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Gransee Einmal auf dem schwankenden Seelabor stehen
Lokales Oberhavel Gransee Einmal auf dem schwankenden Seelabor stehen
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19:43 27.06.2018
Blick auf die Forschungsplattform auf dem Stechlinsee in Brandenburg. Quelle: FOTO: IGB
Neuglobsow

Gut einen Monat bevor das diesjährige Experiment am Seelabor des Leibniz-Instituts für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) startet, sind Besucher auf der im Stechlinsee schwimmenden Forschungsplattform herzlich willkommen. Am 30. Juni 2018 öffnet das IGB Stechlin seine Türen und lädt unter anderem zu Bootstouren auf das Seelabor ein.

Wie sich ein verändertes Lichtregime auf Seen auswirkt, steht auch in diesem Jahr wieder im Fokus des Sommerexperiments am Seelabor des IGB. Denn Licht ist als Energie- und Taktgeber von grundlegender Bedeutung für Pflanzen und Tiere und damit auch für Fische und mikroskopisch kleine Organismen in Seen. Was aber passiert, wenn ein See durch künstliche Beleuchtung nachts erhellt wird, oder wenn tagsüber nicht genügend Licht in das Wasser eindringt? Das wollen die IGB-Forschenden im diesjährigen Versuch am Seelabor herausfinden.

Großversuch zur Lichtverschmutzung

Bereits 2016 lief dort ein Großversuch zum Thema Lichtverschmutzung. Damals war ein spezielles Lichtsystem für die Versuchszylinder entwickelt worden, mit dem das diffuse Licht des künstlichen Himmelsleuchtens (engl. skyglow) simuliert werden kann. Dieses Phänomen tritt bei Bewölkung über Gebieten mit künstlicher Beleuchtung (Städte oder Gewächshäuser) auf. Das in den Nachthimmel abgestrahlte Licht wird von den Wolken auf die Erdoberfläche zurückgestreut, so dass die Wolken wie ein glühendes Gewölbe am Himmel erscheinen. Zwar ist die Intensität des Himmelsleuchtens im Vergleich zu direktem Licht gering, aber anders als bei punktuellen Lichtquellen wie zum Beispiel Straßenlaternen erstreckt sich das Himmelsleuchten über große Entfernungen. Es kann sich deshalb auch auf Organismen mitten in Seen auswirken.

Der gegensätzliche Lichteffekt

In ihrem Seelabor-Versuch im Jahr 2015 hatten die IGB-Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dagegen den gegensätzlichen Lichteffekt, nämlich die Verdunklung durch Wasserinhaltsstoffe untersucht. Dafür waren den Versuchszylindern geringe Mengen von Huminstoffen beigemengt worden, die bei ausgiebigen Niederschlägen aus dem Einzugsgebiet in Seen gewaschen werden und das Wasser wie bei Tee braun färben. Im Zuge des Klimawandels werden vermehrt starke Regenereignisse prognostiziert. Auch Brandenburg ist von diesem Phänomen betroffen. Im Seelabor führte das veränderte Lichtklima nach Zugabe der Huminstoffe im Versuch 2015 zum Zusammenbruch der Algenpopulation und als Folge davon zu weiteren Änderungen des Ökosystems. Weil Seeökosysteme oft durch mehrere Umweltveränderungen beeinträchtigt werden, planen die Forschenden in diesem Jahr – basierend auf den Experimenten von 2015/16 – erstmals einen Versuch, bei dem sowohl das Himmelsleuchten als auch die Braunfärbung durch Huminstoffe simuliert werden sollen. „Wir erhoffen uns dadurch Erkenntnisse, ob sich die beiden Stressfaktoren addieren, aufheben oder synergistisch wirken, also sich gegenseitig verstärken“, sagt Prof. Mark Gessner, Leiter des IGB Stechlin.

Von MAZonline

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