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Gransee Ein rühriger und kritischer Geist
Lokales Oberhavel Gransee Ein rühriger und kritischer Geist
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20:23 04.02.2016
Erich Köhler nahm sich der Legende vom Schatz im Stolpsee an. Quelle: FOTO: Uh
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Bredereiche

Erich Köhler hat Geschichte geschrieben – als langjähriger Pfarrer und Ortsvorsteher von Bredereiche ebenso wie als Chronist und Heimatforscher. Im Alter von 81 Jahren ist er am vergangenen Sonntag verstorben. Zur Trauerfeier, die am kommenden Sonnabend in der Himmelpforter Kirche und damit in der Mitte seines früheren Pfarrsprengels begangen wird – werden mehr als 150 Gäste erwartet. Die Predigt wird sein Sohn Thomas Köhler, Superintendent in Lübben, halten. Beigesetzt wird Köhler in seinem Heimatort.

„Die Nachricht von seinem Tod kam für uns überraschend“, sagte Pfarrer Gernot Fleischer am Donnerstag. Nur wenige Tage seien seit dem letzten Gespräch mit Köhler vergangen. „In der Bibelstunde wirkte er noch sehr froh und hat auch gescherzt“, sagt Fleischer. Die Gemeinde und der Ort hätten ihm viel zu verdanken, mit ihm verliere die Region eine Persönlichkeit und eine Institution. Er sei ein „lebendiges, offenes Buch“ gewesen, vor allem wenn es um Historisches ging.

Auch Carola Hildebrandt vom Gemeindekirchenrat erinnert sich gerne an die Zeit mit Erich Köhler zurück. Er habe für sie das Bild eines umtriebigen, vielseitigen und hilfsbereiten Pfarrers geprägt. „Als 15-Jährige dachte ich noch, Pfarrer sitzen nur in ihrer Stube und halten in der Kirche Gottesdienste.“ Als Erich Köhler Anfang der 80er Jahre nach Bredereiche kam, krempelte er die Arme hoch, um in der Kirche und auf dem Kirchhof aufzuräumen. „Den erste Arbeitseinsatz werde ich nie vergessen. Erich Köhler war sich nie zu schade, anzupacken. Das hat mich beeindruckt“, so Hildebrandt. Gernot Fleischer würdigt auch den kritischen Geist Köhlers, der nach mancher Predigt des jungen Pfarrers die Dinge sagte, die ihm wichtig waren. „Seine direkte Art hat ihn immer auch ausgezeichnet und ich war dankbar für die Rückmeldung“, würdigt Fleischer. „Er wird eine große Lücke hinterlassen und wir werden ihn vermissen“, sagt Gregor Klos, der Erich Köhler 2003 als Ortsvorsteher in Bredereiche ablöste.

Köhler stammt gebürtig aus dem Erzgebirge, als Theologiestudent kam er 1959 nach Hennigsdorf, lernte dort seine Frau Brunhilde kennen, mit der er in diesem Jahr 55 Jahre verheiratet war. Getraut wurden beide 1961 in der Kirche in Nassenheide. Viele Jahre waren sie gemeinsam im Pfarrdienst. Als sie aus der uckermärkischen Hauptstadt Prenzlau nach Bredereiche umsiedelten, hielten Weggefährten beide für verrückt. Aber Erich Köhler hat immer gesagt, „leben heißt, sich zu bewegen“ – geistig, körperlich und auch räumlich.

Bundesweit in die Schlagzeilen geriet Erich Köhler wegen seines profundes Geschichtswissens. Alle namhaften Medien standen bei ihm vor der Tür, als das Gerücht vom „Schatz im Stolpsee“ umging. Er war ein gefragter Gesprächspartner und hatte versucht, dem Schatz durch Recherche auf die Schliche zu kommen. Ob die Geschichte stimmt, ist aber bis heute unklar. Kurz vor seinem Tod verfasste Erich Köhler noch eine Schrift zum 100-jährigen Bestehen des Pfarrhauses in Bredereiche – das Jubiläum wird im September gefeiert werden – auch an dieser Geschichte hat er mitgeschrieben.

Von Cindy Lüderitz

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