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Ein Sparschwein für die Ministerin

Kurtschlag Ein Sparschwein für die Ministerin

Einwohner von Kurtschlag haben am Samstag eine Spardose mit Klimpergeld gefüllt, die in dieser Woche nach Potsdam gehen soll. Zusammen mit einem Brief für Verkehrsministerin Kathrin Schneider, die die Bürger an den maroden Zustand der L 215 erinnern möchten.

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Anschubfinanzierung: Die Kurtschläger sammeln für den Ausbau der L 215.

Quelle: Cindy Lüderitz

Kurtschlag. Der Anfang ist gemacht: mindestens 20 Euro liegen bereits in dem rosafarbenen Sparschwein, das in dieser Woche auf dem Tisch von Verkehrsministerin Kathrin Schneider landen soll. Mit besten Grüßen und einem kleinen Anschreiben aus Kurtschlag. Einwohner des Dorfes haben die Dose am Samstag mit Klimpergeld gefüllt – in der Hoffnung, damit in Potsdam Gehör zu finden. Die Münzen verstehen sich als Anschubfinanzierung für den Bau einer neuen L 215.

Mit der ungewöhnlichen Aktion wollen die Einwohner der Ministerin die marode Landesstraße in Erinnerung rufen, die sie bei ihrem Besuch im Juni dieses Jahres persönlich in Augenschein nahm. Viel Hoffnung auf einen baldigen Ausbau konnte sie den Einwohnern seinerzeit nicht machen. Dennoch ist ein wenig Bewegung in die Sache gekommen. Zunächst ließ der Landesbetrieb die schlimmsten Löcher auf der Fahrbahn mit Split auffüllen. Vor zwei Wochen kümmerte sich eine Firma um die Bankette. „Die hatten genug Technik dabei, um eine neue Landesstraße zu bauen“, sagt Ortsvorsteher Horst Raßmann. Aber dazu kam es nicht.

„Es gibt Einwohner, die sich daran erinnern, dass die Straße das letzte mal in den 50er Jahre gemacht wurde“, so Raßmann. Damals seien sowjetische Panzer über die Straße nach Berlin gerollt – es war die Zeit um den Juni 1953. Danach musste die Fahrbahn erneuert werden. Seither sei nicht viel passiert. „Nach so vielen Jahren sind wir mal dran“, so der Tenor der kleinen Versammlung am Samstag im Gemeindesaal. Zur Ernüchterung bei den Kurtschlägern trug zuletzt auch die rege Bautätigkeit hinter der Kreisgrenze bei. Dort wurde die Landesstraße abschnittsweise bereits erneuert, während vor der eigenen Haustür der Eindruck von Flickwerk bleibt. „Es hat manchmal den Anschein, als würden die Uckermärker einen besseren Draht nach Potsdam haben“, mutmaßt Horst Raßmann.

Die Kurtschläger hoffen nun auf die Gespräche zwischen Land und Kreis zur Übernahme einiger Verkehrswege. „Wer es letztlich macht, ist uns egal, Hauptsache wir bekommen eine neue Straße“, sagen die Bürger. Nach Informationen von Zehdenicks Bürgermeister Arno Dahlenburg beabsichtigt das Land, rund 2000 Kilometer Landesstraße herabzustufen und das „Grüne Netz“ neu zu definieren. Die L 215 und auch die L 214 stünden mit auf der Liste. Die Freude darüber sei nicht allzu groß, zumal bislang nicht geklärt sei, in welchem Zustand die Straßen übergeben werden. Es dürfe keinen „Verschiebebahnhof“ zu Lasten der Kommunen geben, mahnt der Bürgermeister.

Von Cindy Lüderitz

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