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Gransee Eine Linde für den Frieden
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18:37 03.09.2017
Teilnehmer der friedenspoltitischen Radtour pflanzten am Sonntag eine Friedenslinde in Tornow – eine Station des Olof-Palme-Marsches vor 30 Jahren. Quelle: Uwe Halling
Tornow

Mit einer friedenspolitischen Radtour von der Gedenkstätte Ravensbrück bis nach Sachsenhausen erinnerten Zeitzeugen und Vertreter des Landesverbandes der Grünen am Sonntag an den Olof-Palme-Marsch vor 30 Jahren. Mehrere hundert Menschen zogen im September 1987 mit Transparenten und Losungen wie „Wehrdienstverweigerungen ist ein Menschenrecht“ oder „Schwerter zu Pflugscharen“ durch die damaligen Kreise Gransee und Oranienburg. Der Marsch, der dem ehemaligen schwedischen Premierminister und Gegner des atomaren Wettrüstens Olof Palme gewidmet war, gilt als erste freie Demonstration in der DDR.

30 Jahre später war der Kreis der Teilnehmer weitaus kleiner. Vor der Kirche von Tornow machten gestern gerade zehn Mitstreiter Halt, um eine Friedenslinde zu pflanzen. Ein Pflanzloch auf dem Vorplatz war schon ausgehoben, das Wasser für den noch jungen Baum hatten die Grünen – in Flaschen abgefüllt – mitgebracht. „Wir haben damals in Bredereiche eine Linde gepflanzt und in Blumenow einen Ahorn. Tornow haben wir nun nachgeholt“, sagte Zeitzeuge Wolfgang Herms, der damals alle drei Etappen bis nach Sachsenhausen mitlief.

Es seien warme Tage gewesen, die geprägt waren von Aufbruchstimmung und Euphorie, aber auch von der Sorge, welche Sanktionen die Teilnehmer wohl zu erwarten hätten. Von Ravensbrück nach Himmelpfort mussten die Friedensaktivisten einen Umweg nehmen, weil der Feldweg damals noch von sowjetischen Militärs gesperrt war. In Zehdenick, so erinnert sich Herms, habe die Stasi ein Plakat entfernt. In Nassenheide sei von staatlicher Seite aus versucht worden, die beiden Blöcke des Marsches zu unterwandern. „Wir sind eng zusammengerückt, es ist ihnen nicht gelungen, dort durchzudringen“, so der heute 73-Jährige. Die Euphorie, die Wolfgang Herms und andere durch die drei Tage und über die vielen Kilometer Fußmarsch getragen hatte, verflog spätestens am Bahnhof in Oranienburg. „Ab da mussten wir die Plakate wieder verdecken. Alle gingen ihrer Wege. Das war komisch, so auseinanderzugehen, nach dieser intensiven Zeit.“

Tornows Ortsvorsteherin Marlies Pawletta kann sich an den Tag im September noch gut erinnern. Die Demo habe für Aufsehen gesorgt. Eine Nacht blieben die Gäste auf dem Campingplatz und luden die Bewohner am Abend zu einem Fest ein. „Wir sind natürlich da hin, wir waren ja neugierig“, sagte sie. „Es war für uns ein einmaliges und bewegendes Ereignis. Wir waren Teilnehmer eines Ereignisses, welches eine neue Zeit einleitete. Und wir sind dankbar, dabei gewesen zu sein“, sagte Zeitzeuge und Pfarrer i.R., Gerhard Gabriel. Er hielt damals in Grüneberg den Gottesdienst. Es gibt Bilder, die lange Schlangen vor der Kirche zeigen.

Die Patenschaft für die Tornower Friedenslinde hat der Landesvorsitzenden der Grünen, Clemens Rostock, übernommen. Wenigstens einmal im Jahr will er künftig nach dem Baum sehen. Zwischendurch wird sich der Gemeindearbeiter um die Linde kümmern.

Von Cindy Lüderitz

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