians Rap-Song und ein bisschen auch sein Fazit nach der intensiven Zeit in Ravensbrück, von der sein Lied handelt. Der 17-Jährige aus Nauen ist Teilnehmer einer deutsch-polnischen Jugendbegegnung, die in dieser Woche zu Ende geht.

Seit 2006 treffen in der Gedenkstätte Jugendliche aus beiden Ländern zusammen, um sich mit der Geschichte des Ortes und der ihrer Länder auseinanderzusetzen. Am Dienstag präsentierten sie die Ergebnisse ihrer Workshops vor Politikern sowie Vertretern von Verbänden und Vereinen.

Als „großartige Geschichte“ bezeichnete Gedenkstättenleiterin Insa Eschebach die vom Landesjugendring Brandenburg begleitete Begegnung. Auch, weil die Jugendlichen dabei helfen, das Südgelände des ehemaligen Lagers zugänglich zu machen. Für die Gedenkstätte sei das eine große Aufgabe der Zukunft, betonte Eschebach. In dem verwilderten Bereich kürzten die Jugendlichen unter anderem Äste und Wurzeln, harkten, räumten und putzten. Und seien dabei gar nicht zimperlich gewesen. Betreuer Wolfgang Daube vom Technischen Hilfswerk zeigte sich beeindruckt vom Fleiß der polnischen Mädchen: „Die haben wirklich zugepackt. Meine Jungs hätten sich da eine Scheibe abschneiden können.“

Fast zwölf Hektar umfasst die bislang unbeachtete Fläche, die der Gedenkstätte vor wenigen Monaten übertragen worden ist (MAZ berichtete) und perspektivisch ebenso Ort der Spurensuche werden soll, wie es der Kernbereich ist. Allerdings nage an den noch sichtbaren Fundamenten und Mauern „pionierhafte Vegetation“, wie Eschebach erklärte. „Da gibt es sehr viel zu tun. Aber ich halte diesen Teil fast noch für spannender als den Nordbereich, weil man dort noch die Schichten der Vergangenheit sieht.“

Die Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen helfe auch der Wissenschaft weiter, weil sie den Zugang zu neuen Quellen ermögliche. Mit fast 40 000 Menschen war die Gruppe der polnischen Häftlinge die größte im früheren Konzentrationslager. Dieses wissentliche Erbe überschattete lange das deutsch-polnische Verhältnis, auch in der Gedenkstättenarbeit. Seit einigen Jahren aber fördere die polnische Regierung den Austausch und Begegnungen wie diese, so Eschebach.

Schülerin Milena Ball hatte am Anfang zu kämpfen: „Ich habe nicht gewusst, dass es hier so schrecklich war“, sagte das Mädchen aus Polen. In einem Rap-Workshop versuchten sie und die anderen Worte für das Schreckliche zu finden. Kursleiter Maurice betonte, er habe schon viele Workshops geleitet. „Aber das, was die Jugendlichen hier machen, hat mich komplett umgehauen.“ Julians Zeilen ergreifen am Dienstag auch die Zuhörer im Probenraum: „In einer Welt , in der der Tod selbst Erlösung ist.... die Menschen kalt, die Landschaft trist.“

Von Cindy Lüderitz

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