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Eine Nacht im gläsernen Wohnwagen

Piratin Anke Domscheit-Berg schläft auf Fürstenberger Marktplatz Eine Nacht im gläsernen Wohnwagen

Es ist Wahlkampf. Da greifen Politiker schon mal zu ungewöhnlichen Methoden, um auf sich aufmerksam zu machen. Anke Domscheit-Berg von den Piraten ist da keine Ausnahme. Sie hat auf dem Marktplatz Fürstenberg eine Nacht in einem gläsernen Wohnwagen geschlafen. Die Politikerin will damit zeigen, wie einfach es ist, Menschen zu überwachen.

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Auf der Couch des „Gläsernen Mobils“ verbrachte Anke Domscheit-Berg die Nacht von Mittwoch zu Donnerstag auf dem Marktplatz in Fürstenberg.

Quelle: Danilo Hafer

Fürstenberg. "Die letzte Nacht war furchtbar“, sagt Anke Domscheit-Berg, Bundestagskandidatin der Piratenpartei, mit einem kleinen Lächeln. Die Nacht von Mittwoch auf Donnerstag verbrachte sie gemeinsam mit ihrem Mann Daniel Domscheit-Berg in einem „gläsernen Mobil“ auf dem Marktplatz in Fürstenberg. Dabei handelt es sich um eine Art Wohnwagen, der allerdings von drei Seiten einsehbar ist. So kann jeder, der am Wagen vorbeigeht, sehen, was darin passiert. Mit der Aktion, sagt die Fürstenbergerin, wolle sie die Bürger darauf aufmerksam machen, wie einfach es Geheimdienste hätten, Menschen in virtuellen Räumen zu überwachen. Die Menschen seien längst zu „gläsernen Bürgern“ geworden.

Insgesamt hätten sie höchstens zwei Stunden geschlafen, so Domscheit-Berg. Die Enge des gläsernen Mobils war dabei nur ein Problem. Viel schlafraubender waren demnach die vielen Lkw auf der B96, die auch nachts durch Fürstenberg brummen. „Der Verkehr und der Lärm sind am schlimmsten. Es ist eine Zumutung, dass es jetzt schon 20 Jahre dauert, eine Lösung zu finden“, so Anke Domscheit-Berg. Irgendwann gegen vier Uhr in der Früh hätte sie dann doch ein wenig schlafen können.

Gestern war Markttag in Fürstenberg. Und das gläserne Mobil reihte sich wie ein Schaufenster in die Stände ein. Das Marktgeschehen beobachtete die Politikerin aus dem gläsernen Mobil heraus. Und immer wieder kamen interessierte Fürstenberger auf sie zu. Schnell kamen dann natürlich auch die Themen Datensicherheit und Überwachung auf. Viele Bürger würden sagen, dass die Leute doch eh alles für jedermann zugänglich im Internet veröffentlichen. Darum geht es ihr jedoch nicht, so Domscheit-Berg. Der Bundesnachrichtendienst (BND) und andere Geheimdienste könnten E-Mails mitlesen oder Bewegungsprofile von Mobiltelefonen erstellen. Auch wer bestimmte Suchanfragen im Internet stellt, könne ins Visier der Geheimdienste geraten. Dabei unterlägen auch E-Mails dem Post- und Fernmeldegeheimnis. „Der BND will noch einmal 100 Millionen Euro in den Ausbau der Internetüberwachung stecken“, so Domscheit-Berg. Doch es gibt ein paar einfache Tipps, mit denen sich Bürger schützen können. So könnten sie zum Beispiel regionale Internetanbieter nutzen. „Je kleiner ein Anbieter, desto uninteressanter ist er für die Geheimdienste, weil die Überwachung zu aufwendig wäre“, sagt Anke Domscheit-Berg. Außerdem empfiehlt sie Internetnutzern, nicht nur auf die etablierten Suchmaschinen zuzugreifen und E-Mails zu verschlüsseln. Dabei ist sie sich bewusst, dass nicht jeder ein Experte auf dem Gebiet ist. Sie hofft, dass sich die Bürger gegenseitig helfen.

Die Piratin Domscheit-Berg war am Donnerstagvormittag nicht die einzige Kandidatin, die den Kontakt zu den Wählern suchte. Auch SPD und CDU mischten sich unter die Marktbesucher. CDU-Bundestagskandidat Uwe Feiler wollte mit Waffeln und Marmelade die Wähler von sich überzeugen. Die SPD versuchte währenddessen einen Sonnenschirm gegen den Wind zu sichern.

Von Danilo Hafer

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